Ad Astra

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 21.04.2010
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Ad Astra von Reich der Spiele

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Der Menschheit ist es gelungen, andere Planeten im solaren Sonnensystem zu kolonialisieren. Doch sie ist auch in fünf verschiedene Völker zersplittert, die nun in Rivalität zueinander versuchen die Galaxis zu erkunden. Dies ist auch bitter nötig, denn die heimische Sonne verliert an Kraft und ferne Sternsysteme müssen erkundet und fremde Planeten besiedelt werden. Unterwegs begegnen sie fremdartigen Zivilisationen mit erstaunlichen Fähigkeiten.

Die ganze Galaxis besteht dabei aus dem heimischen Sonnensystem (ein separater Startplanet je Spieler) sowie acht weiteren Sternsystemen mit jeweils drei bis sieben Planeten. Zu Spielbeginn sind alle fremden Planeten unbekannt und liegen daher verdeckt aus. Jeder einzelne eignet sich zur Produktion eines bestimmten Rohstoffs, doch dafür müssen die künftigen Kolonien zunächst erforscht und besiedelt werden. Jede Spielrunde unterteilt sich in eine Planungs- und eine Aktionsphase. In der Planungsphase werden abwechselnd Aktionskarten verdeckt auf der Planungsleiste ausgelegt - je Spieler insgesamt drei -, die danach in der entsprechenden Reihenfolge ausgeführt werden. Es können gegen Abgabe der benötigten Rohstoffe dürfen neue Raumschiffe, Kolonien, Fabriken und Terraformer errichtet, Rohstoffe auf bestimmten Planeten geerntet, Rohstoffkarten getauscht, Raumschiffe bewegt und Siegpunkte gesammelt werden.

Doch unter den Planeten des Universums befinden sich nicht nur Rohstofflieferanten. Auf manchen existieren bereits hochentwickelte Kulturen, die den Spielern auf andere Art und Weise unter die Arme greifen (möchten?). Wer solchen Aliens begegnet, zieht nach der Landung eine zufällige Artefakt-Karte und darf sie für den Rest des Spiels nutzen. Dieses endet, sobald mindestens ein Spieler eine gewisse Siegpunktmenge gesammelt hat.

Aktionskarten bestimmen, welche Aktion von allen Spielern durchgeführt werden darf und der aktive Spieler erhält einen Bonus – das klingt nach Puerto Rico. Die Rohstoffkarten dürfen mit den Mitspielern getauscht werden – das riecht verdächtig nach Die Siedler von Catan, respektive Die Sternfahrer von Catan. Das Design der Spezies auf dem Cover ist auch nicht neu: Twilight Imperium. Und was ist neu bei Ad Astra? Zum Beispiel der blinde Aktionsmechanismus, der dazu führt, dass viele Aktionen doppelt gelegt werden und nicht mehr erneut ausgeführt werden können. Mal sind die Ressourcen schon ausgegeben, mal hat ein Raumschiff sein Ziel schon erreicht. Oder ein anderes, völlig egal – Hauptsache sicher gelandet. Manchmal kann es daher vorteilhaft sein, auch bestimmte Aktionen der Mitspieler zu spekulieren und diese in die eigenen Planungen einfließen zu lassen. Verlassen sich jedoch alle Teilnehmer auf ihre Mitspieler, kann dabei so einiges schiefgehen.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Startsituation gelegt werden. Haben mehrere Spieler nämlich die gleiche Startwelt, werden sie beide die entsprechende Ressourcenkarte spielen und beide doppelt davon profitieren. Den Gegnern ist somit angeraten, sich schnellstmöglich auf einer ebensolchen Welt niederzulassen, um den Vorsprung nicht noch weiter wachsen zu lassen. Überhaupt ist es ratsam, Welten zu besiedeln, die von möglichst vielen verschiedenen Mitspielern bereits bevölkert sind, um auch weiterhin häufiger von den Mitspieleraktionen profitieren zu können. Allerdings sind diese Planeten genau diejenigen, die inzwischen selten geworden und somit schwerer zu finden sind. Ein bisschen Glück bei den Erkundungsflügen gehört also dazu. Umso mehr, wenn Alien-Planeten gewählt werden. Es kann sein, dass deren Spezialfähigkeiten prima passen. Aber auch, dass sie weniger interessant für den jeweiligen Spieler ist, weil er eigentlich eine andere Strategie verfolgt.

Ad Astra bedient sich punktuell bei verschiedenen erfolgreichen Spielen und vermischt deren Elemente zu einer interessanten Neuschöpfung, die vornehmlich Science-Fiction-Fans anspricht. Es ist schwer während des Spiels einzuschätzen, mit welchen Aktionen die Partie sinnvoll beeinflusst werden kann. Um alleine die grundlegenden Unterschiede zwischen einer Raumschiff- und einer Terraforming-Strategie zu verstehen, sind mehrere Partien nötig. Wer diese Ausdauer besitzt und gerne Weltraumsimulationen durchführt, wird sich jedoch unterhalten wissen. Schließlich ist es doch mit fremden Sonnensystemen genau das Gleiche: Was man dort vorfindet, erfährt man erst wenn man dort ankommt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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