Adel verpflichtet

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 22.06.2003
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Adel verpflichtet von Ravensburger

Ein Mal ein englischer Lord sein, dessen Hauptinteresse seiner Sammelleidenschaft gilt – bei Adel verpflichtet können die Spieler in diese Rolle schlüpfen. Seltsame Gegenstände werden da angehäuft: Nachttöpfe, alte Werbung, Masken und vieles mehr. Und im Hintergrund läuft die Wette mit den ebenfalls adeligen Mitspielern, wer die wertvollsten Sammlungen zusammentragen kann. Legaler Kauf aber auch Diebstahl bei Kollegen - alle Mittel sind recht.

Der Witz bei diesem Spiel ist es, dass alle Aktionen zunächst gleichzeitig über verdeckt ausgespielte Karten gewählt werden, sodass sie den anderen Spieler erst beim ebenfalls gleichzeitigen Aufdecken bekannt werden. Da braucht man ein gutes Gespür dafür, was die Mitspieler wohl anstreben und welche Aktionen sie wählen.

Das Spiel läuft in Runden ab, die aus zwei Phasen bestehen. In der ersten wählt man seinen Aufenthaltsort (Auktionshaus oder Schloss), in der zweiten seine jeweilige Aktion. Im Auktionshaus kann man einen Scheck spielen und wer den höchsten geboten hat, kauft eins von zwei angebotenen Objekten, um seine Sammlung im Wert steigen zu lassen. Aber auch ein Diebstahl des gerade gezahlten Schecks ist möglich, um die eigene Kasse wieder etwas aufzubessern. Es sei denn, ein zweiter Dieb ist auf Beute aus, dann stören sie sich und keine bekommt etwas.

Im Schloss kann man Ausstellungen veranstalten und wenn man bei deren Bewertung Erster oder Zweiter wird, gibt es Siegpunkte. Aber auch hier kann man als Dieb unterwegs sein, der sich hier zwar mit seinen Kollegen nicht in die Quere kommt, aber Gefahr läuft einem Detektiv in die Finger zu geraten und im Knast zu landen – wofür der Besitzer des Detektivs auch Punkte einstreicht.

Wenn eine Spielfigur das Ende der Wertungsleiste erreicht, kommt es noch zu einer großen Schlusswertung, und es gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Zugegeben: Adel verpflichtet ist nicht Jedermanns Sache; ein Probespiel könnte nicht schaden. Bei den meisten kommt es zwar gut an, aber es gibt ebenso (wenige) Menschen, die können damit gar nichts anfangen. Das ist verständlich, denn wer mit den in vielen Fälle nicht planbaren und zufälligen menschlichen Entscheidungen nicht klar kommt, wird sich auch bei Adel verpflichtet nicht wohlfühlen. Wem dies aber nicht so viel ausmacht und wer gern auch mal blufft und ein wenig zockt, der wird bei Adel verpflichtet ein reizvolles Spiel vorfinden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2000
Spielkategorisierung
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