Alba Longa

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 16.03.2012
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Alba Longa von Reich der Spiele

Alba Longa, einst der kulturelle Mittelpunkt und Hauptstadt des antiken Latinerbundes, soll im Jahre 665 vor Christus durch den römischen Kaiser Tullius Hostilius zerstört worden sein. Zu dieser Zeit war Gaius Cluilius der König von Alba Longa. Während er sorgenschwer auf seinem Thron saß, schoß ein Blitz durch die Decke und eine Donnerstimme forderte ihn zum sofortigen Bau von Monumenten für die Gottheit, um sein Volk zu retten. Zum Leidwesen von Gaius Cluilius buhlen jedoch auch noch andere Stadtstaaten um die Macht und um die Gunst der Götter. Daher gilt es, sich so schnell wie möglich an die Arbeit zu machen. Sieger ist, wer zuerst zehn Monumente erbaut hat und 16 oder mehr Arbeiter unter seiner Herrschaft vereint.

Das Spiel läuft in Jahren ab, wobei jedes Jahr in zwei Phasen unterteilt ist, nämlich in Aussaat und Ernte. Jeder Spieler ist Machthaber über eine eigene Stadt, in der er bis zu 21 Arbeiter unterbringen kann. Außerdem gibt es Platz für zehn Monumente und verschiedene Einsatzbereiche für die Arbeiter.

Zu Beginn erhält jeder Spieler acht Arbeiter, die er zunächst in seiner städtischen Unterkunft platziert. Zudem gibt es fünf Silbermünzen und zehn Monumente. Für militärische Aktionen gibt es einen Satz Heldenkarten für jeden. In die Mitte des Tisches kommt der Marktplatz, der hauptsächlich als Auffangbecken für Geld dient. Neben dem Marktplatz werden die gut gemischten Wetterkarten bereitgehalten (Dürre, mildes Wetter und Regen sind im Spiel; sie bestimmen die Qualität der Ernte). Bevor es losgeht, wird noch ein Satz Segenskarten gemischt und ebenfalls in der Tischmitte bereitgehalten.

Das spielerische Jahr beginnt mit der Aussaat, die im Prinzip ähnlich abläuft wie die Ernte. Der Startspieler hält Hof und würfelt mit den vier achtseitigen Würfeln. In der ersten Runde darf er dies kostenlos durchführen. Er wählt sich einen der vier Würfel aus und setzt Arbeiter je nach Farbe des ausgewählten Würfels in einen bestimmten Bereich seiner Stadt ein. Dabei muss er mindestens einen, höchstens die gewürfelte Zahl an Arbeitern einsetzen. Arbeiter können als Soldaten, als Händler, als Handwerker oder Priester eingesetzt werden. In der Erntephase können sie zusätzlich als Bauern eingesetzt werden. Reihum dürfen die anderen Spieler einen der noch übrig gebliebenen Würfel auswählen. Dies kostet sie allerdings ein Silber, das sie an einen beliebigen Marktstand in der Mitte zahlen. War jeder einmal Startspieler und sind noch nicht alle Würfel eingesetzt, kommt es zu einer weiteren Runde. Ab dann verursacht das Auswählen eines Würfels auch für den hofhaltenden Spieler Kosten.

Haben alle Spieler ihre Arbeiter eingesetzt, bzw. wollen keine weiteren Arbeiter mehr einsetzen, führen die Arbeiter ihre Aufgaben in der folgenden Reihenfolge durch. Soldaten können genutzt werden, um fremde Städte zu sabotieren und die eigene Stadt vor gegnerischer Sabotage zu schützen. Für die Händler gibt es Silber von der Bank und außerdem Geld von den Marktständen. Für je zwei Handwerker kann der Spieler ein Monument bauen. Die Priester erbitten den Segen der Götter und können so die Ernte einer Stadt verbessern. Die Bauern, die nur während der Erntephase eingesetzt werden können, bringen die Ernte ein. Sind alle Arbeiten ausgeführt, kehren die Arbeiter in ihre Unterkünfte zurück.

Am Jahresende muss jeder Spieler seine Arbeiter ernähren und kann neue Arbeiter anwerben. Neue Arbeiter lassen sich mit überzähligem Getreide anlocken, während nicht ernährte Arbeiter die Stadt sofort verlassen. Erfüllt ein Spieler am Ende eines Jahres die Siegbedingungen, hat er das Spiel gewonnen.

Alba Longa gehört in die Reihe der „Worker Placement“ Spiele. In der Grundversion kamen in unseren Runden die Soldaten kaum zum Einsatz. Obwohl die Abhandlung der Soldaten in der Spielregel den weitaus größten Raum einnimmt, bringt ihr Einsatz letztendlich zu wenig, um eines der raren Männchen dafür einzusetzen. Nur in der Variante Kriegsbeute lohnt sich der Einsatz von Soldaten wirklich. Das Spiel bietet insgesamt nichts wirklich Neues. Die Varianten sind etwas interaktiver angelegt als die Basisversion. Die Runden laufen alle gleichmäßig ab, ein richtiger Spannungsbogen wird nicht aufgebaut. Das Spiel funktioniert, bietet aber nicht mehr als mittelmäßige Kost.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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