Anno 1701 - Das Kartenspiel

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.01.2008
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Anno 1701 von Reich der Spiele

Entdecker im Auftrag der Königin gehen – offensichtlich im Jahre 1701 - auf Reisen zu unbekannten Eilanden. Jeder Spieler startet hierfür mit Pionieren, Rohstoffkarten und einem Handelsschiff. Außerdem erhält er drei Handkarten.
Wem es gelingt, sieben Gunstpunkte zu erlangen oder zwei Kaufleute zu besitzen, ist Sieger des Spiels. Wenn in beiden Dorfzentren des Mitspielers Aufruhr herrscht, hat man ebenfalls gewonnen.

Am Beginn eines jeden Spielzugs wird gewürfelt. Ein Würfel bringt Rohstoffe, die Landschaften mit der entsprechenden Würfelzahl werfen einen Rohstoff ab. Mit Hilfe dieser Rohstoffe können weitere Karten ausgelegt beziehungsweise Pioniere – in mehreren Schritten bis zu Kaufleuten aufgewertet oder Aktionskarten gespielt werden. Aktionskarten werden sofort eingesetzt, ausgelegte Gebäudekarten bringen im weiteren Verlauf des Spiels Vorteile. Mit der Entwicklung der Bürger nähert man sich nicht nur dem Spielziel, sondern vergrößert auch seine mögliche Auswahl an Ausbaukarten. Als letzte Möglichkeit kann das eigene Schiff verstärkt werden. Mit dem anderen Würfel wird ein Ereignis bestimmt, das beispielsweise zusätzliche Rohstoffe oder Gold bringt, oder aber auch Gold kostet. Am Ende eines Zuges steht die Entscheidung, ob man die Kartenhand wieder auf drei Karten ergänzen oder eine Handelsfahrt unternehmen möchte.

Ganz ohne Handelsfahrt kommt man keinesfalls aus, da es für die auch aus dem gleichnamigen PC-Spiel bekannten „Luxusgüter“ Tabak und Rum notwendig ist, in See zu stechen. Die geschieht durch Aufdecken von Karten. Je mehr Segel man hat, desto mehr Karten darf man sich nacheinander ansehen. Man trifft auf See auf fremde Völker, die einem Tabak und Rum gegen Gold verkaufen. Wie im richtigen Leben gibt es aber nicht nur angenehme Begegnungen auf See. So ist es für Wirbelstürme wichtig, ein stabiles Schiff zu haben, gegen Piraten empfehlen sich möglichst viele Kanonen, da diese die Kampfkraft im Würfelduell mit den Piraten unterstützen. Gegen die Zahlung von Gold kann man Kämpfen aus dem Weg gehen, besiegt man die Piraten im Würfelduell erhält man Gold als Belohnung.

Wer Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel kennt, dem fallen natürlich Ähnlichkeiten auf. Auch hier hängt die Rohstoffertrag am Würfelergebnis, und auch hier entwickelt jeder seine Landschaft. Bei beiden gibt es Ausbaukarten, bei denen man darauf achten sollte, dass sie sich möglichst gut ergänzen. Auch im Spiel selbst fühlt man sich an dieses Kartenspiel erinnert, allerdings ist Anno 1701 etwas weniger komplex.

Anno 1701 ist ein Spiel, bei dem jeder Spieler sein eigenes Reich entwickelt. Interaktion findet zwar statt, aber letztendlich werkelt jeder vor sich hin. Es wird wenig gehandelt, auch Aktionskarten, mit denen man den Gegner direkt treffen kann, sind verhältnismäßig wenige vorhanden. Man sollte aber dennoch die Landschaft des Mitspielers, insbesondere die Stärke seines Schiffes im Auge behalten. Schon weil bei einigen Piraten deren Kampfkraft von der Stärke des Mitspieler-Schiffes abhängt.

Das Glück spielt eine recht bedeutende Rolle. Besonders die Seefahrten können sehr schnell scheitern und das Handelsschiff muss erst wieder „aufgerüstet“ werden, bevor ein neuer Versuch sinnvoll ist.

Anno 1701 ist ein schönes Spiel für zwei Spieler, die gerne entwickeln, nicht so gerne gegeneinander spielen und die die daher die reduzierte Interaktion nicht stört. Die schön anzusehenden Grafiken auf den Spielkarten tragen zum Spielspaß bei.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
70
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
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