Architekton

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.10.2005
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Architekton von Reich der Spiele

Es gibt Spiele, bei denen sind sich alle einig, was die Spielqualität anbelangt. Und es gibt Spiele, an denen scheiden sich die Geister. Zu den letzteren zählt Architekton.

Aber zunächst einmal, worum geht es überhaupt? Um einen Bauwettstreit im alten Griechenland, allerdings geht es hier nicht um antike Tempel oder möglichst ausgetüftelte Städte, nein, es geht einfach um Landschaften. Damit die dann auch besonders schön aussehen, wird ein Schachbrett aus Gebäuden und Landschaften errichtet, was bedeutet, dass jedes Gebäude von vier Landschaftskärtchen umgeben sein muss.

Es gibt deshalb zwei verschiedene Stapel von Legeplättchen, den Gebäude- und den Landschaftsstapel. Es werden vier Landschaften unterschieden: Erde, Wiese, Wasser und Wald und auch jedes Gebäude zeigt schon Ansätze verschiedener Landschaften. Von jeder Sorte wurden vorher vier Plättchen verdeckt zur Seite gelegt, sie bilden die Reserve. Wird auf sie zurückgegriffen, wird das Spiel beendet. Jeweils drei weitere Plättchen werden offen ausgelegt, sie bilden den Vorrat, der nach jedem Zug ergänzt wird.

Pro Zug muss nun jeder Spieler zwei Karten des offenen Vorrates an das Spielfeld anlegen. Anders als bei den bisher gewohnten Plättchenlegespielen muss bei Architekton nicht darauf geachtet werden, dass ein Plättchen an allen Seiten "passt", eine Seite ist bereits ausreichend. Handelt es sich um ein Gebäudeteil, wird ein Holzhäuschen der eigenen Farbe darauf platziert.

Ist jetzt ein Gebäude von vier Landschaften umgeben, wird eine Wertung ausgelöst. Passen alle Landschaften genau, bekommt man einen der wertvollen und seltenen Punktechips. Ansonsten muss der Besitzer des Häuschens für jede nicht passende Landschaft einen Punktechip bezahlen - ein teures Vergnügen, wenn man bedenkt, dass jeder mit nur einem Chip startet. Einen Punkt billiger wird es, reißt man sein Häuschen ab, manchmal die einzige Rettung vor dem Ruin und damit vor dem vorzeitigen Spielende. Wer nämlich nicht mehr bezahlen kann, hat sofort verloren.

Hält man jedoch bis zum Ende durch, kommt es noch zur Endwertung. Hier werden alle Häuser entfernt, die nicht von mindestens drei Plättchen umgeben sind. Jetzt bekommt noch jeder Spieler Punkte für seine größte diagonal zusammenhängende Gruppe von Häusern. Je Haus ein Punkt. Gewonnen hat - ganz klar - derjenige, der jetzt die meisten Punktechips vorweisen kann.

Und so plätschert Architekton vor sich hin, es gibt nicht wirklich viel, was man tun kann. Die Auswahl der Plättchen ist begrenzt und obwohl mit sechs Plättchen ja nicht gerade wenig da liegt, sind es doch meist nur solche mit denen der Gegner viel, man selbst aber nichts anfangen kann. Und manchmal will keine der Taktiken funktionieren, weder gelingt es, den Gegner durch teure Häuser in den Ruin zu treiben, noch schafft man es, viele eigene Häuser diagonal zu verbinden. Und keine der taktischen Varianten vermag es, ein packendes Spielgefühl zu erzeugen. So landet Architekton schlussendlich doch im Schrank. Für zwei Spieler gibt es wirklich Besseres.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
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