Atlantis
Das sagenumwobene Atlantis geht unter. Die Bürger versuchen, möglichst schnell zu fliehen. Doch sie wollen auch nicht all ihre Schätze zurücklassen und so sammeln sie so viel wie möglich davon ein. Derweil senkt das steigende Wasser ihre Fluchtchancen.
Der Mechanismus ist ein bekannter: Wer Cartagena und dessen Laufmechanismus kennt, wird sich bei Atlantis schnell zurechtfinden. Ähnlich wie bei der Flucht von der Gefängnisinsel geht es bei Leo Colovinis Atlantis darum, über einen alten, schmalen Pfad möglichst schnell von einer Insel zu fliehen. Hier eben vom untergehenden Atlantis. Das heißt, wie bei Cartagena werden Karten ausgespielt, um auf einer ausgelegten Wegstrecke zum nächsten Wegstück zu kommen, das den auf der ausgespielten Karte abgebildeten Gegenstand (Schatz) zeigt. Als Belohnung darf man hierbei das hinter diesem Feld liegende Wegplättchen aufsammeln und zu seinen Schätzen legen. Hier kann man nach Herzenslust taktieren, um langsamer oder schneller voranzukommen und den einen oder anderen lukrativeren Schatz aufzusammeln. Voraussetzung: Man hat die richtige Karte auf der Hand.
Doch so einfach ist das mit den Karten dann doch alles nicht. Zwar erhält man am Rundenende jeweils eine Karte nach, aber das reicht irgendwann nicht mehr. Deshalb darf man Schätze in Karten eintauschen, wobei der auf die Plättchen aufgedruckte Schatzwert zuvor halbiert wird. Das bringt zumindest etwas Luft. Ein weiteres Problem der schnellen Flucht ist, dass man nur auf das nächste frei Feld einer Schatzart setzen darf. Ist das nächste zur ausgespielten Schatzart passende Feld belegt, muss man eine weitere Karte nutzen und auf dem Weg weiter ziehen - oder man muss stehen bleiben. Das kostet zusätzlich Karten oder einen Zug und damit überlebenswichtige Zeit, ermöglicht aber eine weitere taktische Komponente: Das Überspringen eines Wegeplättchens, um durch einen Zwischenstopp an einem besetzten Wegplättchen an einen lukrativeren Wegpunkt zu gelangen - oder eben, einfach schneller ans rettende Ufer zu kommen. Denn jede der drei ans Ufer gebrachte Figuren erlaubt es, in jeder Runde eine zusätzliche Karte nachzuziehen.
Der eigentliche Knackpunkt bei der Flucht von der untergehenden Insel ist aber der steigende Meeresspiegel. Denn wo jemand einen Schatz aufnimmt, entsteht (sofort oder bald) eine Lücke auf dem Weg, die dann sofort mit Wasser gefüllt wird. Diese Lücken können durch eine Brücke überwunden werden, von denen jeder Spieler aber nur eine - und zwar für alle Spieler - bauen darf. Oder aber man muss den "Übersprung" mit Schätzen bezahlen. Und zwar kostet so ein Überspringen der Lücke jeweils so viele Punkte in Form von Schatzplättchen (der jeweilige Wert zählt) oder Karten (jede Karte zählt einen Punkt), wie der niedrigere Wert der beiden die Lücke umrahmenden Plättchen angibt. Da wird die einfache Flucht schnell zu einer teuren Angelegenheit.
Atlantis lässt sich wunderbar einfach und zugleich sehr taktisch spielen und verfügt dabei noch über ein gehöriges Ärgerpotenzial. Denn wer auf seinen Zug wartet, um dann günstig über Lücken zu springen und einen lukrativen Schatz zu erreichen, kann durch den Zug des vorangegangenen Spielers äußerst schnell mit neuen und teuer zu überspringenden Lücken, besetzten Plättchen oder vor der Nase weggeschnappten Schätzen konfrontiert werden. Aber genau das macht den Reiz dieses Spiels aus, das am Ende der Spieler gewinnt, der die meisten Schatzpunkte sammeln konnte (zusätzlich zählen Handkarten jeweils einen Punkt). Es endet übrigens, wenn der erste Spieler alle seine drei Figuren ans rettende Ufer gebracht hat (und dabei noch einmal vier Karten nachziehen darf).
Ein schönes Spiel mit Raum zum Taktieren, einem schnellen Einstieg und erfrischend kurzer Spieldauer. Atlantis ist im Vergleich zu Cartagena erheblich anspruchsvoller, ohne aber an Leichtigkeit zu verlieren. Eine Empfehlung und zwar nicht nur für Familien.
Gewinnspielfrage
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Gesucht ist ein Fluss, der zu den bedeutendsten der Erde gehört. Seine enorme Wassermassen fließen im Laufe des Stroms über mehrere Fälle und ergießen sich in eines der Weltmeere. Einer seiner Wasserfälle verdankt seinen Namen einem Missionar, der selbst einen weltberühmten nach seiner Herrscherin benannte. Dabei wollte er nur die Quelle eines Flusses finden, der seinerseits zu den bedeutensten der Erde gehört. Sozusagen einem Lebensstein gleich ist sein Herz begraben am Ort des Todes, der Körper liegt in der Hauptstadt seiner Heimat, das Andenken wird auch in einem Song von Abba gewahrt. Die Lösung ist geboren 1813 in Schottland, gestorben 1873 in einem anderen Kontinent.
Die richtige Antwort auf unsere Frage ersetzt das im Folgenden genannte Wort "Lösung", anschließend kann die so geänderte folgende Zeile in die Adressleiste des Browsers getippt oder kopiert werden:
http://www.reich-der-spiele.com/kritiken/Loesung
Bindestrich ja oder nein?
Sollte die Lösung aus mehreren Wörtern (zum Beispiel Spiel des Lebens, nicht aber zum Beispiel Flughafen) zusammengesetzt sein, was sie hier nicht unbedingt sein muss, dann setz bitte keine(n) Bindestrich(e) zwischen die Wörter.
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