Ben Hust

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.10.2005
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Ben Hust von Truant Verlag

Wer denkt bei diesem Namen nicht an den Monumentalfilm Ben Hur? Besonders das Wagenrennen ist beliebt, nicht nur wegen des roten VWs in den Kulissen und der Uhr am Handgelenk von Charlton Heston, auch das Rennen an sich ist spannend: Schwitzende Männer in holperigen Wagen, die von starken Pferden über die Strecke gezogen werden. Dabei wird unerbitterlich um den Sieg gekämpft, wenn nötig auch mit der Peitsche auf den Kontrahenten eingeschlagen.

Und genau darum geht es auch in Ben Hust: hier werden Wagen über eine römische Rennstrecke gelenkt und Wetten abgeschlossen, schließlich geht es hier nicht nur um Ehre, sondern auch um den schnöden Mammon. Also, nix wie los und spielen ...

Aber Halt! Vor dieses Spiel hat James Ernest den Schweiß gesetzt, handelt es sich bei Ben Hust doch um ein Cheapass-Spiel, bei dem nur das nötigste Material vorhanden ist. Bevor das Rennen starten kann, braucht man noch verschiedenfarbige Würfel und dazu passende Marker für die einzelnen Spieler, einen weiteren Würfel und Geld, viel Geld - Spielgeld natürlich, aber davon einiges: hundert Sesterzen pro Spieler, das macht bei maximaler Besetzung achthundert, die müssen erst einmal beschafft sein ... Es schadet auch nicht, wenn man den Spielplan, der aus acht Einzelstücken auf dünner Pappe besteht, erst einmal auf stabilen Karton aufzieht, denn der Plan muss einiges aushalten. Leider passt nach dieser Materialbeschaffung und Spielplanverstärkung nicht mehr alles in die Verpackung.

So, aber jetzt geht’s los, endlich! Pro Runde, die gefahren wird, gibt jeder Spieler zwei Sesterzen in den Jackpot und die Wagen (repräsentiert durch Würfel) werden auf die Startplätze gestellt. Dabei liegt die Zahl oben, die der Startreihe entspricht: in der ersten Reihe liegt also die Eins oben, in der dritten die Drei. Jetzt wird der Reihenfolge nach, beginnend beim Ersten, der Extra-Würfel geworfen. Das Würfelergebnis (zum Beispiel Vier) wird zu der oben liegenden Augenzahl addiert. Diese Summe gibt an, wie viele Felder auf dem Rundkurs gezogen werden dürfen. Nach der Bewegung wird der eigene Wagen (also der Würfel) auf die gewürfelte Zahl (also Vier) gedreht. So geht das dann reihum weiter, bis nach der vereinbarten Anzahl von Runden die ersten drei Plätze feststehen. Stehen die Gewinner fest, wird der Inhalt des Jackpots entsprechend verteilt und ein neues Rennen kann beginnen.

Aber Moment! War da nicht noch von erbittertem Kampf die Rede? Da kann es doch nicht beim schnöden Würfeln bleiben. Richtig! Dafür gibt es Karten, von denen jeder zu Beginn mindestens zwei Karten erhält. Anschließend werden noch zusätzliche Karten versteigert, der Erlös fließt in den Jackpot. Mit ihnen kann man das Rennen beeinflussen: Man kann einen Fahrer einstellen, der besondere Fähigkeiten hat, den Wagen verbessern und Waffen einsetzen (wie zum Beispiel eine Peitsche) oder die eigene Geschwindigkeit beeinflussen.

Ben Hust ist ein etwas anderes Rennspiel. Trotz der Karten bleibt allerdings noch ein recht hoher Glücksanteil übrig. In einer lockeren Runde kommt Ben Hust aber gut an, man darf es nur nicht zu verbissen angehen, denn dann geht die Stimmung baden. Wer einfach nur Spaß haben will und den Glücksanteil in Kauf nehmen kann, wird seine Freude am römischen Pferderennen haben, alle anderen lassen am besten die Finger davon.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
4 - 8
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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