Big Points

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 26.05.2008
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Big Points von Reich der Spiele

Auf der Empfehlungsliste 2008 der Jury „Spiel des Jahres“ gelandet ist Big Points. Zum Lieferumfang gehören fünf Spielfiguren, jede Menge Holzchips sowie eine Papp-Treppe, ohne die der Karton wohl viel zu groß gewesen wäre. Die kurze Anleitung lässt keine Fragen offen und erlaubt spätestens nach fünf Minuten den Start der ersten Partie.

Am Anfang einer jeden Partie steht jedoch erstmal der Spielaufbau. Hierfür werden die Holzchips zufällig gemischt und in einer Kette aneinandergereiht. Das eine Ende stellt den Start der Spielfiguren dar, das andere das Ziel, das mit dem Siegertreppchen geschmückt wird. Die Figuren sind in den gleichen Farben gehalten wie die Holzchips und können von allen Spielern bewegt werden.

Eine Vorwärtsbewegung wird immer zum nächsten freien Feld der selben Farbe durchgeführt – als Belohnung darf sich der aktive Spieler danach einen der beiden benachbarten freien Holzchips nehmen. Rückwärtsbewegungen sind nur als Zusatzaktion gegen Abgabe eines schwarzen Chips erlaubt – den muss man natürlich zuvor erst einmal bekommen haben. Auf diese Weise schubsen die Spieler mal diese, mal jene Spielfgur nach vorne, bis diese im Ziel ankommen. Und sammeln Chips. Wer eine Figur ins Ziel bewegt, erhält dafür einen Holzchip der gleichen Farbe – benachbarte Felder gibt es auf der Treppe ja nicht mehr! Zugleich ist dies auch ein wichtiger Fakt, den es unter taktischen Gesichtspunkten zu bedenken gilt. Denn die gesammelten Holzchips sind am Ende unterschiedlich viele Punkte wert: Je früher eine Figur das Ziel erreicht – und somit umso höher auf der Treppe steht -, desto mehr Punkte sind die Chips der entsprechenden Farbe wert. Sobald die erste Figur im Ziel ist, wird es somit attraktiv, die schwarzen Chips einzusetzen um von den verbleibenden Chips der wertvollsten Farbe noch etwas abzubekommen. Doch manchmal sollte man sich auch einen schwarzen Chip aufheben – diese erhöhen nämlich den Wert der anderen neutralen Farbe, der weißen Steine. Diese zählen am Spielende nämlich genau so viele Punkte, wie man verschiedene andere Farben sammeln konnte. Und das ist in jeder Besetzung lukrativ!

Apropos Besetzung: Als Erfahrungswert kann man annehmen, dass etwa 35 bis 36 Chips von allen Spielern gesammelt werden. Teilt man dies durch die Anzahl der Spieler, kann man sich leicht ausrechnen, wie viele da für jeden übrig bleiben. Entsprechend verhält es sich auch mit dem Einfluss auf das Geschehen, denn da außer bei der zufälligen Startaufstellung kein Zufall im Spiel ist, erfordert jeder Zug eines Spielers nicht nur die Entscheidung, welche Figur man zieht und welchen Chip man nimmt, sondern eben auch das Abwägen, welche Konsequenzen dies für den oder die nachfolgenden Spieler hat. Wer dies nicht tut, gibt seinem nächsten Mitspieler Vorlagen – und verärgert die anderen. Abgesehen davon kann man bei fünf Spielern ohnehin nicht von großen Einflussmöglichkeiten sprechen. Bei drei oder gar nur zwei Spielern sieht dies jedoch anders aus: Hier kann auch mal zwei Züge im Voraus geplant werden! Als Zweipersonenspiel dürfte sich Big Points sogar mit den Größten des Genres messen lassen, deshalb sollte man es nicht gleich abschreiben, wenn es einem zu fünft nicht gleich so gut gefallen hat. Mit dem Prädikat „Empfehlungsliste“ hat die Jury jedenfalls die richtige Entscheidung getroffen – Big Points ist kurz, schnell erklärt und zu zweit auch knackig. So muss ein Spiel sein!

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2008
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