Blue Moon City

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.12.2006
  Spiel bewerten Spiel kaufen kommentieren
Blue Moon City von Reich der Spiele

Blue Moon City ist zerstört und soll nun wieder aufgebaut werden. Dazu bewegen die Spieler ihre Figur und ab und zu einen Drachen über den Spielplan aus Gebäudetafeln. Mit Hilfe der aus Blue Moon bekannten Völker setzen sie Bausteine, um die prächtigen Bauwerke der Stadt wieder zu errichten. Dafür gibt es Belohnungen in Form von Karten, Kristallen und Drachenschuppen. Das alles ist Mittel zum Zweck, denn die Kristalle sind es, die am Ende den besten Baumeister und damit den Sieger des Spiels bestimmen. Diese müssen am Obelisken geopfert werden. Wer als erstes die je nach Spielerzahl variierende Menge von Opfern erbracht hat, geht als Sieger aus diesem Spiel hervor.

Der grundsätzliche Ablauf ist einfach. Figur bewegen, Bausteine setzen und Karten nachziehen. Doch der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Für das Setzen der Bausteine ist es erforderlich, farblich passende Spielkarten abzulegen, die auf dem Gebäudeplättchen vorgegebene Werte der Bauabschnitte mindestens erreichen. Da es selten möglich ist, alle der bis zu vier Abschnitte mit Steinen zu belegen, setzt man erst mal ein, zwei "Duftmarken". Denn erst, wenn alle Abschnitte eines Plättchens mit Bausteinen belegt sind, wird es ausgewertet. Dann erhalten alle am Neubau des Gebäudes beteiligten Spieler Kristalle, Drachenschuppen oder Karten. Zusätzlich erhält der Spieler einen Bonus, der die Mehrheit der Vorgabenwerte erfüllt hat. Das Gebäudeplättchen wird umgedreht und das Bauwerk erstrahlt auf der Rückseite in neuem Glanz. Zukünftig erhalten alle an einer Wertung auf Nachbarplättchen beteiligten Spieler einen weiteren Bonus über diese Karte.

Wichtigster Aspekt des Spiels ist das Sammeln von Kristallen. Diese müssen in großer Anzahl am Obelisken geopfert werden. Je später ein Spieler das in Angriff nimmt, desto mehr Kristalle muss er opfern, um einen Opferstein auf den Obelisken setzen zu dürfen. Obwohl das schnelle Opfern belohnt wird, spekulieren einige Spieler immer wieder darauf, Kristalle zu horten, bis sie (in mehreren Runden) genug für mehr als ein Opfer haben. Doch wie im Leben, bestraft das Spiel Spieler, die zu spät kommen.

Das Rennen um Kristalle will gut geplant sein, denn wer sich alleine in eine Spielplanecke begibt, kann dort zwar nach und nach alleine Gebäude errichten, aber auch viel Zeit verlieren. Denn in der Zwischenzeit ziehen die anderen Spieler möglicherweise ein Gebäude nach dem anderen hoch. Gemeinsam baut es sich eben schneller. Und die Belohnung bekommen alle Beteiligten, lediglich der Bonus geht nur an einen Spieler.

Die Völker haben nicht die Eigenschaften wie im Kartenspiel Blue Moon, können aber dennoch mit Sonderfunktionen den Spielern beim Aufbau der Stadt helfen. Wer die Sonderfunktion nutzt, kann aber nicht den aufgedruckten Wert in Bausteine umsetzen. Entscheidungsfreude ist an den Tag zu legen. Die Karten bringen zum Beispiel die Drachen ins Spiel, sorgen für eine weitere Bewegung oder verwandeln eine Kartenfarbe in eine andere. Interessant ist die Drachenbewegung, denn mit einigen Karten werden diese über das Spielfeld bewegt. Wenn ein Gebäudestein gesetzt wird und zugleich ein Drache auf diesem Plättchen steht, gibt es zusätzliche Drachenschuppen. Zwischendurch kommt es zu trickreichen Wertungen der Drachenschuppen, bei der wiederum Kristalle verteilt werden.

Blue Moon City ist angelehnt an die Welt des Kartenspiels Blue Moon. Die Atmosphäre des Kartenspiels wird in dieses Brettspiel übertragen, was nicht zuletzt den hervorragenden Illustrationen der Gebäude und den ebenso schönen bekannten Karten aus den Völkersets zu verdanken ist. Aber auch der Mechanismus überzeugt. Die verschiedenen Details greifen gut ineinander und münden in "Knizia-typische" Wertungen.

Blue Moon City ist zugänglich - auch für "Gelegenheitsspieler" - und bietet zugleich Atmosphäre, raffinierte Mechanismen und einen Spannungsbogen bis (meistens) zum Spielende. Blue Moon City ist einfach gute Unterhaltung und erzählt nebenbei eine Geschichte. Was will man mehr?

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel
Brettspiele-Newsletter von Reich der Spiele abonnieren