Carcassonne

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.08.2001
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Carcassonne - Foto Hans im Glück

Das Spiel des Jahres aus dem Jahr 2001 hat diese Auszeichnung wirklich verdient. Selten gab es ein Spiel, das "Profis" und Gelegenheitsspieler gleichermaßen angesprochen hat. Der Reiz des Spiels liegt in den einfachen Regeln, die aber dennoch Taktieren und strategische Planungen ermöglichen.

Wie wird das Legespiel Carcassonne gespielt?

Doch zum Anfang. Es geht bei Carcassonne darum, Siegpunkte zu erringen. Diese gibt es für das Besetzen von Städten, Klöster und Wege. Am Spielende zählen dann auch vollendete Städte, wenn sie von Bauern umgeben sind. Jeder Spieler erhält sieben Spielfiguren, die er wahlweise als Bauer, Ritter, Wegelagerer oder Mönch einsetzen kann. Reihum deckt jeder Spieler Karten auf, die er an die dabei entstehende Landschaft passend anlegt. An eine Stadt-Kante eines Plättchens wird immer eine Stadt angelegt, an eine Wegseite immer ein weiterer Weg usw. Dabei sind die Möglichkeiten des Anlegens oft größer als die Wahrscheinlichkeit, eine passende Wunschkarte umzudrehen. Wunschkarte? Ja ja, denn immer wenn man eine Karte legt, darf man eine seiner Spielfiguren einsetzen. Diese sorgt wiederum für Siegpunkte - wenn ein Weg, eine Stadt oder ein Kloster vollendet wird. Die dabei vergebenen Punkte hängen von der Art der besetzten Plättchen ab. Die Siegpunkte erhält der Spieler, der die meisten Spielfiguren auf dem Weg oder in der Stadt stehen hat. Die Figuren wandern dann umgehend zurück in den Vorrat des Spielers und sind wieder einsatzbereit. Es geschieht im Spielverlauf durchaus nicht selten, dass man gerne ein bestimmtes Plättchen ziehen möchte, um seine Stadt oder sein Kloster zu vollenden. Leider zeiht man aber nicht immer die passende Karte ...

Am Ende des Spiels werden noch nicht vollendete Wege, Klöster und Städte gewertet. Anschließend kommt es zu der Bauernwertung. Jeder Bauer, der an einer vollendeten Stadt angrenzt, wird wichtig. Jede dieser Städte wird nämlich noch einmal gewertet. Der Spieler, der die meisten Bauern auf den Wiesen vor der Stadt stehen hat (und Wiesen können groß sein!), erhält die zu vergebenen Siegpunkte.

Wie gut ist das Spiel des Jahres 2001, Carcassonne?

Der Reiz des Legespiels von Klaus-Jürgen Wrede (Hans im Glück) liegt darin, dass man mit seinen Figuren enorm viele Handlungsmöglichkeiten hat. Ständig möchte man sie einsetzen, doch bis zu einer Wertung sind sie dann nicht mehr versetzbar. Zudem darf auf den Plättchen eines Wegs, Klosters, einer Stadt oder Wiese immer nur insgesamt eine Figur stehen. Besonders gewagt ist es, seine Figuren zu Bauern zu machen. Denn dann stehen sie bis zum Spielende nicht mehr zur Verfügung. Die anderen Figuren können ja bei Vollendung eines Wegs, einer Stadt oder eines Klosters wieder vom Tisch genommen werden. Hin- und hergerissen zwischen Einsatz, Nicht-Einsatz, Bauer, Ritter, Mönch oder Wegelagerer kommt man schnell ins Schleudern und ehe man sich versieht, hat man einen Fehler gemacht. Doch auch die Mitspieler dürfen den Tag nicht vor dem Abend loben. Die Bauernwertungen am Ende des Spiels schmeißen mitunter die komplette Punktereihenfolge um.

Mit zunehmender Spielerzahl sinkt der Faktor Taktik im Spiel. Je mehr Mitspieler dabei sind, desto unwahrscheinlicher wird es, die eigenen Planungen umsetzen zu können. Das tut dem Spielreiz aber keinen Abbruch. Im Gegenteil - Carcassonne ist eigentlich bei allen Spielrunden und bei jeder Spielerzahl ein echter Hit, ein Familienspiel der Extraklasse!

Erweiterung: Carcassonne - Der Fluss

Die kleine Erweiterung wurde auf der Spiel 2001 in Essen kostenlos verteilt. Im Prinzip handelt es sich nur um eine Hand voll neuer Plättchen, die einen Fluss bilden. Durch die Aufteilung der Landschaft entstehen aber häufiger Wiesen, da nicht nur der Fluss, sondern auch zusätzliche Wege Begrenzungen bilden. Eine nette und kostengünstige Erweiterung, die man aber nicht unbedingt haben muss.

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Jahrgang: 
2000
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