Carolus Magnus

eine Spielerezension von Silke Groth - 31.10.2005
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Carolus Magnus von Winning Moves

Karl der Große fordert von seinen zerstrittene Erben, die Provinzen des Kaiserreiches durch den Bau von Burgen weiter zu sichern. Ergo schlüpfen bei Carolus Magnus die Spieler in die Rollen besagter Erben und versuchen die Unterstützung der mächtigen fränkischen Adelsfamilien für sich zu gewinnen. Nur wer es schafft, sich die größtmögliche Unterstützung dieser Familien zu sichern, kann seine Provinzen erfolgreich ausbauen und so das Spiel gewinnen.

Zunächst werden 15 Provinzen in einem Kreis auf dem Spieltisch ausgelegt. Sodann erhält jeder Spieler zehn Burgen einer Farbe, ein Set Zahlenscheiben und einen Burghof. Von den insgesamt 200 vorhandenen Rittern (in Form von Holzklötzchen in verschiedenen Farben) wird nun beliebig auf jede Provinz je einer gesetzt, Karl der Große wird ebenfalls in eine beliebige Region gestellt. Reihum würfelt dann jeder Spieler mit den Farbwürfeln seine ersten sieben Ritter aus.

Nun legt jeder Spieler eine seiner Zahlenscheiben (Wert eins bis fünf) aus. Die Zahlen geben zum einen die Reihenfolge, in der die Spieler ziehen werden, und zum anderen die Anzahl der Felder an, die ein Spieler den Kaiser höchstens vorrücken darf. Anschließend wählen die Spieler je drei ihrer sieben Ritter aus und platzieren diese entweder in ihrem Burghof oder in einer der Provinzen. Wer die meisten Ritter einer Farbe in seinem Burghof versammeln kann, erhält das dazugehörige Familienwappen und hat somit, jedenfalls vorerst, die Mehrheit und damit die Unterstützung dieser Familie. Sind die Ritter ins Spiel gebracht worden, wird der Kaiser im Uhrzeigersinn vorgerückt. Steht Karl der Große nach dem Zug in einer Provinz, in der die vom Spieler kontrollierten Ritter in der Mehrzahl sind, stellt dieser dort seine Burg auf. Gelingt es im Verlauf des Spieles, in benachbarten Provinzen Burgen aufzustellen, so werden diese zusammengelegt und damit zu Regionen. Im Anschluss an die Aktionsphase wird die Ritter-Reserve, wiederum durch Auswürfeln, auf sieben ergänzt.

Doch Obacht: Um seine Mehrheit in der Provinz oder Region behaupten zu können, muss am Burghof ebenfalls die Mehrheit vorhanden sein. Sobald der Gegner in seinem Burghof mehr Ritter einer Farbe versammelt hat, erhält er auch das Familienwappen. Das kann böse Kettenreaktionen zur Folge haben, da so auch die Ritter in den eigenen Gebieten quasi "umgedreht" werden und sich nun gegen die eigene Person wenden. Hat der Gegner dann auch noch die Mehrheit in einem Gebiet, in dem man eine Burg stehen hat, so wird diese abgerissen und durch eine gegnerische ersetzt. Man steht also in jeder Runde vor der Entscheidung, ob man seine Ritter im Burghof zur Sicherung der Mehrheit oder doch lieber in einer Provinz platzieren soll.

Das Spiel endet, wenn ein Spieler zehn Burgen in den Provinzen und Regionen errichtet hat, oder wenn weniger als vier Regionen und/oder Provinzen auf dem Tisch verblieben sind. Es gewinnt dann der Spieler, der die meisten Burgen errichtet hat.

Carolus Magnus ist ein sehr schönes und spannendes Spiel, dessen Reiz insbesondere in den ständig wechselnden Machtverhältnissen liegt. Das Auswürfeln der Ritterfarben macht das Ganze zwar ein wenig glücksabhängig, das geschickte Taktieren und das Ausloten der Möglichkeiten des Gegners stehen jedoch im Vordergrund. Vom Spielprinzip erinnert Carolus Magnus sehr an El Grande und wer dieses Spiel mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Bleibt noch zu bemerken, dass die Spielgestaltung sehr gelungen ist, insbesondere die wabenförmigen Provinzen, die sich nahtlos zusammenlegen lassen, sind toll. Zu loben ist außerdem noch, dass sich die Spielregeln variabel an die Spielerzahl anpassen lassen (so spielt man zum Beispiel zu viert im Team zu je zwei Personen) wodurch Carolus Magnus in jeder Besetzung Spaß macht.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30 - 45
Jahrgang: 
2000
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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