Coney Island

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 07.03.2012
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Coney Island von Reich der Spiele

Al Capone soll am Anfang seiner Karriere auf Coney Island als Rausschmeißer gearbeitet haben, aber er ist weder auf dem Spielmaterial zu erkennen, noch geht es in sonst einer Form um seine oder seinesgleichen Machenschaften im neuen Spiel von Michael Schacht. Die Spieler bauen gemeinsam den Vergnügungspark vor den Toren New Yorks auf, nein, es ist kein kooperatives Spiel, jeder sammelt Punkte für sich.

Der zentrale Plan von Coney Island stellt den Park dar, welcher nach und nach wachsen wird. Anfangs sind schon Bauflächen freigegeben. Als eine der möglichen Aktionen kann ein Spieler für Geld weitere Flächen, für alle nutzbar, kaufen. Jeder hat sein eigenes Tableau mit drei Wohnwagen darauf, in denen die eigenen Schausteller hausen, bis sie Gelegenheit bekommen, auf dem Rummel zu arbeiten. Diese zweite Aktionsmöglichkeit benötigt Baustoffe, damit die Wahrsagerin ihr Zelt hat, der Eisverkäufer seinen Stand usw. Als drittes können große siegpunktträchtige Schaugeschäfte gebaut werden. Diese gibt es in drei Größen mit unterschiedlichen Baustoffkosten. Allerdings dürfen sie nur dort errichtet werden, wo schon die Schausteller der Spieler sind, diese fliegen dann vom Brett in ihre Wohnwagen zurück. Eine Regel, deren Logik sich nicht erschließt und beim Spiel mit Kindern lange Diskussionen auslösen kann, warum denn nicht auf freie Felder gebaut darf ... Die Idee dahinter ist, dass die Schausteller erst wieder mühsam ins Spiel gebracht werden müssen, auch wenn sie für den Abriss Siegpunkte bringen. So hätte ich gern' lange Zeit des Spiels viele meiner Schausteller im Park, da es für jedes freie Feld auf meinen Wohnwagen Einkünfte in Form von Geld, Baustoffen und Siegpunkten gibt. Des weiteren können besondere Personen angeheuert werden, die mir zusätzliche Punkte oder Baustoffe verschaffen. Diese sich im richtigen Moment auch wieder gegenseitig abzujagen, stellt ein wichtiges Spielelement dar. Wenn eines der vier Abbruchkriterien erfüllt wurde, folgt die Schlusswertung.

Der gemeinsame Aufbau eines Rummelplatzes halte ich für ein schönes und unverbrauchtes Thema! Das Material von Coney Island ist sehr liebevoll gestaltet und gelungen, nur leider an einer entscheidenden Stelle nicht: die Abbildungen der Schausteller und Schaugeschäfte sind viel zu klein, als das gut etwas zu erkennen wäre. Hinzu kommt, dass auf dem Spielplan oft nicht mehr als nur die Hälfte der möglichen Bauflächen ins Spiel kamen und diese auch nur zu zweidrittel bebaut wurden, sodass der Vergnügungspark selbst bei Spielende leer und unfertig wirkte. Das hält die Varianz der Spielplanentwicklung in jeder Partie sehr offen und ist von daher sicher interessant, nur leider geht dabei Atmosphäre flöten.

Der Weg ins Spiel ist leicht und die einzelnen Möglichkeiten eingängig und rasch überschaubar. Unterschiedliche Schwerpunkte führen auch tatsächlich zu verschiedener Entwicklung. Frühes und konzentriertes Sammeln der Siegpunkte über den ersten Wohnwagen sorgt sicher für einen Vorsprung, nicht aber für einen sicheren Sieg. Gezieltes Anhäufen von Geld gibt mehr Spielräume für den Einsatz der Sonderpersonen, wenn diese allerdings schnell wieder weggenommen werden, ist auch hier kein Königsweg zu finden. So bieten sich unterschiedliche Strategien in Coney Island an und durch die Wegnahme der Personen und dem Überbauen der Schausteller anderer Spieler kann auch gestänkert werden.

Dieses Spiel kam in meinen Runden nicht gleichermaßen an, während es den verwöhnten Vielspielern als zu trocken und spannungsarm vorkam, konnten die Gelegenheitsspieler durchaus ihren Reiz und Spaß finden. Die Angabe von einer Stunde Spielzeit bei vier Mitspielern passte ziemlich genau.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Fotos
Coney Island von Argentum Verlag
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