Der Hobbit - Eine unerwartete Reise

Das Spiel zum Film

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 03.02.2013

Hier findest du eine Spielerezension zum Gesellschaftsspiel Der Hobbit - Eine unerwartete Reise. Entdecke mehr zu den Spielregeln und finde heraus, welche Erkenntnisse unser Spieletest mit Der Hobbit - Eine unerwartete Reise brachte, ob es Spaß macht und für wen es besonders gut geeignet ist. Am Ende des Textes kannst du das Spiel bewerten.

Der Hobbit - Das Spiel zum Film von Kosmos

Immer wenn auf einem Spiel der der vom jeweiligen Verlag für wichtig erachtete Satz: “Das Spiel zum Film“ steht, schrillen bei mir die Alarmglocken. Meist sollte man sich sehr sorgfältig über das entsprechende Spiel informieren, denn die überwiegenden Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass die Verlage zwar viel Geld in die Lizenzen, etliches Geld in Werbung und Grafik aber nicht mehr allzuviel in das Spiel selbst investiert hatten. Meistens sind das dann Auftragswerke die an diverse und vielfach unbekannte Autoren vergeben werden, was als Startvoraussetzung nicht unbedingt schlecht sein muss. Auf den Punkt gebracht heißt das aber auch, dass die Gefahr auf eine Spielspaß-Gurke zu stoßen im Segment der verspielten Filme besonders groß ist. Natürlich bietet sich so ein Film-Blockbuster wie der 1. Teil der Hobbit-Trilogie geradezu an, in einem Spiel umgesetzt zu werden und so verwundert es nicht, dass die Spieler parallel zum Filmstart etliche Hobbit-Spiele in den Regalen der Händler finden.

Im vorliegenden kooperativen Spiel Der Hobbit übernimmt jeder Spieler jeweils zwei Zwerge, um diese und den Hobbit Bilbo Beutlin bis zum Zielfeld zu begleiten. Gandalf ist auch mit von der Partie, hält sich aber vornehm im Hintergrund und unterstützt von dort aus die Abenteurertruppe. Das Spielfeld selbst zeigt einen stilisierten Wegeverlauf für die Zwerge und Bilbo durch das Auenland, die Trollhöhen, Bruchtal, das Nebelgebirge und den Carrock bis hin zum Zielfeld. Weiterhin gibt es auf dem Brett einen separaten Bewegungs-Pfad für Gandalf, eine Ork Spirale auf welcher der Bedrohungsgrad der Abenteurertruppe abgelesen werden kann, sowie diverse Ablagestapel für die unterschiedlichen Abenteuer- bzw. Handkarten.

Jeder der Spieler hat zu Spielbeginn einen Satz von fünf Bewegungskarten mit deren Hilfe er seine Zwerge einzeln entlang der vorgegebenen Route bewegen kann und drei Aktions-Handkarten. Die Spieler sind der Reihe nach am Zug, spielen zuerst eine Bewegungskarte um einen ihrer Zwerge zu bewegen, anschließend beliebig viele ihrer Aktions-Handkarten und ziehen zum Schluss genau zwei Handkarten nach. Benutzte Bewegungskarten werden verdeckt und sind vorerst nicht sofort wieder nutzbar. Erst wenn alle fünf Karten durchgespielt sind, kann man wieder auf den kompletten Satz zurückgreifen. Weiterhin können mit einer Pony-Aktions-Karte zwei Charaktere gleichzeitig, Bilbo allerdings nur mittels eigener Karte oder der Pony-Karte bewegt werden.

Auf besonders gekennzeichneten Feldern des Wegeverlaufes von Der Hobbit werden zudem Abenteuerkarten gezogen, die meist einen Kampf bedeuten. Diesen kann der Spieler nur gewinnen, wenn er mittels Handkarten den Kampfwert des Gegners genau erreicht. Ist Gandalf in der Nähe oder steht ein weiterer Zwerg mit auf dem Feld bedeutet das natürlich zusätzliche und sehr willkommene Unterstützung. Aber Achtung, durch gezogene Gefahr-Karten rückt ein Marker auf der Ork-Spirale vorwärts. Kommt dieser dabei auf besonders gekennzeichnete Felder wird der oder die vordersten Zwerge gefangen genommen und können nur befreit werden wenn andere Zwerge auf demselben Feld ankommen und bestimmte Sonderkarten vorweisen können. Natürlich ist auch der Eine Ring mit im Spiel und kann Bilbo zur Unsichtbarkeit und der Abenteurertruppe damit zu einer deutlichen Erleichterung verhelfen. Sollten es Bilbo und mindestens ein Zwerg jeden Spielers nämlich bis zum Zielfeld schaffen und dort noch eine geforderte Kartenkombination vorweisen gilt das Spiel als gewonnen.

Der Hobbit – Eine unerwartete Reise ist ein einfaches, kooperatives Laufspiel, mit einfachen Grund- aber leider ebenso vielen Zusatzregeln. Insofern gibt es zwar einen schnellen Einstieg, trotzdem muss immer wieder nachgelesen werden, damit nichts vergessen wird. Die Karten sind der Motor des Spiels. Bewegung, Kampf, Zufallsbegegnungen, Aktionen, einfach alles wird über Karten gesteuert und damit verbunden ergibt sich natürlich ein sehr hoher Glücksfaktor im Spiel. Zwar gibt es vielerlei zu erleben und abzustimmen, der rechte Funke will jedoch nicht überspringen. Das mag zum einen an der zusammengemixten Grafik, die sowohl Bilder aus dem Film als auch einfache Grafikstile a la Keltis verwendet und keine Brücke zum eher abstrakten Spielmechanismus schlagen kann, liegen. Zum anderen ist es aber auch einfach ermüdend, immer wieder glücksbedingt zu scheitern, wenn die falschen Karten zur falschen Zeit gezogen werden, ohne bewusst etwas dagegen tun zu können. Auch das unbefriedigende Ende: Die Abenteurertruppe erreicht einfach ein Zielfeld, kann in diesem Zusammenhang nicht wirklich begeistern. Insofern scheint es hier parallel zum nächsten Film einen zweiten additativ zu nutzenden Spielteil zu geben, in dem die Geschichte weiter erzählt wird.

Unter dem Strich bleibt trotz Lizenz und Thema anders als bei Der Hobbit - Das Kartenspiel vom gleichen Verlag nur ein mäßiges Spiel das sich seine Zielgruppe suchen muss. Für Vielspieler ist der Mechanismus zu banal und glückslastig, viele Gelegenheitsspieler werden an den umfangreichen Zusatzregeln scheitern und Familienspieler haben bei Spielen mit kooperativem Charakter mittlerweile eine sehr große und gute alternative Auswahl wie z. B. Die Legenden von Andor aus demselben Verlag oder Die verbotene Insel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45 - 60
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung

Spielbewertung

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