Der König der Diebe

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Der König der Diebe von Eurogames

Ein munteres Spielchen gefällig? Da sitz doch Draco, der König der Diebe, in einer der dunklen Kaschemmen unserer Stadt. Um ihn herum lauter dunkle und zwielichtige Abenteurergestalten, darunter die Wahrsagerin Old Sarah, Bruder John, der unbeliebte Zork, ein paar Zwerge, Amazonen, Strolche und Kobolde. Alle versuchen sich bei Draco einzuschmeicheln, um einen fetten Anteil der Beute abzubekommen. Draco liebt nämlich Trinksprüche und das Trinken überhaupt. Jedes Mal, wenn ein Spieler das Glas erhebt, wird ein Teil der Beute verteilt. Immer an die Abenteurer, die an Dracos Lieblingsseite sitzen, die an der anderen Seite müssen zahlen. Die guten Plätze sind beliebt, deshalb versuchen die Abenteuergestalten dorthin zu gelangen. Dazu werden Intrigen gesponnen, Wechselspiele initiiert und verbale Gewalt angewandt. Doch Achtung, Zok erhält nie etwas und zahlt immer doppelt, Bruder John gibt seinen Beuteanteil weiter, lässt aber für sich bezahlen und Old Sarah kann in die Zukunft sehen.

Für das Kartenspiel bedeutet das, dass jeder Spieler zwei der Abenteurer im Sitzkreis hat, die er nun durch Einsatz von Karten versucht, neben Draco zu platzieren. Steht der Trinkbecher frei in der Tischmitte, kann man diesen an sich nehmen und ein Trinkspruch halten. Dann erhalten die vier an Dracos guter Seite sitzenden Figuren ein bis vier Münzen, die zwei an seiner schlechten müssen ein beziehungsweise zwei Münzen zahlen. Der Trinkbecher bleibt dann eine ganze Spielrunde vor dem Spieler stehen und damit aus dem Spiel. Am Spielende gewinnt der Spieler, dessen Figuren das meiste Geld sammeln konnten.

Die Aktionskarten erlauben durch witzige Vorkommnisse wie Weinmangel, Gerüchte, Würfelspiele, Rauferein, oder überzeugende Argumente Platzwechsel zum Gunsten oder Ungunsten einiger der Figuren. Ab und an schmeißt Draco auch im wahrsten Sinne des Wortes mit Geld um sich oder wechselt einfach die Seite seiner Gunst (dann sind die Figuren auf der guten Seite plötzlich auf der schlechten und umgekehrt). Dieses lustige Verwirr- und Platzierungsspiel ist durch witzig formulierte Spielkarten und die wunderschöne Grafik ein herrliches und lockeres Spiel für Zwischendurch. Während man beim ersten Spiel noch über die Karten und die daraus resultierenden Aktionen lachen kann, werden nimmt bei weiteren Spielen in gleicher oder ähnlicher Besetzung die Taktik zu. dadurch verliert das Spiel an Lockerheit und Witz. Man ist gut beraten, das Spiel nicht zu ernst zu nehmen, um den Spielspaß in vollen Bechern, äh Zügen genießen zu können. Abgesehen von dieser Gefahr ist Der König der Diebe in Sachen Grafik und Mechanismus ein überragendes Kurzspiel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
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