Desperados

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Desperados von Reich der Spiele

Desperados ist ein reines Kartenspiel: 20 Beute- (je fünfmal Werte zwei bis fünf) und 80 Desperadokarten (zehn verschieden in vier Farben je zweimal) bilden das Spielmaterial. Doch trotz dieser überschaubaren Kartenzahl zeigt sich, dass es nicht zu den einfachen seiner Gattung gehört. Und das obwohl die Regeln gar nicht mal so lang sind, die Zusammenstellung lässt es zunächst überraschend sperrig wirken.

Die Beutekarten werden zu Spielbeginn in fünf Stapel aufgeteilt, sodass die Punktwerte nach unten hin zunehmen. Dann beginnt das Spiel: Wer an der Reihe ist, zieht zwei Karten und spielt aus seinen Handkarten eine aus. Jede Karte wird an einen Beutestapel angelegt, falls mehrere zu einer Beute kommen, müssen diese die gleiche Farbe haben, aber unterschiedliche Personen zeigen. Diese Aktionen nennt man den Alltag.

Der Alltag wird durch einen Überfall unterbrochen, sobald an einem Beutestapel so viele Karten liegen, wie der Punktwert der Beute angibt. Bei der ersten Karte sind das zwei und es steigert sich später auf bis zu fünf Punkten.Wenn es dann zu einem Überfall kommt, darf jeder Spieler eine Desperadobande aus seinen Handkarten zusammenstellen, die an dem Überfall teilnimmt. Allerdings darf diese Bande nur Ganoven beinhalten, die an dem betreffenden Beutestapel anliegen oder in einem Steckbrief vorkommen. Außerdem müssen sie alle die gleiche Farbe haben oder aus lauter gleichen Personen bestehen.

Wenn sich alle, die an dem Überfall teilnehmen wollen, für ihre Karten entschieden haben, werden diese aufgedeckt und der Wert jeder Bande ermittelt. Jeder Bandit, der an der Beutekarte anliegt, bringt Punkte – je eher er gelegt wurde, desto mehr; und für jede gleichen Desperado im Steckbrief gibt es auch welche. Die Bande mit dem höchsten Wert erhält die Beutekarte und legt ihre Desperados in den Steckbrief. Alle anderen Karten (auch die an dem Beutestapel) kommen auf den Ablagestapel; die Spieler gehen leer aus.

Das Spiel endet, wenn ein Beutestapel leer ist. Dann zählt jeder Spieler die Punkte seiner Beutekarten, es gibt noch ein paar Boni für gleiche Beutesorten und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

So schwierig hört sich das gar nicht an, aber im Spiel merkt man, wie die Probleme in den vielen Details stecken, die man zu beachten hat: Was soll zu den Ortsstapeln gelegt werden? Wann kommt es zum Überfall? Was darf als Bande gespielt werden? Wie viele Punkte hat die Bande? Ist es überhaupt sinnvoll, an dem Überfall teilzunehmen? Ist ein anderer nicht stärker und die eigenen Karten gehen nur unnütz verloren?

Regeltechnische Fragen sind noch lange nicht geklärt, da mischen sich schon taktische ins Spiel. Frust ist die Folge. So sind für Desperados dringend ein paar Proberunden, wenn nicht ein ganzes Spiel – vielleicht sogar mit offenen Karten - zu empfehlen.Und es wäre sehr schade, wenn man diese „Einspielzeit“ nicht investieren würde. Denn das Spiel enthält eine ganze Reihe netter Mechanismen und ist alles andere als belanglos. Wer sich eingespielt hat, kann mit Spielspaß über viele Partien rechen. Nur vergeht bis dahin leider etwas Zeit ...

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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