Dia de los muertos

Der Tag der Toten

eine Spielerezension von Anita Borchers - 31.01.2008
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Dia de los muertos von Reich der Spiele

Einmal im Jahr hält die Skelette, die sich auf mexikanischen Friedhöfe zur letzten Ruhe gebettet haben, nichts mehr in ihren Gräbern. Sie wollen den Día de los muertos – Tag der Toten feiern und dabei ordentlich Spaß haben. Kräftig heraus geputzt klettern sie aus der Gruft und dann geht es auf dem schnellsten Weg zur Party. Diese verspricht Musik, Tanz und gutes Essen.

Alle Skelette, und somit Mitspieler, verfolgen das gleiche Ziel: Möglichst viel Attraktionen mitnehmen und nachdem das letzte Licht erloschen ist, schnell wieder den Weg zurück in die Gruft antreten. Denn je früher ein Skelett wieder in seinem Grab liegt, desto mehr Siegpunkte beschert es seinem Spieler. Auch für kräftiges Feiern gibt es Siegpunkte. Eine echte Herausforderung also!

Da sind alle Mittel erlaubt. Die Skelette gehen nicht besonders zimperlich mit einander um. Jeder möchte schließlich der Erste am Buffet oder auf der Tanzfläche sein. Es wird geschubst, geprügelt und getreten. Plötzliche Hecht- und Bocksprünge werden vollführt. Unvorhergesehen wird man mit Torten, Töpfen oder gar Schädeln beworfen oder ein besonders dreister Gegner zerrt an den Gebeinen. Frei nach dem Motto „Schwund ist überall“ bleibt ein Arm oder ein Bein garantiert auf der Strecke. Aber nicht nur die anderen Skelette trachten einem nach den Gliedmaßen. Ein süßer kleiner Hund steht total auf die laufenden Knochen und klaut gerne mal einen Arm oder ein Bein und verbuddelt das Ganze.

Die eben genannten Handlungen vollziehen die Spieler mit Hilfe von Karten. Jede Karte erlaubt es dem Skelett, sich zu bewegen oder eine Aktion auszuführen. Der Spieler entscheidet sich während seines Zuges, welche Möglichkeit er nutzen möchte beziehungsweise nutzen kann. Wählt er die Bewegung, darf er sich ein bis drei Schritte vorwärts bewegen. Das ist jedoch abhängig davon, ob seine Körperteile ihn überhaupt noch so weit tragen. Ein „gesundes“ Skelett kann maximal drei Schritte laufen. Fehlt ein Bein, kein Problem! Durch Hüpfen kann man sich immer noch prima zwei Felder vorwärts bewegen. Fehlen beide Beine? Sieht zwar dämlich aus, aber mit Hilfe der Arme kann man immerhin noch vorwärts robben. Die Anzahl der noch verbleibenden Arme entscheidet über die Anzahl der Felder. Auch keine Arme mehr vorhanden? Dumm gelaufen! Da bleibt nur das Hoffen darauf, eine der raren Karten zu ergattern, die es einem ermöglichen, seine Knochen zu flicken und sich somit ein Körperteil wieder dran zu basteln oder sich einen Zug an ein anderes Skelett zu hängen und sich so wenigstens einige Felder tragen zu lassen. Besser ist natürlich, sich rechtzeitig um entsprechenden Ersatz zu kümmern. Wofür gibt’s denn Mitspieler? Als echter Geheimtipp unter den Skeletten gilt übrigens das Ausbuddeln von Körperteilen, die der Hund verscharrt hat.

Ja, es gibt auch die Möglichkeit, Angriffen auszuweichen, aber bei Día de los muertos handelt es sich nun einmal um ein fieses und gemeines Spiel, so sind diese Karten höchst selten. Nur die Bewegung nutzen, weil man nicht sooo link sein möchte? Nette Idee! Funktioniert aber nicht, da man nur mit Aktionen Karten nachziehen darf. Also noch einmal ganz deutlich: Día de los muertos ist ein herrlich bösartiges Spiel – makaber, aber lustig! Wer ein friedliches Miteinander vorzieht, sollte dieses Spiel nicht spielen. Fiese Charaktere dagegen kommen voll auf ihre Kosten.

Día de los muertos präsentiert sich mit ansprechenden Grafiken auf Karten und Spielplan. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass sogar auf dem Spielplan ein großer Totenkopf abbildet ist. Die Anzeige der Zugreihenfolge und die Anzeige des Arm- und Beinbestandes ist mit Hilfe von Karten sehr bemerkenswert gelöst.

Für einen schnelleren Überblick und eine bessere Verständlichkeit der Regeln hätte ich mir eine Auflistung sämtlicher Aktionskarten in der Spielanleitung gewünscht, in der neben der Häufigkeit besonders die wesentlichen Merkmale je Karte kurz dargestellt sind.

Das Spiel Día de los muertos basiert übrigens auf dem Kartenspiel Zombie Rally.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
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