Die 3 Gebote

eine Spielerezension von Anita Borchers - 21.02.2009
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Dei 3 Gebote von Reich der Spiele

Wer wollte nicht schon einmal seine eigene Religion definieren und bestimmen, was erlaubt und was verboten ist? Hier bietet sich die Gelegenheit. Die 3 Gebote bilden die Grundpfeiler einer Religion. Die Hohepriesterin bestimmt für ihre Religion Gebote und Tabus. Sie hat ein Interesse daran, einen eifrigen Novizen für sich und ihre Religion zu gewinnen. Für das Einhalten von Gebote vergibt sie gutes Karma. Werden dagegen Tabus gebrochen, bedeutet dies schlechtes Karma. Die Novizen sind bestrebt, nur gutes Karma zu erhalten, und sehr bemüht, die Gebote zu befolgen. Allerdings ist das gar nicht so einfach, denn die Ge- und Verbote sind nur der Hohepriesterin bekannt.

Jeder Spieler schlüpft im Spielverlauf einmal in die Rolle der Hohepriesterin, die Mitspieler verkörpern jeweils die Novizen. Die aktuelle Hohepriesterin zieht verdeckt je zwei Artefakt- und Aktionskarten. Wählt davon drei aus, zwei Gebote und eine verbotene Handlung ihrer Religion. Die drei gewählten Karten werden je in einen Standfuß gestellt und vor der Hohepriesterin, verdeckt für die Novizen, aufgestellt. Die Heilige Grenze, ebenfalls im Standfuß, trennt die beiden Gebote von dem Tabu.

Die Hohepriesterin verteilt Artefakte, je fünf braune, schwarze und weiße Holzklötze, auf den Feldern des Spielplans, dem so genannten heiligen Kreis. Dieser besteht aus Dreiecken, Sechsecken, einer Mitte und dem äußeren Ring. Dann beginnt das Spiel und der erste Novize startet seinen Zug. Er nimmt ein beliebiges Artefakt vom Spielplan und legt es in irgendeinem Feld wieder ab. Ja, das ist auch schon alles, fast alles. Für die Konstellation der Artefakte kann der Novize nun Karma erhalten, wenn er etwas erfüllt hat, was auf den Artefaktkarten der aktuellen Religion beschrieben ist. Zum Beispiel "Wenn ein weißes Artefakt bewegt wird" oder "Wenn das Zielfeld ein Dreieck ist." Viel spannender ist allerdings, was der Novize zwischen dem Aufnehmen und Ablegen des Artefaktes macht. So wird zum Beispiel in einigen Religionen Tanzen mit Karma belohnt oder Lächeln ist ein Tabu. Aber was ist nun richtig und was ist falsch? Was ist erwünscht und was ist verboten? Da die 3 Gebote den Novizen nicht bekannt sind gilt es zu probieren und zu beobachten.

Hat ein Novize etwas getan, wofür es Karma gibt, markiert die Hohepriesterin die betroffenen Aktions- beziehungsweise Artefaktkarten und verkündet, wie viel Karma in Summe der Novize erhält. Die Zahl auf der Karte gibt an, wie viel Karma vergeben wird. Bei einem Fragezeichen ist die Anzahl der Karmapunkte abhängig von der Konstellation im Heiligen Kreis. Zum Beispiel alle Felder, in denen mindestens ein braunes Artefakt steht. Wurde kein oder schlechtes Karma vergeben? Nicht so schlimm. Denn je nach Spieleranzahl erhält jeder Novize zwei bis vier Züge, also zwei- bis viermal die Möglichkeit, Karma zu bekommen. Auch die Hohepriesterin hat ein Interesse daran, dass ein Novize viel Karma erhält, da sie am Ende ihrer Amtszeit das gleiche Karma wie ihr erfolgreichster Schüler gutgeschrieben bekommt. 

Die Novizen beobachten einander bei den Aktionen genau, um herauszufinden, für welche Aktionen es gutes oder schlechtes Karma gibt. Nur so werden sie die Gebote und Verbote der aktuellen Religion erfahren und in ihrem nächsten eigenen Zug möglichst alles richtig machen und Karma abstauben. Da sieht man schon komische Sachen, die die Novizen mit den Artefakten anstellen, um die Gunst der Hohepriesterin zu erlangen. Je kreativer die Mitspieler sind, um so lustiger ist es für alle Beteiligten.

Wurde übrigens viermal hintereinander kein oder schlechtes Karma vergeben, ist die Hohepriesterin entmachtet, da sie offensichtlich niemanden von ihrer Religion überzeugen konnte. Alle Novizen bekommen 20 Karma gutgeschrieben, die Hohepriesterin dagegen geht leer aus, gibt ihr Amt ab und der nächste Hobbypriester ist an der Reihe. Wenn jeder einmal die Hohepriesterin verkörpert hat, endet das Spiel. Es gewinnt der Spieler mit dem meisten Karma. 

Die 3 Gebote wird alle Spieler überzeugen, die nicht nur spielen, um zu gewinnen. Wer kreativ an die Sache herangeht und über eine gute Beobachtungsgabe verfügt, wird unterhaltsame Spielrunden erleben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spielerzahl: 
3 - 7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
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