Die Fürsten von Catan

eine Spielerezension von Axel Bungart - 12.03.2011
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Die Fürsten von Catan von Reich der Spiele

14 Jahre nach Erscheinen des Originals, Die Siedler von Catan – Das Kartenspiel für 2 Spieler, erscheint eine überarbeitete Neuauflage, die „einige wichtige Änderungen“ enthalten soll. Ich setze voraus, dass die Regeln des Kartenspiels bekannt sind, daher beschränke ich mich auf die Unterschiede zur Version von 1996.

Gemeint ist mit den Änderungen sicher nicht die aufgehübschte Grafik, welche zwar irgendwie technisch moderner, aber nicht zwingend schöner aussieht. Und auch nur auf den ersten Blick geht es um ein paar Regeldetails, die sich auf den Spielverlauf auswirken.

Die größten Unterschiede gibt es wohl in der Basisversion. Spielt man ohne Erweiterungen, darf man zu Beginn der Partie lediglich drei Karten von einem der Ausbaustapel ziehen, anstatt sie sich auszusuchen. Eine Partie in der Grundversion endet, sobald ein Spieler mindestens sieben Siegpunkte erzielt hat (vorher 12!). Außerdem enthält das Basisspiel keinerlei Stadtausbauten. Punkte werden lediglich durch Siedlungen und den Besitz des Helden- und des Handelssteins erzielt.

Die Symbole auf dem Ereigniswürfel und auch die Möglichkeiten, durch Handels-, Stärke- und – jetzt neu – Geschicklichkeitspunkte zusätzliche Rohstoffe zu erhalten, sind anders organisiert. Die Auswirkungen auf den Spielverlauf haben sich damit nur marginal verändert.

Neuerdings ist es möglich, in jedem Zug eine nicht benötigte Karte umzutauschen, was man vorher nur durfte, wenn man in seinem Spielzug keine Karte ausgelegt hatte. Auch beim Ausspielen von Aktionskarten, gibt es keine Beschränkung mehr. Gibt es einen Raubüberfall (Ereigniswürfel: Keule), verliert man Wolle und Gold anstatt Erz und Wolle. Das ist etwas barmherziger als früher, da Gold sowieso nur Tauschware ist und Erz beim Städtebau benötigt wird.

Auffällig: Die Ereignisse wurden deutlich entschärft. Konnten einem früher u. a. Feuerteufel, Schwarzer Ritter aber auch die besonders unbeliebte Seuche die Laune ordentlich verhageln, finden sich heute im Basisspiel gerade noch zwei Karten mit aggressiveren Aktionen.

Die vielen kleinen Regeländerungen bemerkt man zwar, aber die entscheidende Modifikation von Die Fürsten von Catan liegt im grundlegend neuen Konzept der Auflage von 2010: Das Spiel in der Basisversion wurde auf ein Minimum reduziert. Während früher auch ein Spiel ohne Erweiterungen dauerhaft unterhaltsam und abwechslungsreich verlaufen konnte, findet nun eine klare Trennung zwischen Basisspiel und dem Spiel mit Erweiterungen statt. Der Schwerpunkt liegt dabei deutlich auf dem Spiel mit einer Erweiterung, denn ohne diese fehlt es ihm an Würze. Damit hat man erreicht, dass den Erweiterungen eine größere Bedeutung zukommt, denn früher konnte man eine Partie mit Erweiterung selbst dann gewinnen, wenn man keine einzige Erweiterungskarte verwendet hatte.

Ergänzt man das Spiel um eine der drei im Set enthaltenen Erweiterungen, befindet man sich eigentlich erst knapp über dem Level des alten Grundspiels. Nun müssen mindestens zwölf Siegpunkte erzielt werden, um zu gewinnen, und Stadtausbauten sind möglich. Mit der Erweiterung „Zeit des Fortschritts“ droht dann auch wieder vermehrt Ungemach gerade was die Seuche angeht, doch insgesamt spielt es sich friedlicher als früher.

Am Spielgefühl insgesamt hat sich trotzdem (oder deswegen?) kaum etwas geändert. Die engere Einbindung der Erweiterungen ist sinnvoll. Nur das Basisspiel bleibt dabei auf der Strecke, weil es an Varianz und Spannung verliert. Im Allgemeinen spielt sich eine Partie aufgrund der weniger aggressiven Ereigniskarten jetzt entspannter, was aber je nach verwendeter Erweiterung unterschiedlich sein kann. Für zwei Spieler ist Die Fürsten von Catan genau so eine Empfehlung wert, wie sein Vorgänger. Nachdem zwischenzeitlich bereits eine zusätzliche Erweiterung erhältlich ist ("Finstere Zeiten"), ist es sicher nur eine Frage der Zeit, wann weitere folgen. Mit Langeweile ist also nicht zu rechnen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
75
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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