Die Goldene Stadt

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 16.09.2009
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Die Goldene Stadt von Kosmos

Irgendwo in den Weiten des Ozeans gibt es eine geheimnisvolle Insel. In ihrem Inneren liegt im Schnittpunkt von Wüste, Gebirge, Wald und Wiese die sagenumwobene Goldene Stadt. Zwei Stadtringe umgeben eine Quelle, welche vier Flüsse speist, die ins Meer münden. Diese Flüsse teilen sowohl die Stadt, als auch die Insel in jeweils vier gleichgroße Viertel auf. Denjenigen unter den Abenteurern und Händlern, die den weiten und gefahrvollen Weg auf diese Insel nicht gescheut haben, winkt reicher Lohn. Sie können hier Handelshäuser errichten und hoffen, ihr Glück zu machen.

Drei bis vier Spieler schlüpfen in die Rolle eben dieser Händler und Abenteurer und versuchen, sich den Weg von den Anlegestellen der Schiffe ins Innere der Insel und anschließend weiter ins Herz der Goldenen Stadt zu bahnen. Auf ihrem Weg müssen sie Handelshäuser errichten um Waren einzutauschen, Geld zu erhandeln oder gar einen Schlüssel für die Tore der Goldenen Stadt zu erhalten.

Zu Beginn des Spieles erhält jeder der Mitspieler 16 - 18 Handelshäuser in seiner Spielfarbe, eine Küstenkarte und eine zufällige weitere Landschaftskarte sowie drei Geldmünzen als Startkapital. Die Spieler müssen nun den gewinnträchtigsten und noch dazu schnellsten Weg über die Insel, hin zum Inneren der goldenen Stadt finden. Dazu können sie das gut ausgebaute Wegenetz der Insel benutzen. Allerdings muss an jedem Kreuzungspunkt ihres Weges eine Handelsniederlassung errichten werden. Als Lohn dafür gibt es bestimmte Boni. Diese können sein: Münzen, Landschaftskarten, Schlüsselkarten für die golden Stadt, Warenkarten, Handelsbriefe oder Bonuskarten. Die Boni sind explizit für jede Wegkreuzung festgelegt und auf dem Spielplan verzeichnet.

Es werden maximal 16 Runden gespielt, denn das Spiel endet, wenn entweder alle Wertungskarten ausgespielt wurden oder ein Spieler alle seine Handelshäuser auf dem Spielbrett platzieren konnte. Wer am Ende des Spieles die meisten Handelsbriefe vorweisen kann, gewinnt.

Vor jeder Spielrunde wird vom verdeckten Nachziehstapel eine Wertungskarte aufgedeckt. Hier wird am Ende der Runde immer der Besitz von Handelswaren, sowie von Handelshäusern in bestimmten Regionen der Insel nachgefragt. Nun werden paarweise sechs beziehungsweise acht Landschaftskarten vom verdeckten Nachziehstapel aufgedeckt und versteigert. Reihum markieren die Spieler das Kartenpärchen, das sie für sich beanspruchen. Bieter können durch den Einsatz von Geld, mehrmaliges Vertreiben vom selben Kartenpärchen steigert den notwendigen Einsatz, von den ausgewählten Karten vertrieben werden und dürfen erenut bieten, wenn sie wieder an der Reihe sind. Diese Versteigerungsphase dauert solange, bis alle Kartenpärchen besetzt und vergeben sind.

Nun können die Spieler nacheinander mit Hilfe dieser und schon vorrätiger Landschaftskarten Handelshäuser bauen. Dazu benötigt der Spieler immer zwei gleiche Landschaftsteile und zwar von der Landschaftsart, auf welcher das Handelshaus gebaut werden soll. Für den Bau im inneren Ring der Goldenen Stadt muss zusätzlich sogar eine Schlüsselkarte abgegeben werden. Aber Achtung, die Spieler können Ihre Wege in alle beliebigen Richtungen fortsetzen, müssen allerdings an der nächsten Kreuzung wieder eine Handelsniederlassung errichten können. Nun kann es sein, dass dort bereits ein Konkurrent eine Niederlassung errichtet hat. Da dieser Weg nun in eine Sackgasse führen würde, darf er nicht benutzt werden. Somit ist es also durchaus möglich und von dem Autor beabsichtigt, dass Mitkonkurrenten von bestimmten Bereichen der Insel abgeschnitten werden können. Sind alle Handelshäuser gebaut und die entsprechenden Boni vergeben beziehungsweise ausgesucht, kommt es zur Wertung anhand der aufgedeckten Wertungskarte. Für den einfachen Besitz und auch für die Mehrheit an den entsprechenden Waren und Häusern werden nun Handelbriefe vergeben. Danach wechselt der Startspieler und eine neue Runde beginnt. Werden von den ersten Spieler in den einzelnen Stadtvierteln der Goldenen Stadt Handelshäuser errichtet, erhalten diese zusätzliche Boni.

Die Goldene Stadt ist ein, sowohl materialtechnisch, als auch grafisch sehr schön ausgestattetes Spiel. Die Spielregel ist ausreichend illustriert, recht gut kommunizierbar und schnell verinnerlicht. Die unterschiedlichen Spielmechanismen wie zum Beispiel die Versteigerung oder die taktische Berücksichtigung der aufgedeckten Wertungskarte, passen sehr gut zueinander. Hier müssen ständig unterschiedliche Möglichkeiten überprüft werden, wie man am schnellsten an möglichst viele Handelskarten kommt.

Alles in allem ist Die Goldene Stadt ein überaus solides, kurzweiliges und sehr empfehlenswertes Spiel für Familien und auch Gelegenheitsspieler. Innovationen sucht man zwar vergebens, aber es unterhält abwechslungsreich, ohne größeren Glücksfaktor und mit niedriger Regeleinstiegshürde.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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