Die Schlösser des König Ludwig

eine Spielerezension von Tobias Brouwer - 08.03.2016
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Die Schlösser des König Ludwig - Foto von bezier games/Huch! & Friends

Es war einmal ein König, der liebte wertvolle Schlösser und Burgen. Da diese so prachtvoll und wunderschön anzusehen waren, nannten ihn alle nur den Märchenkönig. Bald gelüstete ihm nach einem neuen Schloss, und so beauftragte er bis zu vier mutige Bauherren, um ihm ein neues Anwesen zu bauen. Jedem von ihnen wurde ein Geldbetrag sowie eine Eingangshalle mit drei Türen zur Verfügung gestellt. Zudem äußerte der König genauso viele Wünsche, wie er Bauherren aussandte. Mal wollte er besonders viele Wohnzimmer haben, mal viele runde Räume, mal gefiel es ihm, wenn der Bauherr am Ende mit reichlich Geld gesegnet war. Im Geheimen teilte er seinen Bauherren zudem noch ganz besondere Wünsche mit, die nur für ihr Schloss gelten sollten. Und so machten sich die Bauherren an die Arbeit.

Spielverlauf von Die Schlösser des König Ludwig

Jeder von ihnen wurde abwechselnd zum Baumeister bestimmt, der die Preise für den Anbau einiger Räume bestimmen musste. Einige Räume blieben dabei immer für die nächste Runde übrig, für diese konnte der nachfolgende Baumeister dann einen neuen Preis bestimmen. Dieses hat die Bauzeit der Schlösser mitunter lange verzögert, denn schließlich haben die Baumeister dabei nicht nur ihr eigenes Schloss beachtet, sondern mussten genauso überlegen, was den anderen Schlossbauern momentan am meisten nütze – schließlich wollte keiner von ihnen dem anderen einen Vorteil verschaffen. Hinzu kam, dass der aktuelle Baumeister die Kosten für den Bau der Räume von den anderen Architekten bekommen hat, er selbst die Kosten aber direkt an die königliche Kasse entrichten musste.

Der Räume gab es reichlich, mal waren es Schlafgemächer, mal Pokalzimmer, mal prachtvolle Gärten von zauberhaftem Pflanzenwuchs. Manche waren klein und quadratisch, manche riesenhaft und sechseckig, wieder andere verwinkelt und einige sogar kreisrund. Die Bauherren staunten über diese Auswahl und wurden schon beim Kauf reichlich mit Punkten belohnt. Doch die Räume waren verzaubert und boten noch andere, wundersame Vorteile. So ist die Veranda besonders hübsch, wenn sie an einen Schlafraum angrenzt, während das Vestibül mit zahlreichen Pokalzimmern verbunden sein sollte. Gelang es einem Bauherren zudem, alle Türe eines Raumes mit anderen Räumen zu verbinden, erlangte er hierfür eine besondere Belohnung, wie einen stattlichen Geldbetrag, manchmal durfte er gleich einen neuen Raum bauen.

Wie gut ist Die Schlösser des König Ludwig?

So entstanden die wundersamsten, seltsam geformten Schlösser, die wahrlich erstaunlich anzusehen waren. Die Bauherren mussten dabei immer wieder neu planen, um die verschiedenen Herausforderungen jeder Runde zu meistern und so das schönste Schloss zu bauen. War ein Raum wirklich das wert, was der Baumeister dafür haben wollte, oder sollte er lieber auf einen Bau verzichten, um zusätzliches Geld zu bekommen? Oder sollte der Baumeister einem dringend benötigten Raum einen hohen Preis zuordnen, damit die anderen ihm diesen nicht wegnahmen, obwohl er dann selbst tief in die Tasche greifen muss? Kann er seine persönlichen Ziele vor den anderen verbergen und gleichzeitig die Wünsche des Königs erfüllen? Wegen dieser vielen Denkaufgaben machte den Bauherren die Herausforderung immer wieder viel Spaß, egal ob nun zwei oder vier Schlösser errichtet wurden. Nur ein einsamer Bauherr hatte nicht allzu viel Spaß an der Aufgabe, da er zu sehr dem Schicksal ausgeliefert war und weniger Entscheidungen zu treffen hatte.

Jedes mal, wenn die Bauherren ein neues Schloss für den Märchenkönig bauen sollten, planten sie mit viel Freude und Leidenschaft die neuen Räume. Dabei hatten sie viele Freiheiten und mussten nicht allzu viele Regeln beachten. Manchmal wurde es am Ende zwar etwas unübersichtlich, wer die Wünsche des Königs am Besten erfüllt hatte, und auch die Dauer des Schlossbaus war manchmal etwas zu lang. Aber da man sich immer wieder auf andere Wünsche einstellen musste, war der Bau sehr herausfordernd und bereitete den Bauherren immer wieder viel Frohsinn. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bauen sie noch heute.

Wertung: 
Bewertung gut

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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