Die verbotene Insel

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 15.06.2011
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Die verbotene Insel von Reich der Spiele

Kooperative Spiele sind im Vergleich zu „normalen“ Brettspielen wenig verbreitet. In den letzten Jahren landeten jedoch etliche, zum Teil auch sehr gute und anspruchsvolle Spiele dieses Genres auf den Tischen der Spielergemeinschaft, so z.B. Schatten über Camelot oder das viel gelobte Pandemie. Für Kinder und Familien wird es in diesem Zusammenhang schon deutlich schwieriger ein passendes Spiel neben Wer war´s? zu finden. Genau auf diese Zielgruppe ist nunmehr Die verbotene Insel ausgerichtet.

Die Spieler schlüpfen dabei in die Rollen von Abenteurern und wollen gemeinsam auf einer im Meer untergehenden Insel vier wertvolle Artefakte bergen. Allerdings ist dies nicht nur ein Kampf gegen die Zeit, auch das Schicksal kann manch perfekte Planung schnell über den Haufen werfen.

Zu Beginn wählen die Spieler bei Die verbotene Insel jeweils ihr Alter Ego aus den sechs zur Verfügung stehenden Abenteurern aus. Taucher, Pilotin, Bote, Forscher, Navigatorin und Ingenieur verfügen dabei über unterschiedlichste Eigenschaften. Aus den 24 Inselplättchen wird nach einem vorgegebenen Raster die Insel zusammengefügt, wobei die Felder in zufälliger Reihenfolge gezogen werden. Sechs der Inselfelder sind dabei schon zu Beginn des Spiels überflutet. Dazu werden die Inselplättchen einfach umgedreht, denn die Grafik auf der Rückseite zeigt einen identischen, aber unter Wasser liegenden Inselteil.

In ihren Zügen können die Abenteurer jeweils vier mögliche Aktionen ausführen: Ein trockenes oder überflutetes Plättchen weit laufen, ein Inselfeld trocken legen, auf demselben Feld stehenden Mitspielern Artefaktkarten übergeben oder auf den Artefakt-Inselfeldern vier ersammelte, identische Artefaktkarten gegen das entsprechende Artefakt eintauschen.

Drei dieser Artefaktkarten bekommen die Spieler bei Die verbotene Insel jeweils am Anfang des Spiels, nach ihrem Zug ziehen sie zwei weitere nach. Außerdem können die Abenteurer natürlich auch während des Zuges ihre Spezialfertigkeit einsetzen. So kann zum Beispiel die Pilotin einmal beliebig weit „fliegen“, der Taucher untergegangene Bereiche passieren oder der Forscher auch diagonal laufen.

Nach dem Zug eines Spielers werden dem Flutpegel entsprechend viele Inselplättchen überflutet. Sind das am Anfang gerade mal zwei Felder, können es zum Schluss bis zu fünf Felder werden. Welche Inselfelder durch die Flut betroffen sind, bestimmen die verdeckt gezogenen Inselkarten. Trockene Inselfelder werden überflutet und auf die Rückseite gedreht, bereits überflutete Felder gehen bei erneuter Flutung unter. Das entsprechende Plättchen wird dann entfernt und eine Lücke in der Insel bleibt zurück. Dadurch können ganze Inselbereiche abgetrennt werden oder wichtige Inselfelder verschwinden. Zu den wichtigen Feldern, welche die Spieler bevorzugt vor der Überflutung schützen sollten, zählt neben den Artefaktfeldern auch der Hubschrauberlandeplatz, an dem sich die Gruppe zum Schluss versammeln und gemeinschaftlich von der Insel ausfliegen muss.

Die verbotene Insel ist ein tolles, abwechslungsreiches und sehr atmosphärisches Spiel. Schon nach dem Öffnen der relativ kleinen Schachtel gehen meistens die ersten „Ahhs“ und „Ohhs“ durch die Spielergruppen, ist doch das Material wunderbar stimmig gestaltet und fällt im Vergleich zum tollen Cover der Schachtel keinen Millimeter ab. Sechs bemalte Kunststofffiguren für die Abenteurer, vier schön gestaltete Artefakte aus Kunststoff, 24 beidseitig wunderschön gestaltete Inselplättchen aus denen die Insel aufgebaut wird, die zugehörigen Inselkarten und eine Menge Handkarten lassen kaum Wünsche offen. Die Spielregel von Die verbotene Insel ist schnell verinnerlicht oder erklärt; auch jüngere Kinder ab sechs Jahren können ohne Probleme in das Spiel eingebunden werden und fiebern umso stärker mit dem Wohl und Wehe der Abenteuertruppe mit. Durch die vielseitigen Möglichkeiten der Varianz, andere Inselformen, andere Abenteurer oder gar einen gesteigerten Flut-Startlevel, ist es immer wieder möglich, das Spiel an die eigene Spielstärke anzupassen oder neue Herausforderungen zu erzeugen. Dadurch ist auch die Langzeitmotivation entsprechend hoch.  Die verbotene Insel funktioniert zudem mit jeder Spielerzahl problemlos und ist bis in die letzte Runde hinein hochgradig spannend. Mit Pandemie sollte man es allerdings nicht unbedingt vergleichen, ist dieses doch deutlich stärker auf Vielspieler ausgerichtet. Wer aber ein spannendes kooperatives Spiel für die ganze Familie mit einem ansprechendem Thema und einer niedrigen Einstiegshürde sucht, kann hier beruhigt zugreifen. Für Familienspieler ist Die verbotene Insel ein Pflichtkauf!

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
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