Die Insel

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Die Insel von Reich der Spiele

Die Insel ist nach King Arthur das zweite Spiel in der Reihe "Touch And Play", also mit einer das Spiel steuernden Elektronik. Gegenüber dem Vorgänger erscheint Die Insel technisch ausgereifter, auch wenn die Soundausgabe zwar wesentlich verbessert, aber nach wie vor nicht optimal ist. Das Spiel ist etwas anders konzipiert, wodurch es einerseits entschlackter und leichter wirkt, andererseits aber mehr Spieltiefe ermöglicht. Das Spielprinzip steuert bei Die Insel weniger und erlaubt dadurch dennoch ein anspruchsvolleres Vergnügen, als es bei King Arthur der Fall war.

Aufgabe der Spieler ist es, ihre Figuren über eine verlassene Insel zu bewegen und dabei Informationen und Karten zu sammeln. Diese benötigen sie, um die Wächter zu beschenken und Steintafeln zu bekommen. Steintafeln wiederum sind unbedingt erforderlich, um die Statuen zu erwecken und damit das Spiel überhaupt gewinnen zu können.

Das Spiel entscheidet zufällig, wo sich die verschiedenen Orte, Wächter und Kreaturen befinden. Von den jeweils drei verschiedenen Orten einer Art (Quellen, Türme und ähnliches) liegt je einer am Strand, einer im Dschungel und einer am Vulkan. Dort gibt es jeweils Karten. Je länger kein Spieler mehr dort hingezogen ist, umso mehr. Das große Problem der Spieler ist, dass sie bis zu einem gewissen Grad kooperieren müssen. Im Laufe des Spiels schickt der Gegner seine Kreaturen auf die Insel, denen sich die Spielfiguren bei Begegnungen im Kampf stellen. Sind alle sieben Kreaturen auf der Insel, haben alle Spieler das Spiel verloren. Ist mindestens eine Staue erweckt, wozu in der Regel sieben verschiedenfarbige Steintafeln notwendig sind, geht es um Siegpunkte (die bei erfolgreichen Aktionen als Töne ausgegeben werden und bei einem bestimmten Ort auch als Zwischenstand in Worte gefasst werden) für Aktionen und/oder Kämpfe.

Die vielen Möglichkeiten, Siegpunkte zu erhalten, sind auf einer Übersichtstafel festgehalten, die man aber bei den ersten Spielen nicht nutzen sollte, um die Insel wirklich "erforschen" zu können. Das schöne am Spiel ist nämlich, dass es sich nach und nach von selbst erklärt, wenn man die Spielmaterialien und den Mechanismus des "Touch And Play" kennt. Kann eine geheimnisvolle Insel besser erkundet werden, als nur mit den notwendigsten Regeln ausgestattet zu sein? Zur Not hilft aber auch das Einführungsspiel.

Reiner Knizia ist es mit Die Insel gelungen, den Mechanismus auf das Wesentliche zu beschränken und damit das Spiel interessant zu gestalten. Auch wenn sich naturgemäß viele Situationen (und damit leider auch Sprachausgaben) wiederholen, sind ohne vorherige Lektüre der in der Spielanleitung beschriebenen Hilfen auch nach mehreren Partien immer noch einige Geheimnisse zu entdecken.

Alles in allem ist Die Insel eine konsequente und erfreuliche Weiterentwicklung des Prinzips, das bereits das ansehnliche, aber umstrittene King Arthur ermöglicht hat. Für die grobe Zielgruppe der Familien ein faszinierendes und durchaus forderndes Spiel, aber auch so mancher "Freak" sollte sich das Werk ansehen, obwohl für erfahrene Spieler der Reiz sicher nach einigen Partien deutlich abnimmt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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