Die unfasslichen Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen

ein spielerischer Artikel von Tanja Weber - 31.08.2003

Freiherr von Münchhausen oder - wie ihn der Pöbel auch recht unschmeichelhaft nennt - Der Lügenbaron, ist eine Persönlichkeit, die wohl jeder kennt. Was für ein Spiel mag auf diesen noblen Edelmann zurückgehen? Diese Frage lässt sich schnell beantworten, ein Erzählspiel. Was könnte es auch anderes sein, hat uns doch Freiherr von Münchhausen zahlreiche seiner Abenteuer zu unserem Vergnügen berichtet.

Nun benötigt man für dieses Spiel? Vor allem eine größere noble Gesellschaft, je mehr desto besser und interessanter kann sich das Spiel entwickeln. Des weiteren sollte man sich vielleicht in einer guten Taverne vor dem Kamin oder in ähnlichen Räumlichkeiten befinden, in der Hand ein gutes Glas Rotwein (andere Getränke sind natürlich auch in Ordnung, das Spiel möchte zwar die Zunge ein wenig lockern, aber nicht zum Trinken animieren), das die Kehle feucht hält. Natürlich ist jeder der anwesenden Edlen dazu verpflichtet einige seiner Abenteuer zum Besten zu geben, Unterbrechungen durch Fragen sind dabei erwünscht, auch falls jemand die Glaubwürdigkeit der Geschichte in Frage stellt. Durch ein ausgeklügeltes System (dazu werden einige Münzen benötigt) wird nach jeder Runde abgestimmt, welche Geschichte besonders abenteuerlich war. Nun hat der Edelmann, der gewonnen hat, natürlich das Vergnügen, seinen Sieg mit der Gesellschaft zu feiern - und es ist an ihm, für eine neue Runde zu sorgen. Schließlich ist er ein Edelmann und es würde ihm schlecht anstehen, seinen Sieg alleine zu feiern oder dabei einen unrühmlichen Geiz zu zeigen.

Im Grunde braucht man nicht viel mehr Worte über dieses Spiel zu verlieren, es ist dazu gedacht, interessante Geschichten teilweise mit regelrechten Wortduellen zu erzählen und einen lustigen Abend zu haben. Jeder Teilnehmer erstellt sich hierfür einen Charakter, in dessen Form er sich an diesem Geschichtenduell beteiligt. Keine Angst, es handelt sich nicht wirklich um ein Rollenspiel. Es reicht Name, Alter und einige wenige Eckdaten festzulegen. Für das Spiel ist es einfach schöner sich als Baron von Grünstein auszugeben. Der Rest hängt von den erzählerischen (man könnte auch sagen aufschneiderischen) Talenten der Spieler ab. Einige Ausgangssituationen für Abenteuer sind durchaus schon vorgegeben und können in dem Buch nachgelesen werden. Die Tatsache, dass das sprachliche Geschick spielentscheidend ist (etwas was normalerweise in der Gesellschaft etwas kurz kommt), macht das Spiel fast schon wieder pädagogisch wertvoll.

"Werter Freiherr, erzählt uns, wie Ihr die Schwerter der Französischen Armee zu Pflugscharen gemacht habt, ohne dass die Soldaten, die sie trugen, es gemerkt haben ..." und anschließend "werter Freiherr, erzählt uns, wie ein Schwarm Schwäne euch dabei half, den entführten Prinzen von Persien zu retten ..."

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