Dominion Seaside

1. Erweiterung

eine Spielerezension von Silke Groth - 05.03.2010
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Dominion: Seaside von Reich der Spiele

Mit Dominion Seaside erhält Dominon seine erste "richtige" Erweiterung, das heißt ohne das Grundspiel oder Dominion Intrige läuft, aufgrund fehlender Geld-, Punkt- und Fluchkarten, gar nichts. Damit der Karton aber gut gefüllt bleibt, liegen dem Spiel neben den 26 neuen Königreichskarten, Papptableaus (Insel, Piratenschiff und Eingeborenendorf, die nebeneinander gelegt ein hübsches Südseepanorama bilden), sowie metallene Münzen und Embargomarker bei.

Der Spielablauf ist auch im Seefahrer-Setting natürlich derselbe geblieben. Dafür gibt es aber einige neuartige Karten, die neben den schon in den Vorgängern gebräuchlichen Variationen für zusätzliche Karten, Aktionen, Käufe und virtuelles Geld, neue Wege der Geldakquise und des Kartenmanagements, auch frische Elemente wie die drei Tableaus  und den neuen orangefarbenen Kartentyp ins Spiel bringen.

Acht der 26 Karten sind sogenannte Dauer-Karten. Diese haben neben ihrer normalen Aktion, noch eine weitere, die aber erst zu Beginn der nächsten Runde greift. Das heißt im Umkehrschluss, dass Dauer-Karten erst in der Aufräumphase des folgenden Zuges abgelegt werden. Trotz nur einmaligen Ausspielens können sie ihre Wirkung doppelt entfalten, und so in der darauffolgenden Runde beispielsweise den Grundstock an Karten, Geld oder Aktionen erhöhen oder besondere Aktionen erlauben, was das Spiel etwas planbarer macht.

Das Piratenschiff bringt das gleichnamige Tableau ins Spiel. Einmal ausgespielt müssen die Mitspieler ihre obersten beiden Karten ihres Nachziehstapels aufdecken. Sind Geldkarten darunter, darf der Pirat maximal eine von jedem Spieler entsorgen und erhält dafür einen Geldmarker, den er auf sein Piratenschiff-Tableau legt. Bei jedem weiteren Ausspielen des Schiffes, hat der Spieler die Wahl entweder wie gehabt seine Mitspieler zu plündern oder er benutzt die bislang erbeuteten Geldmarker als zusätzliche Geldspritze in dieser Runde.

Die Insel erlaubt es, diese Karte zusammen mit einer weiteren auf dem Inseltableau abzulegen, wo sie bis zum Spielende bleiben. Besonders sinnvoll ist dies im Zusammenspiel mit anderen Punktekarten, insbesondere Anwesen, die dann nicht unbedingt entsorgt werden müssen, um das eigene Deck zu entschlacken und so trotzdem ihre Punkte bringen können. Auch auf dem Eingeborenendorf werden Karten abgelegt. Diese Karte bringt neben zweier Aktionen zusätzlich die Möglichkeit, eine verdeckte Karte vom Nachziehstapel auf das entsprechende Tableau zu legen oder alle dort liegenden Karten auf die Hand zu nehmen.

Die letzte Neuerung ist das Embargo, bei denen die metallenen Embargo-Marker Anwendung finden. Bei jedem gespielten Embargo darf ein Marker auf einen beliebigen Stapel im Vorrat gelegt werden. Kauft ein Spieler von genau diesem Stapel, bekommt er zusätzlich einen unangenehmen Bonus obendrauf, nämlich genau einen Fluch pro Marker.

Die zusätzlichen Karten und Mechanismen fügen sich nahtlos in das bisherige Dominion-Universum ein. Dank guter thematischer Einbettung mit Piraten, Inseln und Schatzkarten und den wieder sehr schön gestalteten Karten, kommt sogar so etwas wie eine Südsee- und Seefahreratmosphäre auf. Die Neuerungen bringen weitere Variabilität, sowohl in der Quantität, als Grundstock für die Auswahl der zehn Königreichskarten, ermöglichen aber auch neue Siegstrategien. Es macht einfach Spaß, die neuen Möglichkeiten und die Wechselwirkungen der Karten auf der Jagd nach dem perfekten Deck auszuloten. Wie schon bei Dominion Intrige ist der Grad der Interaktion weiter etwas angestiegen. So gibt es nicht nur fünf neue Angriffskarten, mit denen aktiv am Deckbau der Mitspieler mitgewirkt werden kann (von denen vor allem das Piratenschiff hervorsticht), sondern mit dem Schmuggler noch eine Karte, die es erlaubt, sich etwas für lau zu nehmen, das der Vordermann noch teuer bezahlen musste.

Dominon hat mit Dominion Seaside auch als "Seefahrer-Erweiterung" nichts von seiner Faszination verloren, mehr noch, durch die neuen Elemente wird es sogar besser. Wem das Grundspiel bereits reicht oder generell nichts mit der Dominion-Welt anfangen kann, wird sich aber auch durch Seaside nicht von seiner Meinung abbringen lassen. Für alle anderen gilt: Pflichtkauf!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
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