Dr. Jekyll & Mr. Hyde

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Ach ja. Es ist nicht immer leicht, wenn man mit Spielern zusammenkommt, die keine Stichspiele mögen. Oder schlimmer: Einfach ihr Prinzip nicht begreifen. Man denke nur an die vielen von ihren Mitspielern Gescholtenen bei Skat oder Doppelkopf. So etwas ähnliches kann auch bei Dr. Jekyll & Mr. Hyde (Bambus Spieleverlag) drohen. Denn es ist ein Stichspiel. Und zwar ein sehr eigenwilliges.

Vorgesehen ist, dass jeweils zwei Spieler zusammen spielen. In der Variante zu dritt, wird eine Kartenhand offen ausgelegt und vom Einzelspieler gespielt. Ziel ist es, mit den hohen Karten die niedrigen zu bekommen, denn diese bringen die meisten Punkte. Jede Karte ist für jede der beiden Seiten genau ein Mal vorhanden. Im Zweifelsfall gewinnt der Spieler den Stich, dessen gleichwertige Karte als erstes gespielt wurde. Eingebettet ist dieses Mannschaftswettstechen in ein wunderschönes literarisches Thema, das ebenso wunderschön illustriert wurde. Das Kartenspiel dürfte zu den schönsten seiner Art gehören.

Am Ende gewinnt die Mannschaft, die die meisten Punkte erzielt hat, wobei man Punkte nur für eigene Karten bekommt und auch nur, wenn man wenigstens einen der eigenen Multiplikatoren gestochen hat. Hat man keine solche Karte, kann man noch so viele Karten haben, es bleiben null Punkte. Abhilfe schafft während des Spiels die Karte "Verwandlung", die zur rechten zeit gespielt, einen Stich noch retten kann, indem man eine weitere komplette Runde über die dann zwei Stiche entscheiden lässt.

So weit ist das schon kompliziert genug - und hier sei an die Stichspielamateure oder -hasser erinnert. Ohne rechten Zugang zu so einem Spielprinzip wird es sicher nicht leicht, Spaß zu haben. Zumal ... Da war noch was. Man spielt nämlich nicht nur, wenn man an der Reihe ist, sondern kann stattdessen einen Mitspieler auffordern, eine Karte zu spielen. Dieser muss dann die für das Team passende ausspielen. Mit dieser Technik kann man eigene Karten retten, dem Gegner welche aus der Hand spielen oder den Team-Mitspieler in eine günstige Position bringen. Hier wird das Spiel richtig lebendig und man muss schon genau aufpassen, wer welche Karten wann und warum gespielt hat. Aber bitte nicht die Stichspielanfänger für Fehler schelten. Es kann übrigens auch sein, dass ein Spieler seine eigenen Teamkarten bereits völlig ausgespielt hat und nur noch auffordern kann, vielleicht aber auch nur noch die gegnerischen Karten auf der Hand hat und somit das Spiel aus diesem Blickwinkel steuern muss.

Wirklich eigenwillig, dieses Kartenspiel. Wenn man das etwas sperrige System aber erst einmal verinnerlicht hat, macht Dr. Jekyll & Mr. Hyde viel Spaß, zumal es wirklich großartig illustriert ist.


Hinweis:
Das Spiel erschien bereist mit gleichem Mechanismus, aber anderem Thema unter dem Titel Twilight.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Jahrgang: 
2002
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