Ein bisschen Mord muss sein

eine Spielerezension von Anita Borchers - 13.04.2009
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Ein bisschen Mord muss sein von Reich der Spiele

Ein bisschen Mord muss sein - so ist der Name dieses ungewöhnlichen Spieles. Der Autor hat sich von den Klassikern der Kriminalgeschichten inspirieren lassen und für dieses Spiel 241 Kriminalfälle zusammengestellt.

Es gilt zum Beispiel einen Fall aufzuklären, der sich am Sonntag, den 01. April ereignete: Pfefferdragees, die in Wirklichkeit Zyankalidragees waren, kosteten zwölf Menschen das Leben. Der Inspektor ist bereit, sich ein Alibi nach dem andern der fünf Verdächtigen anzuhören. Er muss diesen Mord unbedingt aufklären und den Täter überführen. Neben dem Inspektor und den fünf Verdächtigen ist noch der Gerichtsschreiber anwesend, der die Verhöre überwacht.

Die Verdächtigen tragen ihr jeweiliges Alibi vor. Sie haben dafür zwei Minuten Zeit und müssen drei bestimmte Wörter in der ersten von zwei Verhörrunden einbauen, die sie in ihrem Buch finden. Im oben genannten Beispiel: schmutzig, leer und Basar. Dabei finden alle Unschuldigen die gleichen Wörter in ihrem Buch, lediglich der Täters muss andere verwenden (Maus, Desinfektion und Unordnung).

Der Inspektor hat nun während der Verhöre die Aufgabe herauszufinden, wer sich in seiner Wortwahl von den anderen Verdächtigen unterscheidet, also der Täter ist. Aber so leicht machen es die Verdächtigen dem Inspektor nicht. Da sie u. U. davon profitieren, den Inspektor auf eine falsche Fährte zu locken, versuchen sie die Wörter des Täters bzw. der Unschuldigen herauszufinden und in ihre Geschichten geschickt einfließen zu lassen. Nach zwei Verhörrunden tippen alle Verdächtige, ob der Inspektor den Täter überführen wird oder den Falschen verdächtigt. Anschließend nennt der Inspektor den Namen des Täters. Liegt er richtig, bekommen er und alle, die auf ihn getippt haben, Punkte. Liegt er falsch, bekommen der Mörder und alle, die gegen ihn getippt haben, Punkte.

Die Rollen wechseln reihum, sodass jeder einmal in die Rolle des Inspektors und Gerichtsschreibers schlüpft und viele Male als Verdächtiger sich ein Alibi überlegen muss. Jede Runde werden die Bücher neu verteilt und ein anderes Datum und somit ein anderer Fall bestimmt. Am Ende des Spieles siegt der Spieler mit den meisten Punkten.

Das Spiel hält 241 Kriminalfälle bereit, die sich übers Jahr verteilt ereignet haben. Jedes Buch enthält die gleichen 241 Termine, jedoch mit unterschiedlichen Informationen dazu. Das Buch des Inspektors gibt Auskunft über den Mord und die Verdächtigen. Die Verdächtigen finden die Liste an Wörtern, die sie in ihrer Alibidarstellung verwenden müssen. Im Buch des Gerichtsschreiber fließen alle Informationen zusammen, die dieser auch benötigt, da er über den korrekten Spielablauf wacht.

Ungewöhnliches Spielmaterial rundet die ungewöhnliche Spielidee ab. Das Spiel besteht hauptsächlich aus den sieben Büchern, die wie ein Terminkalender aufgebaut sind. Ein kleines Pappkästchen mit Magnetverschluss enthält darüber hinaus alle übrigen Spielmaterialien. Alles ist perfekt optisch ansprechend in einem Schober verstaut.

Ein bisschen Mord muss sein ist ein richtiger Leckerbissen für einen geselligen Spielnachmittag oder -abend, bei dem die grauen Zellen garantiert nicht zu kurz kommen. Den Verdächtigen wird Kreativität, Wortgewandtheit und Spontaneität abverlangt. Neben dem Inspektor sollten auch alle anderen Spieler aufmerksam den Alibis lauschen und die Gesichter der Mitspieler studieren, um anschließend zu punkten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
4 - 7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
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