Einauge sei wachsam

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 18.07.2009
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Einauge sei wachsam von Amigo Spiele

Spätestens mit den Filmen über die „Piraten der Karibik“ sind die Piratenszenarios wieder in aller Munde. Erstaunlicherweise hielten sich die Brettspielverlage damit zurück, dieses Thema in größerem Maße auf Spiele zu übertragen. Das vorliegende Spiel Einauge sei wachsam nähert sich dem Berufsstand des gefürchteten Piraten familienfreundlich und spielerisch.

Im vorliegenden Fall hat der gefürchtete Pirat Einauge seine unermesslichen Schätze auf vielen verschiedenen Inseln versteckt. Gold, Diamanten und Waffen gibt es dort zu holen und der Piratenkapitän, welcher am meisten davon anhäufen kann und zum Schluss die wertvollsten Edelsteine sein eigen nennt, gewinnt das Spiel. Das ist jedoch nicht allzu leicht, denn neben den Inseln, welche dem Piratenkapitän einfach abgekauft werden können, gibt es auch die anderen, die durch Einauge scharf bewacht und in einem Duell erst einmal hart erkämpft werden müssen. Zusätzlich gilt es auch, die anderen mitspielenden Piraten zu beachten, damit diese einem nicht einen Strich durch die sorgsam ertüftelte Strategie machen können.

Im Spiel gibt es insgesamt 56 Inselkarten in acht verschiedenen Farben. Davon werden allerdings zur Spielvorbereitung je nach Anzahl der Mitspieler einige Farbarten mit den zugehörigen Inselkarten aussortiert und spielen keine Rolle. Die restlichen Karten werden gemischt und sechs davon offen ausgelegt. Von dieser Auslage können Inselkarten gekauft werden. Eine zweite Auslage ist für die Inselkarten reserviert, welche nur durch Kampf mit Einauge in den eigenen Besitz wechseln können. Auf den Inselkarten sind die Boni verzeichnet, die dem Besitzer der Insel gewährt werden. Das können Diamanten, Geld oder Säbel sein. Die Boni werden sofort gewährt und immer wieder additativ, wenn eine neue Insel in derselben Inselfarbe durch Kauf oder Kampf erworben wurde und an die Farbreihe angelegt wird.

Jeder Nachwuchspirat beginnt mit zwei Säbeln, einem Juwel und 20 Dukaten seine Karriere. Nachfolgende Aktionen sind innerhalb seines Zuges möglich. In jedem Fall muss durch den Spieler eine Insel gekauft werden. Anschließend kann, wenn genügend Säbel gesammelt wurden, von der Auslage Einauges eine Karte erkämpft werden. Dieses geschieht durch Abgabe von drei bereits erworbenen Säbeln. Eine Inselkarte mit Säbelbonus ist sogar vier Säbel wert. Sollten bei Einauges Auslage freie Plätze vorhanden sein, muss eine Inselkarte aus der allgemeinen Auslage dort abgelegt werden. Nun muss die allgemeine Auslage wieder auf sechs Karten aufgefüllt werden.

Im Verlauf des Spieles sammeln sich durch Kampf und Kauf Inseln in unterschiedlichen Farbreihen bei den Nachwuchspiraten an. Bei der großen Schlusswertung erhalten diejenigen Spieler mit den wertvollsten Inseln zusätzliche Edelsteinboni. Die Schlusswertung ist erreicht, wenn vom Nachziehstapel keine Inselkarte mehr gezogen werden kann, sondern die als Joker fungierenden Schiffskarten ins Spiel kommen. Nun können noch die letzten Duelle mit Einauge um seine Inseln ausgetragen und angehäufte Belohnungen in Edelsteine umgewandelt werden. Denn nur wer davon die meisten sein eigen nennen kann, hat sich als wahrer Piratenkapitän einen Namen gemacht.

Einauge sei wachsam ist eine nette Knödelei um Mehrheiten. Die Grafik und das Spielmaterial sind stimmig und unverbraucht gestaltet und vermitteln recht viel Atmosphäre. Leider wirkt das Piraten Thema doch sehr aufgesetzt, denn irgendwie kann ich Karten sammeln und Inseln kaufen nicht mit Piraten, sondern eher mit dem Markttag in einer Kleinstadt, assoziieren. Auch die Interaktion mit den anderen Spielern beschränkt sich darauf, jemanden vielleicht eine nette Karte wegzuschnappen, welche dann, „so ein Pech aber auch“, meistens durch eine noch viel Nettere vom Nachziehstapel ersetzt wird.

Alles in allem ist Einauge sei wachsam also durchaus ein schönes, gefälliges und einfaches Familienspiel, das durch seinen Charme punktet, aber leider weder Neues bietet, noch  vollständig überzeugen kann. Ein grober Regelschnitzer, wodurch der Startspieler bei der Anzahl der möglichen Züge durchaus bevorzugt werden konnte, wurde zum Glück mittlerweile durch eine Regelüberarbeitung des Verlages ausgemerzt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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