Eminent Domain

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 11.05.2013
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Eminent Domain von Pegasus Spiele

Deckbauspiele sind schwer in Mode. Hervorgegangen aus den Sammelkartenspielen decken sie mittlerweile eine ganze Bandbreite an unterschiedlichsten Anforderungen ab. So finden sich neben den reinen Sammelkartenspielen wie z. B. Magic The Gathering, auch Living Card Games wie z. B. Der Herr der Ringe – Das Kartenspiel, die regelmäßig, meist monatlich, mit Nachschub in Form von Karten und Szenarios versorgt werden. Eine dritte Variante sind eingeschränkte Deckbauspiele, die mit einem Basisspiel starten und meist bei entsprechendem Erfolg ab und an mal eine thematische Erweiterung spendiert bekommen.

Bestes und erfolgreichstes Beispiel und gleichzeitig auch der Begründer dieser Art von Deckbauspielen ist natürlich Dominion. In eine identische Richtung orientiert sich auch das hier vorliegende Eminent Domain. Bisher gab es neben dem Mittelalter oder zu besuchenden Fantasy-Parallelwelten wie z. B. Mittelerde oder Westeros in diesem Bereich außer Race for the Galaxy keine nennenswerten thematischen Alternativen für Spieler. Eminent Domain macht endlich den Weltraum und damit das Science Fiction Genre fit für Deckbaukartenspiele.

Jeder Spieler startet mit zehn identischen Karten und einem zufällig gezogenen Startplaneten  ins Spiel. Die zehn Karten werden gemischt und fünf davon werden pro Zug auf die Hand genommen. Die gebrauchten und die im Zug neu erworbenen Karten werden anschließend auf den eigenen Ablagestapel gelegt, der frisch gemischt bei Bedarf wieder zum neuen Nachziehstapel wird. Soviel zum grundlegenden Kartenkreislauf bei Eminent Domain.

Durch diesen wird das eigene Kartendeck im Verlauf des Spieles immer größer. Doch wie gelangt man bei Eminent Domain an neue Karten? Auf jeder der Karten sind unterschiedliche Anweisungen für eine Aktion, eine auszuführende Rolle und einen Anführerbonus verzeichnet. In seinem Spielzug kann jeder Spieler als erstes eine Karte aus der Hand ausspielen und deren Aktion ausführen. Anschließend entscheidet er sich für eine von fünf möglichen Rollen und damit für einen in Tischmitte liegenden entsprechenden Kartenstapel und wählt von diesem eine Karte die anschließend in sein Deck integriert wird. Erkunden, Angreifen, Besiedeln, Produzieren/Handeln und Forschen stehen als Rollen zur Auswahl. Die einzelnen Karten sind dabei immer identisch. Lediglich die später erhältlichen Technologiekarten bringen bei Eminent Domain ein wenig Individualität in die Decks der Spieler.

Auf die ausgewählte Rolle kann der aktive Spieler zusätzlich einen Anführerbonus nutzen, der passive Spieler kann bei Bedarf die Rolle ebenfalls ausführen, allerdings ohne den Bonus in Anspruch nehmen zu können. Zusätzlich ausgespielte Handkarten der identischen Kategorie erhöhen die Effektivität der Rollen. Zusätzlich gibt es noch drei verschiedene Arten von Planetenkarten. Diese können entweder friedlich besiedelt oder angegriffen werden, um den eigenen Einfluss zu erhöhen. Auch erforschte Technologien erhöhen den eigenen Einflusslevel nicht unwesentlich. Eminent Domain endet, wenn in Abhängigkeit von der teilnehmenden Spielerzahl ein oder zwei Stapel der in Tischmitte liegenden Rollenkarten aufgebraucht sind.

Als Deckbauspiel funktioniert Eminent Domain problemlos. Haben sich die Spieler erst einmal an den Rundenablauf gewöhnt, greifen die einzelnen Spielmechanismen gut ineinander. Die Regel ist auch schnell verinnerlicht und durch die identischen Rollenkarten gibt es zumindest keine Probleme durch fehlende Vorkenntnis der Karten. Lediglich die unterschiedlichen Technologiekarten bei Eminent Domain sollte man sich vorher schon einmal sehr genau angeschaut haben, denn diese sind sowohl stark im Spiel, als auch für die abschließende Wertung recht wichtig. Nicht umsonst wird in der Spielregel vorgeschlagen, eine erste Partie ohne Technologierkarten zu spielen. Das gesamte Spielmaterial ist von guter Qualität, wenngleich der Druck von Karten und Spielregel einen Stich zu dunkel wirken. Will man die Regel lesen, sollte man sie vorher allerdings etliche Stunden auslüften lassen, denn ein stechender Farbgeruch lässt erahnen, dass sie nicht "in Deutschland gedruckt" worden ist.

Nach dem Spiel hinterlässt Eminent Domain allerdings einen etwas zwiespältigen Eindruck. Das mag unter anderem daran liegen, dass der grundlegende Ablauf ewiggleich ist und die fünf unterschiedlichen Rollenkarten zu wenig Abwechslung bieten. Die starken Technologiekarten, die erst am Ende der Partie ins Spiel kommen, können diesen Eindruck leider nicht mehr korrigieren. So ist es auch schlecht möglich, eine Strategie mitten im Spiel zu ändern, denn mit der Konzentration auf eine spezielle Rolle kommen immer mehr der zugehörigen Karten ins eigene Deck. Werden alle Rollen hingegen gleichermaßen ausgebaut, ist es möglich dass die Aktionen die man ausführen will mangels verstärkender Karten nicht stark genug ausfallen. Eminent Domain ist ein solides Spiel das sehr gut funktioniert. Ob jedem Spieler allerdings die fehlende Abwechslung durch die Beschränkung auf fünf Kartenarten gefällt oder nicht, wird sich meistens erst durch eine Probepartie herausfinden lassen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45 - 60
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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