Fauna Junior

Das Tierisch gute Wissensspiel

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 12.03.2011
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Fauna Junior von Reich der Spiele

Wenn ein Spiel erfolgreich ist, dann ist die Juniorausgabe meistens nicht weit. Fauna junior soll den Kindern die Tierwelt näher bringen. Aber wie schwer ist zum Beispiel ein Afrikanischer Elefant? Schwer im Sinne von schwer. Denn Kinder können sich unter 5.000 kg nicht so richtig viel vorstellen. Einige Erwachsene allerdings auch nicht.

Ausgerüstet mit vier Setzsteinen versuchen die Spieler bei Fauna junior reihum ihr Wissen oder Halbwissen in Punkte umzuwandeln. Zwei Felder mit den richtigen Antworten geben immer Punkte. Das erste Feld gibt zwei und das zweite Feld einen Punkt. Das macht auch die Auswertung einfach. Gespielt wird, bis ein Spieler dreißig Punkte oder mehr hat. Wer danach am Rundenende die meisten Punkte hat, ist Sieger.

Abgefragt werden vier Kategorien: Gewicht, legen die Tiere Eier oder nicht, sind es reine Vegetarier und in welchen von den sechs vorgegebenen Lebensräumen fristen sie ihr Dasein? Auf dem Spielbrett wird das Gewicht der Tiere mit Bildern verdeutlicht. Ein Elefant wiegt demnach irgendwas zwischen einem dicken Motorrad und einem Truck. Eier legen kann er nicht und außer Pflanzen kommt ihm nichts vor dem Rüssel. Lebensräume? Savanne ist - fast - klar. Außerdem noch Wüste, Hochland und Dschungel. Und da liegt für die Kinder die Chance um Punkte zu machen. Denn die legen ihre Steine schon mal nach Gefühl. Welcher Erwachsene hätte schon einen Stein ins Hochland gelegt? Deswegen liegen die Abstände der Zählsteine während des Spiels nicht weit auseinander und die Kinder, die zurückliegen, geben sich nicht auf. Alle Spieler sind mit Eifer bei der Sache. Kurios, bei vielen Tieren wissen die Kinder genauso viel wie die Erwachsenen. 

Allerdings muss man sich mit der Grafik erst anfreunden. Fangen wir mit dem Gewicht an. Es wird auf dem ersten Blick nicht deutlich, wie die Gewichtsunterschiede gemeint sind, weil die Abbildungen ungenau platziert sind. Die Gewichtsangabe (liegt irgendwo zwischen Wattebäuschen und Saftglas) ist bei der ersten Abbildung noch klar, weil die beiden Felder darunter passen. Aber ab dem Unterschied Fahrrad/Mensch wird es unklar und man muss sich erst dran gewöhnen. Es irritiert einfach gewaltig, dass das Fahrrad und das Motorrad augenscheinlich mehr Felder abdecken. So wurde mancher Stein falsch gesetzt.

Ein Salatkopf soll bei der Vegetarierfrage deutlich machen, frisst nur Pflanzen. Ein durchgestrichener Salatkopf soll ausdrücken, mag auch Fleisch. Ein durchgestrichenes Steak hätte die Sache für die Spieler allerdings einfacher gemacht. So muss man den Kindern bei der Definition (Pflanzen oder kein Pflanzenfresser) immer wieder mal behilflich sein.

Die Lebensraumkarten decken pro Karte mehrere Lebensräume ab. Was nicht schlimm ist, da es einfach sehr viele Lebensräume gibt. Nur, wieso wird beim Lebensraum Stadt/Bauernhof auf der Karte ein Dorf abgebildet? Wieso ist auf der Karte Wald, Fluss, See nirgends ein noch so kleiner See abgebildet? Und die Karte offenen Landschaften ist so gezeichnet, dass die Spieler durcheinander kommen. Denn sie steht exemplarisch für Grasland, Moor, Heide, Savanne, Felder und Gebüsch und sieht entsprechend der genannten Vorgaben aus.

Aber, bitte nicht davon abschrecken lassen. Fauna junior ist ein wundervolles Spiel, es regt auf ganz subtile Weise die Neugierde an und es gab einfach kein Kind das gesagt hat, Spiel ich nicht gerne. Es gibt in diesem Spiel 180 Tiere (die Tierkarten sind beidseitig bedruckt) damit ist man erstmal ein „paar“ Spielrunden beschäftigt. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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