Friesematenten

eine Spielerezension von Günter Cornett - 31.10.2005
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"Wir sind nicht hier, um Freunde zu finden!" Die Aussage auf der giftgrünen Spieleschachtel von Friesematenten ist eindeutig. Spieleautor und Kleinverleger Friedemann Friese präsentiert uns ein satirisches Kartenspiel, von dem empfindliche und nachtragende Gemüter, sowie politisch korrekte Zeitgenossen lieber die Finger lassen sollten. Denn hier ist wirklich alles erlaubt: Verschwörung, Betrug, Diebstahl sind da noch eher harmlose Tätigkeiten. Wenn es nützt, investiert man sein Geld auch gern in ein marodes Atomkraftwerk oder gar in ein Drogenkartell.

Jede der 60 Karten ist von einem Comic-Zeichner individuell gestaltet; das Spektrum reicht von witzig bis gemein. Alle Karten kommen durch Versteigerung ins Spiel: Fabriken aller Art erwirtschaften Geld; Statuskarten, wie der Tennisschläger von Boris Becker, bringen die für den Spielsieg nötigen Siegpunkte; Aktionskarten erlauben es zum Beispiel, Fabriken zu stehlen oder das Statussymbol eines Mitspielers zu zerstören. Weitere so genannte "gekoppelte Karten" weisen Mitspielern oder Fabriken bestimmte Eigenschaften zu.

Da alles, was man seinen Mitspielern nicht stehlen kann, bares Geld kostet, ist man gut beraten, sein mageres Startkapital zunächst in Fabriken und Aktionskarten zu investieren. Erst wenn man ein gewinnbringendes Imperium aufgebaut hat, schafft man sich die entsprechenden Statussymbole an. Diese lassen den Neid der Mitspieler nur allzu leicht ins Unermessliche steigen und beschwören so weitere Attacken herauf.

Wer nach einigen Partien Gefallen an diesem niederträchtigen Treiben gefunden hat, kann weitere Karten dazukaufen. Ein Erweiterungssatz besteht aus 60 zufällig zusammengestellten Karten (von insgesamt 200). Anders als bei vielen Sammelkarten-Spielen sind diese Karten recht preisgünstig, sodass kaum Gefahr besteht, mehrere Hundert Euro für ein vollständiges Spiel loszuwerden. Und rein spieltechnisch ist man schon mit dem Grundspiel und nur einem Erweiterungssatz bestens versorgt. Neben den 60 Karten enthält das Grundspiel noch einen Satz Geldscheine, 20 grüne Holzmarker und eine Spielanleitung, die man vor dem ersten Spiel gut studieren sollte. Die ist nämlich ähnlich chaotisch wie so mancher Spielverlauf.

Spieleinfo

Verlagsangaben
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Jahrgang: 
1998
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