Genesis

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 31.10.2007
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Genesis von Face 2 Face Games

Texte auf Schachtel-Rückseiten sind ja manchmal wahre Wundertüten. Bei Genesis steht etwas von auseinander driftenden Kontinenten, von Überlebenskampf und Weltherrschaft. Erwartet man da nicht ein neues Euphrat & Tigris oder vielleicht, passend zum Thema, zumindest ein Wildlife? Die Wirklichkeit ist eher ernüchternd: Abwechselnd würfeln die Spieler mit zwei Sechsseitern, um dann ein oder zwei Plättchen auf einem gerasterten Spielplan zu platzieren.

Reicht noch nicht als Beschreibung? Okay, dann also ein wenig detaillierter. Jeder Spieler verkörpert eine Spezies, die um die Vorherrschaft kämpft – Menschen und Reptilien, Säugetiere und Dinosaurier. Alle erhalten eine Anzahl Plättchen, die neben der Gattung eine von vier Landschaftstypen zeigen. Auch die Würfel weisen diese Landschaften auf, und gemäß deren Vorgabe dürfen entsprechende Plättchen gelegt werden. Abgesehen davon, dass einige Flächen bereits durch Vulkane oder Teergruben besetzt sind, gibt es dabei keine Einschränkungen zu beachten. Ziel ist es, innerhalb einer Landschaft möglichst große Herden, also zusammen hängende Plättchen seiner Spezies, zu besitzen, denn für die beiden umfangreichsten Herden jeden Gebietes gibt es am Ende Punkte. Dazu noch ein paar Boni und fertig ist die Chose.

Dass Genesis sein Thema meilenweit verfehlt, könnte man ja noch verschmerzen, auch wenn der Gedanke an gleichzeitig lebende Menschen und Saurier schon etwas Bauchgrimmen verursacht. Aber gar so langweilig hätte es denn doch nicht werden müssen. Zwei Drittel des Spiels platziert man eher leidenschaftslos seine Plättchen, bevor erst gegen Ende wirklich ein wenig Spannung aufkommt. Das Problem ist, dass sich verstärktes Engagement hauptsächlich in größeren Gebieten lohnt, die man zunächst natürlich nicht absehen kann. Und wenn man dann sieht, wo man aktiv werden müsste, ist es meistens schon zu spät – mit zwei Plättchen pro Runde kann man halt kaum für den entscheidenden Umschwung sorgen. Sind dann Mitspieler dabei, die sich einbilden, mit Überlegungen vielleicht doch etwas bewirken zu können, dann kann die Wartezeit schon mal über das erträgliche Maß hinaus gehen.

Wem könnte Genesis also gefallen? Für Profis ist es zu beliebig, für den Normalspieler die Schlusswertung zu kompliziert und aufwendig. Das Thema ist verschenkt, und Ausstattung und Grafik, wenn auch recht ordentlich, reißen nichts mehr wirklich raus. Am ehesten ist es als Zweierspiel geeignet; hier halten sich die Wartezeiten in Grenzen, und den chronischen Durchrechner stört auch nicht, dass alle Informationen offen liegen. Ansonsten jedoch gilt hier besonders, was immer wichtig ist: Vor einem eventuellen Erwerb auf jeden Fall anspielen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Spielkategorisierung
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