Gloria Picktoria

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.07.2007
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Gloria Picktoria von Reich der Spiele

Dschingis Hahn hat sich angekündigt und er ist offensichtlich in Hühnerkreisen ein absoluter Superstar. Auf jeden Fall verursacht allein die Ankündigung seines Besuches erhebliche Aktivitäten unter den Hühnern. Sie sammeln, was das Zeug hält, verschiedene Gegenstände, nur um ihn tief zu beeindrucken.

Die Spieler versetzen sich in die Rolle der Hühner und sammeln Karten, die sie vor sich auslegen. Von den Karten gibt es jeweils zehn verschiedenen Farben jeweils neun. Der Zugspieler hat drei Aktionspunkte und kann dafür aus vier verschiedenen Möglichkeiten auswählen. So kann er für einen Aktionspunkt eine Sammlung beginnen, in dem er eine beliebige Karte verdeckt ablegt, vorher aber allen Mitspielern zeigt. Ebenfalls für einen Aktionspunkt kann eine Sammelkarte ablegt oder aus der Auslage beziehungsweise vom verdeckten Zugstapel genommen werden. Die Karte von Zugstapel kostet zwei Aktionspunkte, weil so den Mitspielern verborgen bleibt, welche Farbe es war. Einmal im Spiel hat jeder die Möglichkeit, eine Verdopplerkarte an eine Sammlung zu legen. Als letzte Möglichkeit kann der Fuchs versetzt werden. Am Ende des Zuges ist dies „kostenlos", während des eigenen Zuges muss ein Aktionspunkt verwendet werden, um ihn auf eine andere eigene Sammlung zu setzen, soll ihn ein Mitspieler abbekommen, kostet dies zwei Aktionspunkte.

Der Fuchs ist sehr unbeliebt, weil die betreffende Sammlung bei einer Wertung keine Siegpunkte bringt. Und um Siegpunkte geht es in diesem Spiel. Wer davon nach drei Wertungen die meisten gewonnen hat, ist Sieger. Da die Wertungen mit dem Aufdecken von zu Spielbeginn in den Stapel eingemischten Dschingis-Hahn-Karten abhängen, kann der Zeitpunkt nur ungefähr eingeschätzt werden. Am meisten Punkte, nämlich vier, gibt es, wenn man als Einziger eine Farbe gesammelt hat. Drei Punkte gibt es für die Mehrheit in einer Farbe und einen noch für den Spieler mit der zweitgrößten Sammlung in einer Farbe. Die Verdopplerkarten führen zu doppelten Punkten. Bei der letzten Wertung gibt es zwei Punkte Abzug für jede verdeckte Sammelkarte, bei der noch keine weiteren Sammelkarten liegen und einen für jede Karte auf der Hand.

Natürlich hängt bei Gloria Picktoria viel von den Karten ab, die gerade zur Verfügung stehen. Die Auslagen der Mitspieler sollten aber alle im Blick behalten werden. Zum einen ist zu berücksichtigen, wo man vielleicht knapp vor einer Mehrheit ist oder wo ein Spieler ein Monopol in einer bestimmten Farbe hat. Manchmal ist es besser, in mehreren Farben wenige Punkte zu ergattern, als sich bei wenigen Mehrheiten zu "verkämpfen". Da nach einer Verdopplerkarte keine weiteren Karten mehr der betreffenden Sammlung hinzugefügt werden dürfen, ist der Zeitpunkt ihres Einsatzes wichtig. Je früher, desto öfter wird sie bei einer Wertung berücksichtigt, desto größer ist aber auch die Gefahr, dass ein Mitspieler einem die Mehrheit streitig macht. Auch der Fuchs sollte gerade, wenn eine Wertung droht, nicht vernachlässigt werden. Allerdings fügt er sich nicht ganz flüssig ins Spielgeschehen ein. Wer ihn nicht mag, kann ihn natürlich einfach weglassen, auch dann funktioniert das Spiel einwandfrei.

Insgesamt ist Gloria Picktoria von Zoch Verlag ein Spiel, das sich flott und leicht spielen lässt, aber dennoch genügend strategische Möglichkeiten eröffnet. Die witzigen Illustrationen tragen noch zum Spielspaß bei. Das Spiel erschien in abgewandelter Form Mitte der 90er-Jahre als Reibach & Co.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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