Goldbräu

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Goldbräu von Reich der Spiele

Goldbräu vom Zoch Verlag ist eines dieser komischen Spiele, von denen man nichts erwartet. Bierdeckel liegen bei. Die Grafik sieht bierselig aus. Das kann doch nichts sein, oder? Doch, es kann. Goldbräu entpuppt sich schnell als recht einfaches, aber überraschend vielschichtiges Taktikspiel um Biergärten und Brauereien.

Die Spieler kämpfen um Geschäftsanteile von sechs Biergärten und vier Brauereien. Wer Anteile hat, kann versuchen, einen eigenen Geschäftsführer einzusetzen und damit die Geschäftstätigkeit maßgeblich zu bestimmen. Mal wird ein Biergarten erweitert, mal ein Biervertrag abgeschlossen. Oder einfach eine Karte gekauft, die neue Anteile bringen kann. Besonders gemein: wenn der letzte Anteil offen gelegt wird, müssen alle Spieler, die nur einen Anteil am Betrieb haben, ihren wegnehmen. Wer sich also nicht rechtzeitig einkauft, verliert sein komplettes Mitspracherecht am Betrieb. Mitunter versetzt man aber auch lieber den Trunkenbold, den keiner in seinem Biergarten haben möchte, oder angelt sich die schöne Kellnerin, die für zusätzlich Kasse sorgt.

Wichtig ist dabei, zur richtigen Zeit, die richtige Aktion zu machen, was gar nicht so einfach ist, denn alle Spieler legen gleichzeitig ihre Aktion verdeckt aus. Wer das Glück hat, eine der Aktionen als einziger gewählt zu haben, darf sich noch über einen Bonus freuen. So geht es drei Mal sieben Tage lang. Am jeweils letzten Tag wird Kassensturz gemacht. Die Hälfte der Einnahmen der Biergärten wird unter den Anteilseignern aufgeteilt. Geht es nicht auf, freut sich über die kleinen Restsummen der Geschäftsführer. Die andere Hälfte der Einnahmen geht an die Brauerein. Dort wird das so gesammelte Geld am Ende wiederum unter den Anteilseignern aufgeteilt. Wer nach drei Wochen das meiste Geld hat, gewinnt das Spiel.

Es ist überraschend, welche Möglichkeiten Goldbräu bietet und welche Folgen daraus entstehen. Will man einen bestimmten Biergarten erweitern, muss man zunächst einen Geschäftsführer dort platzieren. Das wiederum kann der Spieler, der den bisherigen Chef stellt, verhindern, wenn er mehr Anteile als alle anderen Spieler zusammen hat. Hat man aber erst einmal den Geschäftsführer platziert, möchte man vielleicht doch lieber den Biervertrag ändern und mit einer anderen Brauerei abschließen, um mehr Geld zu machen. Andererseits kann man sich auch überall einkaufen, ohne selbst einen einzigen Geschäftsführer zu stellen, und am Ende dennoch satt abkassieren. Zusätzlich bringen ein paar verdeckte Anteile etwas Spannung und der Trunkenbold und die schöne Kellnerin einen Ärgerfaktor ins Spiel. Eine wirklich gelungene Sache, dieses Goldbräu. Locker leicht zu spielen, ohne aber Tiefgang vermissen zu lassen. Genau das richtige für einen netten Spieleabend. Und für das passende Getränk liegen sogar Bierdeckel bei.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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