Greentown

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 31.12.2006
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Greentown von Reich der Spiele

Greentown, die „grüne Stadt“, ist eine Idylle und ein touristischer Anziehungspunkt. Deshalb gibt es so viele Besucher, dass die Spieler als Touristenführer einspringen müssen. Und da wir alle geschäftstüchtige Kapitalisten sind, stehen nicht nur Sightseeing-Kurztrips auf dem Programm, sondern ganz nebenbei der Aufbau eigener Geschäfte, an denen die Touristen natürlich bevorzugt vorbeigeführt werden. Fast wie im richtigen Leben!

Der Spielplan besteht aus Sechseckplättchen, die stark an die Spielfelder diverser Eisenbahnspiele erinnern (18xx, Railroad Tycoon, Age of Steam). In der Mitte des Plättchens ist Platz für eine „Station“, die an zwei bis fünf Nachbarfelder durch „Gleise“ verbunden ist. Halt, natürlich ist Greentown ja gar kein Eisenbahnspiel ...

Jeder Tourist hat eigene Vorstellungen über seinen Stadtbesuch, die auf einer Karte zusammengefasst sind. Für jeden der insgesamt vier Bereiche (Sport, Natur, Shopping und Kultur) wird so der Wunsch des Touristen angegeben: Wie viele Anlaufpunkte er mindestens und wie viele höchstens auf seiner Route besuchen möchte, die stets vom Start- zum Zielhotel führt.

Diese Wünsche werden erfüllt, wenn sich entsprechende Gebäude auf den besuchten Wegepunkten befinden. Für den Bereich „Natur“ gibt es grüne Holzbäumchen, die neutral sind und keinem Spieler gehören. Da unangenehmerweise auch die Anzahl der Wegepunkte (die Reisezeit) vorgegeben ist, müssen häufiger neue Gebäude errichtet und unbrauchbare Plättchen durch „bessere“ mit mehr Wegen ausgetauscht werden, damit die Strecken auch dorthin führen, wo sie benötigt werden. Schließlich erhalten die Spieler für das Besuchen ihrer Gebäude (sowie der Bäume) Geld – natürlich in der entsprechenden Währung, den „Greenies“.

Einmal errichtete Gebäude bleiben bis zum Spielende an ihrem Platz, sodass man bereits von Anfang an eine gewisse Planung nicht außer Acht lassen sollte. Baut man auf Natur-Stationen, darf man das dort liegende Holz-Bäumchen auf ein freies Feld versetzen. Dies ermöglicht zusätzliche Umbau-Varianten, die vor allem am Spielende dringend benötigt werden, wenn sich die Natur-Felder irgendwo am Spielfeldrand befinden.

Leider führt das ständige Umbauen auch dazu, dass man dem unmittelbar folgenden Spieler seinen geplanten Weg verbaut und dieser erneut zu grübeln beginnt, wenn er am Zug ist. Beim gemeinsamen Suchen nach einem möglichen Weg entsteht dann doch so etwas wie Kommunikation, denn bei den auf den Wunschkarten der Touristen angegebenen fünf bis neun Stationen gibt es oft genug nur einen oder zwei mögliche Wege. Und je schneller der gefunden ist, desto eher sind die Mitspieler wieder dran.

Greentown (Bambus Spieleverlag) als eine Art 1830 "extra-light" zu bezeichnen, wäre vielleicht etwas oberflächlich, fehlt doch zumindest die Komplexität eines mehrstündigen Eisenbahnspiels. So richtig unsinnig ist der Gedanke dennoch nicht. Wer also jüngere Familienmitglieder oder Gelegenheitsspieler an das Thema heranführen möchte, findet mit Greentown ein geeignetes und variantenreiches Eisenbahnspiel ohne Eisenbahnthema. Aber auch sonst ist es ein nettes Spiel zum Thema Wegeoptimierung, das nicht zu lange dauert und auch nicht zu kurz, sondern genau richtig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
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