Hanabi

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 31.03.2013
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Hanabi von Abacusspiele

Hanabi heißen in Japan die jährlich in der Sommerzeit stattfindenden öffentlichen Feuerwerke. Bei diesen Feuerwerken geht es nicht, wie bei unseren Neujahrsfeuerwerken, darum die Dunkelheit und die bösen Geister zu vertreiben, vielmehr steht hier die künstlerische Komposition im Mittelpunkt. Die Bedeutung zeigt sich u.a. darin, dass die „Hanabishi“, die japanischen Feuerwerker eine 10-jährige Ausbildung hinter sich haben, in der sie neben der Gestaltung von Feuerwerken auch die Herstellung von Feuerwerkskörpern erlernen. Die Herstellung besonders großer und komplizierter Feuerwerkskörper kann mehrere Monate dauern.

Um nun ein gemeinsames bombastisches Feuerwerk an den Himmel zu zaubern, benötigen die westlichen Spieler zum Glück keine 10-jährige Ausbildung, sondern nur ein kleines Kartenspiel  mit 60 Feuerwerkskarten - Hanabi von Abacusspiele. Dabei feuerwerkt nicht jeder vor sich hin, sondern die Spieler bilden ein Team, das das Feuerwerk, mehr oder weniger gelungen, gemeinsam in Szene setzt. Die Güte des Feuerwerks wird am Ende auf einer Skala gewertet, die der „Internationale Verband der Feuerwerker“ ermittelt hat.

Das Spielziel von Hanabi hört sich erst einmal sehr einfach an. Die Spieler müssen die Karten nach Farben und Zahlen geordnet ausspielen. Eine spielerische Herausforderung wird das Ganze dadurch, dass jeder nur die Karten seiner Mitspieler sieht, nicht jedoch die Eigenen.

Je nach Spielerzahl erhält jeder vier oder fünf Karten, die er so auf die Hand nimmt, dass er selbst nur die Rückseite seiner Karten sieht. Wer bei Hanabi an der Reihe ist, muss sich genau für eine von drei Aktionen entscheiden. Entweder er gibt einem anderen Spieler einen Hinweis, oder er wirft eine Karte ab oder er spielt eine Karte aus. Entscheidet man sich für die erste Aktion, gibt man einem anderen Spieler entweder einen Farb- oder einen Zahlenhinweis. Dabei zeigt man dem Spieler immer alle Karten der entsprechenden Zahl oder Farbe. Für jeden Hinweis wird eines der acht Hinweisplättchen auf die Rückseite gedreht. Liegen alle Hinweisplättchen auf der Rückseite, darf diese Aktion nicht gewählt werden. Wählt der Spieler die zweite Aktion und wirft eine Karte ab, so darf er ein benutztes Hinweisplättchen wieder auf die Vorderseite drehen. Danach zieht er eine neue Karte vom Nachziehstapel und nimmt sie mit der Rückseite zu sich auf die Hand. Diese Aktion kann nur gewählt werden, wenn nicht alle Hinweisplättchen mit der Vorderseite nach oben liegen. Die dritte bei Hanabi mögliche Aktion besteht im Ausspielen einer Karte. Wenn die Karte passt, kann man mit ihr das Feuerwerk in der Tischmitte weiter vorantreiben. Passt die Karte allerdings nicht, senden die Götter, erzürnt über dieses Missgeschick, einen Blitz. Anschließend zieht der Spieler eine neue Karte und nimmt sie, ohne die Karte anzusehen, auf die Hand.

Das Spiel kann auf drei verschiedene Arten enden: Die Götter haben drei Blitze gesendet und zerstören durch ein Unwetter das Feuer, die Spieler haben alle Farbreihen komplett ausgelegt und beenden das Feuerwerk mit sagenhaften 25 Punkten oder die letzte Karte vom Nachziehstapel wird gezogen und damit die letzte Runde eingeleitet. Im dritten Fall wird das Feuerwerk jetzt gewertet. Dazu zählt man einfach die jeweils höchsten Zahlenwerte der Farbreihen zusammen und ermittelt anhand der „internationalen“ Bewertungsskala die Qualität des Feuerwerks.

Hanabi ist auf jeden Fall ein ungewöhnliches Spiel. Die Tatsache, dass man immer nur die Rückseite seiner eigenen Karten sieht, ist gewöhnungsbedürftig. Es spielt sich in wechselnden Spielrunden immer wieder anders. Hanabi ist ein kooperatives Spiel, so dass der Glücksfaktor, der die Zusammensetzung der Kartenhand bestimmt, durch die Hinweise der Mitspieler etwas relativiert wird. Die Bedeutung der Kommunikation zwischen den Spielern ist in diesem Spiel sehr groß. Dies funktioniert in manchen Gruppen hervorragend, manche Gruppen müssen sich erst mal "aufeinander einspielen".

Hanabi kommt zwar in einer kleinen Schachtel daher, ist aber trotzdem kein Spiel für „zwischendurch“. Das Kartenspiel erfordert durchgehend hohe Konzentration von allen Spielern. Falls die Spieler in einer Gruppe schon „zu gut“ aufeinander eingespielt sind und sich auch auf der Metakommunikationsebene wunderbar verständigen können, lässt sich der Schwierigkeitsgrad ändern, indem man die Gewitterplättchen auf zwei oder gar auf eines reduziert. Außerdem lassen sich die zehn bunten Feuerwerkskarten noch als sechste Farbe mit ins Spiel aufnehmen. Die maximale Punktzahl steigt dann auf dreißig Punkte.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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