Hand aufs Herz

... ein wildes Drunter und Drüber mit viel Herzklopfen!

eine Spielerezension von Frank Riemenschneider - 27.10.2012
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Hand aufs Herz von Zoch Verlag

Das Herz liegt auf dem Tisch. Der Puls steigt. Rechte Hand: Ja. Linke Hand: Nein. Der Moderator macht seinen Job und liest von einem Kärtchen eine Behauptung vor. Die Spielemeute muss sich blitzschnell entscheiden und eine Hand auf das Herz legen.

Mehr braucht es nicht, um ein Spiel zu zaubern. Die Behauptungen kann man bei Hand aufs Herz allesamt mit etwas Halbwissen erraten. Allerding ist Zuhören gefragt. Es wird sehr gerne ein NICHT oder KEIN eingestreut in die Behauptung. Zum Beispiel: Veganer essen kein Fisch. Eh man sich versieht ist die falsche Hand auf dem Herz. Je schneller man allerdings ist, desto mehr Punkte kann man pro Frage bei Hand aufs Herz gewinnen – oder verlieren, wenn die Antwort falsch ist. Langsame Zeitgenossen bekommen immerhin einen Punkt. Dafür können sie sich auch ansehen, wie die Mehrheit sich entschieden hat. Sind die vier Fragen einer Karte abgearbeitet, wechselt die Moderatorrolle zum nächsten Spieler und eine neue Karte wird gezogen. Aber auch die Vorleser müssen sich konzentrieren. Wenn drei Fragen zu Beuteltieren gestellt werden, dann ist die versammelte Runde total erstaunt, wenn es heißt: Zebras sind Beuteltiere. Klar, natürlich nicht. Also linke Hand. Ansage der Moderatorin: „Die Aussage ist richtig!“ Richtig?! (Ungläubiges Staunen) Zebras sollen einen Beutel haben?! Wie ein Känguru?! (Völlige Verzweiflung und in Gedanken werden den Redakteuren des Spiels schon die Eselmützen auf den Köpfen gesetzt.) Ein zweiter Blick auf die Karte verrät dann aber: Beutetier. Zebras sind Beutetiere. Ahhhh! (Erleichterung) An dieser Stelle ein Lob für die Fragen bei Hand aufs Herz. Es ist für jeden Spieler was dabei (von total banal bis schwierig) und es sind so gut wie keine schlüpfrigen Doppeldeutigkeiten vorhanden.

Das Spielende von Hand aufs Herz kann variabel gehalten werden. Eigentlich ist Schluss, wenn jeder einmal Moderator war. Aber wenn es gerade Spaß macht, werden gerne noch ein, zwei Runden drangehangen. Wer danach die meisten Punkte hat, gewinnt.

Hand aufs Herz macht wirklich Spaß. Bedacht werden muss nur folgendes: Es ist nicht jedermanns Sache seine eigene Hand zwischen einem Haufen (feuchter, warmer) Hände zu beobachten und zu fühlen. Denn die Abrechnung der Runde kann je nach Mitspielerzahl ein klein wenig dauern. Es gab aber auch Mitspieler, denen konnte gerade die Abrechnung nicht lang genug dauern. Das Spiel hat deswegen auch einen gewissen Flirtfaktor. Was es für Jugendliche wieder ganz interessant macht. Man muss auch damit rechnen, dass Hand aufs Herz zuweilen unterbrochen wird, um über andere Dinge zu quatschten, die nicht unbedingt mit dem Spiel zu tun haben müssen. Hand aufs Herz verzeiht es, Hardcorespieler nicht immer. Sei es drum. Hand aufs Herz ist für Familien mit größeren Kindern genauso gut geeignet wie für die lustige Hüttengaudi. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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