Hansa Teutonica

eine Spielerezension von Stephan Kurschat - 06.12.2009
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Hansa Teutonica von Reich der Spiele

Der Titel deutet schon darauf: Das Spielgeschehen dieses Brettspiels ist im Mittelalter in den deutschen Hansestädten angesiedelt. Die Spieler übernehmen jeweils die Rolle von Händlern, die im Laufe des Spiels in den Städten Niederlassungen gründen und zwischen den Städten Handelsrouten einrichten.

Das Spielziel ist klar: Der Spieler mit den meisten Prestigepunkten gewinnt. Aber wie man dieses Ziel erreicht, ist nicht klar, denn es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, an Prestigepunkte heranzukommen. Man bekommt Prestigepunkte für die Errichtung bestimmter Niederlassungen, für die Errichtung eines möglichst großen Netzwerkes, oder indem andere Spieler Handelsrouten zwischen Städten aufbauen, in denen man selbst bereits eine Niederlassung hat.

Welchen Weg man einschlägt, ist auch davon abhängig, welche Handelsrouten überhaupt frei sind, wenn man an der Reihe ist. Das größte Problem in dem Spiel ist der ständige Ressourcenmangel. Um Handelsrouten aufzubauen und im Anschluss gegebenenfalls Niederlassungen zu gründen, benötigt man Händlersteine, die man mit den wenigen Aktionen (zu Beginn hat man nur zwei Aktionen) auf den Handelsrouten platziert. Wenn diese aufgebraucht sind, muss man sie sich aus dem allgemeinen Vorrat wieder zurückkaufen, was ebenfalls eine Aktion aufbraucht. Oder man muss zusätzliche Händlersteine einsetzen, um andere Spieler von der Handelsroute zu vertreiben, was nötig ist, da nur eine komplett mit eigenen Steinen besetzte Verbindung als Handelsroute gewertet werden kann.

Hat man dies endlich geschafft, steht man vor der nächsten Entscheidung. Entweder man baut eine Niederlassung, um an Prestigepunkte heranzukommen, oder man investiert in die Zukunft und baut die eigenen Fähigkeiten aus. Manche der Städteverbindungen können nämlich zum Beispiel dafür genutzt werden, die Anzahl der eigenen Aktionen dauerhaft zu erhöhen, die Privilegien zu erhöhen, die benötigt werden, um weitere Niederlassungen in Städten zu bauen, oder die Anzahl der Spielsteine zu erhöhen, die man aus dem Vorrat zurückerhält.

Das Spiel wird durch diese unterschiedlichen Möglichkeiten sehr taktisch. Da eine Handelsroute nur gewertet werden kann, wenn sie mit Händlersteinen der eigenen Farbe besetzt ist und man deswegen oft die anderen Spieler vertreiben muss, was von diesen aber teilweise sogar gewollt ist, da sie dafür einen Händlerstein zusätzlich als Entschädigung bekommen, bleibt das Spiel auch für die Spieler interessant, die gerade nicht am Zug sind.

Hat man sich erst einmal durch die Anleitung gekämpft (nicht verzweifeln, die Anleitung ist zum Glück zweisprachig, sodass man nur die ersten zwölf Seiten lesen muss), wird man mit einem sehr interessanten und vielschichtigen Spiel belohnt.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
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