Heckmeck am Bratwurmeck

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.10.2005
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Heckmeck am Bratwurmeck von Reich der Spiele

Die kleine Schachtel mit einer witzigen Grafik zieht sofort die Blicke auf sich. Beim Hochheben aber ist man schon erstaunt: Das kleine Kistchen vom Zoch Verlag hat doch ein ziemliches Gewicht. Sollte sich hinter dieser klein-kindlichen Grafik vielleicht doch ein „großes“ Spiel verstecken?

Der Name Knizia lässt es vermuten: Da muss der Kopf arbeiten, es muss gerechnet werden ...Ein Blick in die Schachtel enthüllt dann auch kein knallbuntes Spielmaterial in Kinderspiel-Optik, sondern 16 Dominosteine mit Werten von 21 bis 36 und kleinen Würmern drauf, sowie acht Würfel, die eigentlich ganz normal anmuten, wäre die Sechs nicht durch einen kleinen roten Wurm ausgetauscht worden. So schnell kommt man vom Kindchen-Schema zurück auf den Boden der Realität. Also heißt es: Phantasie einschalten! Und schon werden die Dominosteine zu Bratwurmportionen, der Tisch zum Grill und die Mitspieler zu Hühnern.

Und was wollen diese Hühner? Klar: Bratwürmer! Schmecken die doch auch viel besser, als die rohen Dinger, die man einfach so aus dem Boden ziehen kann. Nur leider kommt man da auch nicht so einfach ran, wie an die frischen Dinger ... Die Bratwürmer muss Huhn sich schon verdienen. Hier kommen dann die Würfel ins Spiel, denn mit denen werden die einzelnen Portionen ergattert. Das ist fast so, wie bei Kniffel, aber doch auch etwas anders: Man darf so oft würfeln, wie man möchte und muss bei jedem Wurf mindestens einen Würfel zurückbehalten. Allerdings darf der entsprechende Wert in der bisherigen Sammlung noch nicht vorhanden sein. Am Ende werden dann alle Werte addiert und die Bratwurmportion mit dem entsprechenden Wert wandert in die Obhut des würfelnden Huhns, dabei werden die einzelnen Portionen gestapelt. Fehlt aber ausgerechnet diese eine Portion auf dem Grill, gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man das Glück haben, dass sich das erwürfelte Grillgut oben auf dem Stapel eines Mitstreiters findet. Dann nämlich ist dieser seine Portion los und sie wechselt den hungrigen Besitzer. Zum anderen kann man dann eben Pech haben und muss sich mit der nächst niedrigen Portion vom Grill begnügen.

Aber nicht immer darf man sich eine Portion nehmen, nämlich dann, wenn Fortuna mal wieder kein Einsehen mit den gierigen Hühnern hat und sich kein einziger Wurm unter den erwürfelten Werten befindet, die geworfenen Würfel nur noch Werte zeigen, die man schon hat, oder wenn man mit dem Ergebnis keinen Wurm nehmen kann. Aber nicht, dass man damit schon genug gestraft ist, nein, man muss auch noch seine eigene oberste Bratwurmportion schweren Herzens wieder zurück auf den Grill legen, was wiederum zur Folge hat, dass die beste Portion umgedreht wird und nun nicht mehr ergattert werden kann. Ein schlimmes Schicksal für das vom Pech gebeutelte Huhn, aber auch eine große Freude für die anderen Hühner.Zum Schluss ist ganz klar derjenige der Sieger, der die meisten Bratwürmer ergattern konnte.

So ist Heckmeck ein schönes einfaches, glücksbetontes, aber nicht ganz anspruchsloses Spiel, das schnell gespielt ist und Lust auf mehr macht, das trifft sowohl auf eine weitere Partie als auch auf den Appetit der Mitspieler zu. Bratwürstchen sollte man dann schon bereithalten für die mindestens drei Spieler, zu zweit ist es dann doch ein kleines bisschen zu langatmig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 7
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20 - 30
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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