Höhlengrölen

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 31.10.2005
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Höhlengrölen von Krimsus Krimskramskiste

"Popstars" beziehungsweise "Deutschland sucht den Superstar" am Stubentisch! Wer schon immer wissen wollte, wie sich Produzenten von Superbands aus der Retorte fühlen, ist mit diesem pfiffigen Kartenspiel bestens bedient. Aus einer Schar mehr oder weniger talentierter Sängerinnen und Sänger gilt es, möglichst zugkräftige Steinzeit-Bands zu bilden. Diese setzen sich zusammen aus mindestens drei Exponenten derselben Stilrichtung (Folk, Pop, Metal, Rap) oder aus reinen Boy- beziehungsweise Girlgroups unterschiedlicher Stile (Crossover-Bands). Die Punkte der einzelnen Musiker werden addiert und ergeben den eigentlichen Erfolgswert der Band, der immer höher liegen muss als vorangehende Bands derselben Kategorie. Stylisten, Tanzlehrer und Gesangstrainer erhöhen den Wert einer Band und entscheiden häufig über den Erfolg oder Misserfolg einer hoffnungsvollen Junggruppe.

Da nur maximal sechs Karten auf der Hand gehalten werden dürfen, erweist sich das Casten einer Band alles andere als einfach. Wer schnell ablegt, hat keine Probleme mit den Vorgaben bezüglich des Erfolgswerts seiner Band. Auf der anderen Seite erweisen sich solche Start-ups häufig als nicht allzu lukrativ, vor allem wenn gerade keine attraktiven Akteure zur Hand sind. Zudem dauert es nach der Lancierung einer Band jeweils eine ganze Weile, bis wieder ein paar geeignete Akteure zusammengefunden haben - ein Kartenspiel als Allegorie für die Zwänge und Nöte hinter den Kulissen der Musikindustrie!

Höhlengrölen bezieht seinen besonderen Reiz hauptsächlich aus den witzig gezeichneten Kartensujets von Lutz Winter, die besonders am Anfang für viel Gelächter und spontane Reaktionen sorgen. Wer sich in der Szene einigermaßen auskennt, wird viele der Karikaturen spontan zuordnen können. Das Spiel selber verläuft relativ zügig, wobei der Ausgang maßgeblich davon abhängt, was für Karten jeweils aufgenommen werden. Raum für taktische Scharmützel besteht kaum. Zudem lässt die Spielanleitung verschiedene Fragen offen, was letztlich dem Spielspaß etwas abträglich ist. So wird Höhlengrölen vor allem als kleines Spiel für zwischendurch zum Zuge kommen, wobei dafür die Dauer etwas gar lang erscheint.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2002
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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