Igels

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Igels von Pegasus Spiele

Stille herrscht auf der Waldlichtung. Die Sonne kommt gerade hinter einer Wolke hervor, der letzte Morgentau verflüchtigt sich. Plötzlich ein Rascheln. Aus dem Gebüsch traut sich Tulpe, die Mäusedame auf die Lichtung und sucht nach Futter. Leckere Beeren, eine Rübe, frisches Gras oder gar Picknickreste - egal, alles schmeckt gut. Plötzlich eine Stimme. "Na, Tulpe, du willst doch nicht etwa unser Futter klauen?," ruft der Igel Jumbo, einen Knüppel in die Handflächen schlagend. "Lass Tulpe zufrieden," blafft Flesel die Ratte und stellt sich an ihre Seite. "Ach ne, der Bekloppte aus der Stadt," sagt Jumbo. Aber schau, ich habe Igel-Oppa und Gilly mitgebracht." So stehe sich die Kontrahenten gegenüber. Oppa-Igel will gerade wieder anfangen vom zweiten Waldkrieg zu erzählen, als es auf der anderen Seite im Geäst knackt. Das Ninja-Hörnchen und der stämmige Floxel klettern von aus ihrem Kobeln herunter. "Hey, wo zwei sich streiten", meint das Ninja-Hörnchen, "da trete ich mit meinen Kampftritten als Dritter auf und hole mir die Nüsse." "Aber nur über meine Ohren," ruft unerwartet der Hase Pfeffer von der anderen Seite der Lichtung. "Das Futter gehört uns Hasen." Grinst und schaut sich zu Hoppsa und der süßen Flausch um. Während alle männlichen Anführer wie elektrisiert auf Flausch schauen, tritt Futty die Spitzmaus aus dem Gebüsch: "Äh, hallo, sind hier vielleicht ein paar nette Damen?" Erschreckt von der kleinen Spitze in seiner Hose flüchten Tulpe, Gilly und Flausch schnell in den Wald. Das (oder den) wollen sich sich wirklich nicht antun.

Der Bann ist gebrochen. Wie auf Kommando rennen alle Tiere aufeinander zu und es kommt zu einem wüsten Kampfgetümmel. Hier noch ein Tannenzapfen geworfen, da ein Hörnchenschlag. Ein Spinnennnetz wird geworfen, Stacheldraht benutzt. Ein Wutausbruch auf der einen, ein linker Haken auf der anderen Seite. Hier werden Pfadfinder zu Hilfe gerufen, dort erscheint Bernd, der (schwule) Bär, bei anderen die sieben Schläfer. Ein paar Überraschungen und immer weiter hauen sich alle gegenseitig eins auf das Fell. Irgendwann liegen alle mehr oder weniger erschöpft am Boden und pennen ein. Nur das Siegerteam lächelt trotz der Blessuren und nimmt sich ein bisschen von dem leckeren Futter.

Igels ist ein ungemein witziges Kartenspiel, bei dem Tierteams gegeneinander antreten. Unterstützt mit ein paar Unterstützungs- und Ereigniskarten werfen die Spieler ihre Tiere in den Kampf und wertvolle Futterkarten, die am Ende als Siegpunkte zählen. Der Startspieler legt als erster eine oder mehrere Tierkarten aus, die anderen müssen jetzt nachziehen. Das läuft, bis alle passen, danach geht es um Unterstützungskarten, die entweder Waffen, Helfer oder echte Überraschungen aktivieren. Wenn alle Futterkarten abgeräumt sind, endet das Spiel mit der Tiergruppe als Sieger, die die meisten Futterpunkte einheimsen konnte.

Das Spiel ist klasse, hat aber einen großen Nachteil: Es dauert zu lange. selbst nach mehreren Runden, wenn man also die witzigen Kartentexte und Illustrationen bereits kennt, dauert es noch immer etwa eine Stunde. Zu lang für ein Fun-Kartenspiel. Das lässt sich aber beheben, indem man am Anfang zusätzlich Tier- und Unterstützungskarten zieht und das Spiel so dynamischer macht und/oder Futterkarten aus dem Spiel nimmt. Trotz dieser Kritik macht Igels einfach Spaß und schreit aufgrund seiner Begrenzung auf vier Spieler geradezu nach einer Erweiterung.

 

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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