It's Alive!

The Monster Building Game

eine Spielerezension von Axel Bungart - 21.03.2009

Hier findest du eine Spielerezension zum Gesellschaftsspiel It's Alive!. Entdecke mehr zu den Spielregeln und finde heraus, welche Erkenntnisse unser Spieletest mit It's Alive! brachte, ob es Spaß macht und für wen es besonders gut geeignet ist. Am Ende des Textes kannst du das Spiel bewerten.

Wer sagt, dass es Tabuthemen bei Spielen gibt? Wer sagt, morbide Spieleinhalte könnten nicht auch unterhaltend sein? „Es ist wieder Zeit für Tabubrüche!" ermunterte Andrea Meyer auf den 3. Deutschen Spielautorentagen die Zuhörerschaft - et voilà: Ein bei uns bislang gänzlich unbekannter Verlag hat sie erhört.

Bei It’s Alive sollen zwei bis fünf Spieler aus acht Leichenteilen eine neue Kreatur erschaffen. Gewinner ist, wer die wertvollste Kreatur zusammenbauen konnte. Aus Karten mit acht verschiedenen Körperteilen in jeweils vier unterschiedlichen Wertigkeiten wird ein verdeckter Stapel gebildet. Wer an der Reihe ist, deckt eine Karte vom Stapel auf. Dann hat er drei Möglichkeiten der Verwendung: 1. selber kaufen und dafür entsprechend des aufgedruckten Wertes bezahlen, 2. versteigern oder 3. an die Anatomie verkaufen, was allerdings meist der ungünstigere Weg der Veräußerung ist, weil man nur pauschal die Hälfte des Wertes einstreicht.

Kauft man das Teil selber, legt man es auf seinem Spielbrett, dem OP-Tisch, ab. Damit zählt es schon für die Wertung am Ende des Spiels. Sollte man im weiteren Verlauf wieder ein gleiches Körperteil erhalten, kann man es gegen das alte eintauschen und so möglicherweise den Wert noch steigern. Weil Geld im Spiel aber nicht immer üppig zur Verfügung steht, kommt diese Variante eher selten vor. Die Möglichkeit der Versteigerung ist da schon attraktiver, denn entweder bekommt man das Teil dann günstiger (wenn die anderen uninteressiert oder eben selber grad klamm sind), oder ein Mitspieler zahlt einen besseren Preis, als wenn man es an die Anatomie verkaufen würde.

Später bilden sich vor den Sichtschirmen der Spieler weitere offene Ablagestapel, von denen der Zugspieler alternativ eine Karte nehmen und wie oben beschrieben verwenden kann. So hat er die Möglichkeit, gezielt Körperteile zu erwerben, was ihn allerdings einen Extraobolus kostet.

Auf diese Art versucht man seinen OP-Tisch voll zu kriegen. Wer zuerst von jedem der acht Körperteile eines erwerben konnte, beendet das Spiel. Gewinner ist dann derjenige mit dem wertvollsten – wenn auch evt. unvollständigen – Monster.

Zu erwähnen ist noch, dass es neben den normalen Körperteilen auch eine Art Joker gibt, bei denen es sich natürlich - stilecht - um Särge handelt. Was nicht so ganz ins Geschehen passt, sind die Aufstand-Karten, die demjenigen, der sie zieht, einen Nachteil einbringen: er muss Karten und/oder Geld in entsprechender Höhe abgeben. Da diese aber zufällig auftauchen, können sie im Zweifel auch immer denselben Spieler treffen, der damit über die Maßen benachteiligt wird.

It’s Alive ist ein kleines Spiel für zwischendurch. Regelwerk und Grafik sind gelungen, wenn man sich auch an abgetrennte Arme und Beine oder an Hirn-mit-Auge-im-Glas erst noch gewöhnen muss. Irgendwie witzig ist es allemal. Es vereint verschiedene Handelsmechanismen, die für sich gesehen nicht besonders originell sind und daher auch kein Erstaunen auslösen. Aber zur richtigen Zeit die richtige Option gewählt, kann man vielleicht mit einer gut gesetzten Versteigerung ein Schnippchen schlagen. Und durch immer wieder auftretende Versteigerungen entsteht auch keine lange down-time zwischen zwei Zügen. So fanden es unsere verschiedenen Spielrunden durchaus unterhaltsam.

Da man aufgrund der Sichtschirme nicht weiß, wie weit die Spieler mit ihren Leichen sind, ist man dazu gehalten, den Bau des eigenen Monsters nicht unnötig zu verzögern, denn der erste Monstervollender erhält noch einen Bonus, der über Sieg und Niederlage entscheiden kann. Letztlich tut dies der Spieldauer gut.

Ob man Gelegenheitsspielern damit eine Freude bereitet, hängt weniger von deren Lust am Spiel als mehr von der Freude am Morbiden ab. Die geringe Spieldauer und der einfache Einstieg sprechen jedenfalls für diese Zielgruppe. Familien mit Kindern (ab zwölf Jahren) würde ich erst mal einen Frankensteinfilm empfehlen, bevor sich die Kleinen mit den pathologischen Details der Karten beschäftigen. Vielspieler werden es als Opener oder Absacker zu schätzen wissen.

Thematisch eine willkommene Abwechslung vom Mittelalter. Wohl aufgrund der geringen Auflage ist das Spiel gemessen an seinem Inhalt leider viel zu teuer.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung

Spielbewertung

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