Jäger der Nacht

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 25.09.2011
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Jäger der Nacht von Reich der Spiele

Jäger der Nacht, ein Spiel um Werwölfe und Vampire, die sich kampfbereit gegenüber stehen. Sie haben nur ein Ziel, sich gegenseitig zu besiegen. Nur die Menschen stehen noch zwischen ihnen und stören nicht unerheblich. Sie zeichnen sich aus durch individuelle Aufgaben und siegen für sich allein.

In die Tischmitte wird der düster illustrierte Spielplan gelegt, der für die richtige Stimmung sorgt. Übersichtlich ist er in sechs Orte unterteilt, von denen jeweils zwei als ein Gebiet zusammenhängen. Die Orte können auch herausgelöst werden und neu angeordnet, was aber im Verlauf nur wenig Unterschied bringt. Außerdem zeigt er eine Schadensskala an. Zu Spielbeginn zieht jeder Spieler eine Charakterkarte, die bestimmt, zu welcher der drei Gruppen der Spieler gehört. Jede Karte zeigt zusätzlich besondere Fähigkeiten und die Schadenspunkte an. Wichtig ist, die Karte geheim zu halten. Erst im weiteren Verlauf zeigt sich, wer Freund oder Feind ist, dies ist Teil des Spieles.

Als Anfängerrunde eignet sich ein Spiel mit bis zu sechs Spielern besser, um sich an den Spielablauf und die Karten zu gewöhnen. In den Spielregeln ist dankenswerter Weise jede Spielkarte beschrieben, und die Anfängerkarten sind zusätzlich gekennzeichnet. Richtig Spielspaß kommt aber erst mit fünf bis sechs Spielern auf. Im Spiel mit weniger Spielern tauchen die Menschen als Gruppe nicht auf, und die Rollen sind zu schnell durchschaut. Experten spielen dann mit sieben oder acht Spielern. Im Spielverlauf würfelt der Spieler, um von Ort zu Ort zu reisen und sich dort mit Ausrüstungskarten und Orakelkarten zu versorgen bzw. zu klauen, Ereignisse zu ziehen, einen Mitspieler zu heilen oder einen Spieler anzugreifen, der sich im gleichen Gebiet befindet.

Nach den Kämpfen setzt jeder Spieler eine Spielfigur auf die Schadensskala und so wird der jeweilige Schadensstand der Spieler angezeigt. Ein Schaden ergibt sich aus dem Würfeln zweier Spieler. Hat ein Spieler seine Höchstschadenszahl erreicht, scheidet er aus. Der Sieger erhält noch einen Gegenstand von ihm. Hier kann sich bereits entscheiden, ob das Spiel endet. Sobald ein Spieler sein Ziel erreicht hat, endet auch das Spiel. Je nach Aufgabe der Charaktere kann es mehrere Sieger geben. Aber auch wenn ein Spieler zu früh ausscheidet, ärgert er sich zwar, kann aber aufgrund der kurzen Spieldauer bei der zweiten Runde schnell wieder einsteigen oder weiterhin beobachten, wer zu welcher Gruppe gehört.

Gelangt ein Spieler durch das Würfeln in Oxanas Hütte, zieht er eine Orakelkarte, die er sich zunächst selbst durchliest und dann an einen Mitspieler weitergibt. Dieser muss die Aktion der Karte durchführen, und der Spieler, der die Karte abgegeben hat, kann Rückschlüsse über die Gruppenzugehörigkeit ziehen. Allerdings ist es schwer, bis zum Ende jeden Spieler zuordnen zu können. Aber es lohnt sich trotzdem, schließlich will keiner seine Mitstreiter aus dem Spiel werfen und schließlich untergehen. Die individuelle Fähigkeit der Mitspieler kommt erst zum Einsatz, wenn sich ein Spieler zu erkennen gibt.

Insgesamt ist Jäger der Nacht durch das Würfeln und das Ziehen der Karten recht glücksabhängig. Ein Spieler kann nur den Kampf steuern, indem er sich ein Opfer wählt. Je häufiger gespielt wird, desto besser kennt man seine Fähigkeiten und die der Feinde und kann strategischer vorgehen.

Im Vergleich zu anderen Spielen der Kategorie, wie Werwölfe von Düsterwald, an die das Spiel thematisch wie vom Ablauf stark erinnert, handelt es sich hier nicht um ein ausschließliches Kartenspiel. Durch den Spielplan wird Jäger der Nacht vollwertiger und zum interessanten Brettspiel für viele Spieler. Durch die Orakelkarten erhalten die Spieler auch nicht erst zum Ende, durch den Tod eines Mitspielers eine Information zu dessen Identität, und so kann sich gezielter verbündet werden. Bei Jäger der Nacht steht das klassische Brettspiel im Vordergrund, weniger die Kommunikation und Interaktion mit den Mitspielern. Es ist für größere Runden durchaus reizvoll und empfehlenswert, aber die Spieler können aufgrund der Komplexität ruhig eine Idee älter sein als angegeben. Abgerundet wird es durch drei weitere kleine Spielvarianten. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
4 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
50
Jahrgang: 
2010
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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