Jericho

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 31.08.2007
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Jericho von Reich der Spiele

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Wozu auch, wenn er deren fünf bauen kann? Abwechselnd legen die Spieler eine ihrer Handkarten ab und bilden damit ihre persönliche Auslage. Die Karten zeigen Mauerteile in verschiedenen Farben und unterschiedlichen Werten, wobei gleiche Farben in dieselbe Reihe gelegt werden müssen. Taucht im Nachziehstapel eine der drei Wertungen auf, bekommt derjenige Punkte, der gerade die höchsten Gesamtwerte je Farbe vorweisen kann.

Da das Ganze in dieser Form nun aber furchtbar öde wäre und Jericho ja irgendwie seinem Thema gerecht werden möchte, gibt es auch noch Joker mit dem Bildnis eines Trompeters. Diese können als Mauerstücke beliebiger Farbe eingesetzt werden, haben jedoch die unangenehme Nebenwirkung, dass die aktuell höchsten Kartenwerte aller Auslagen dieser Farbe auf einen verdeckt liegenden Ablagestapel wandern. Aus diesem rekrutieren sich übrigens die Punkte, die man erhält – der mit der Mehrheit in einer Farbe erhält alle entsprechenden Karten. Und wer meint, eine Sorte sicher erringen zu können, der darf auch direkt auf diesen Stapel statt in seine Auslage spielen.

Mit Jericho präsentiert Autor Tom Lehmann ein lupenreines Ärgerspiel. Nichts ist schöner, als dem unvorsichtigen Kontrahenten seine halbe Mauer einzureißen und dadurch womöglich selbst die Mehrheit zu übernehmen. Die wenigen Regeln erlauben einen schnellen Einstieg; allerdings ist der Einfluss der Spieler auf das Geschehen ähnlich überschaubar geraten, zumal die Anzahl der Handkarten nach jeder Wertung abnimmt. Da das Spiel nicht mehr und nicht weniger sein will als ein kleiner Absacker oder Lückenfüller, lässt sich dies jedoch problemlos verschmerzen. Ist man zu dritt, sollte man aber besser die Finger davon lassen, denn dann trifft es den Einzelnen überproportional häufig, was schnell frustrieren kann. Erst zu viert oder am besten in voller Besetzung vermag Jericho zu überzeugen und seine Stärken zu entfalten.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
15
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
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