Kakerlakensuppe

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 18.04.2009
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Kakerlakensuppe von Reich der Spiele

Wer bereits den Kakerlakensalat vom Drei Magier Verlag kennt und schätzt, wird mit der gleichnamigen Suppe rasch klarkommen und begeistert sein, handelt es sich doch um eine Art Weiterentwicklung des Kartenspiels mit erhöhten Anforderungen. Erneut geht es darum, reihum Handkarten aufzudecken und umgehend und fehlerfrei den Namen der darauf abgebildeten Gemüsesorte (Pilz, Lauch, Peperoni oder Karotte) auszusprechen. Und wie schon beim Vorgängerspiel darf nie zweimal nacheinander dasselbe Wort gebraucht werden. Wird also ein Gemüse aufgedeckt, das gerade auf dem Ablagestapel liegt und/oder dessen Name gerade genannt wurde, muss blitzschnell eine der drei anderen Sorten gewählt werden.

Etwas schwieriger wird das Ganze, wenn eine der Schlürfkarten aufgedeckt wird. Jede von ihnen zeigt eine der vier Gemüsesorten zusammen mit einer suppenschlürfenden Kakerlake und bewirkt, dass von nun an nicht mehr der Name der entsprechenden Gemüsesorte genannt werden darf, sondern ein deutliches Schlürfgeräusch gemacht werden muss. Und folgt gleich darauf dasselbe Gemüse nochmals oder eine weitere Schlürfkarte, ist dies mit einem geniesserischen Mmmh zu quittieren, da nie zweimal nacheinander geschlürft (und auch nicht gemmmht) werden darf.

So weit so gut und einigermaßen nachvollziehbar, wobei manchmal schon nur der Nachvollzug dieser Grundregeln von Kakerlakensuppe erste Knoten in den Gehirnwindungen verursachen kann. Richtig schlimm wird das Ganze erst durch die Tatsache, dass auf Tempo gespielt werden muss. Dies bewirkt, dass nicht nur jeder Regelverstoß, sondern auch ein erkennbares Stocken, Zögern, Räuspern oder auch ein Äaah, eine falsche Anfangssilbe und selbst ein Mmmh zur Unzeit als Fehler gilt. Klar, dass den gesamten Ablagestapel auf die Hand nehmen muss, wer einen derartigen Fehler gemacht hat. Und noch klarer, dass Sieger wird, wer zuerst all seine Handkarten losgeworden ist.

Es ist immer wieder beeindruckend, wie wenig es braucht, um eine Spielrunde an den Rand der Verzweiflung und des absoluten Chaos zu treiben: Wird tatsächlich auf Tempo gespielt, kennt das Spektakel kaum noch Grenzen. Und selbst wer zu Beginn meint, eventuelle Fehler in diesem rasanten Spiel gar nicht feststellen zu können, wird rasch erkennen, dass dies gar nicht so schwierig ist. Sie aber in der Hitze des Gefechts effektiv zu vermeiden, ist trotzdem kaum möglich. Und selbst dann kann der Schwierigkeitsgrad weiter erhöht werden durch Zulassung zusätzlicher Gemüsebezeichnungen wie Champignon, Chili, Möhre oder das schweizerdeutsche Rüebli (damit sprengt man jede hochdeutsche Spielrunde!) sowie - ganz Hardcore - durch eine Kombination von Kakerlakensalat und Kakerlakensuppe. Letzteres ist dann aber wirklich kaum noch zu bewältigen und eigentlich auch gar nicht nötig - die meisten werden schon in der Grundversion des Spiels übergenug Herausforderungen und Stolpersteine vorfinden!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
10 - 20
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
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