Key Largo

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 31.12.2006
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Key Largo von Reich der Spiele

Das Ganze beginnt gewissermaßen dort, wo andere Spiele wie Piratenbucht oder Piraten der Spanischen Meere aufhören: Es geht darum, Schätze von Schiffen zu bergen, die vor langer Zeit vor Key Largo, einer kleinen karibischen Insel am Kreuzungspunkt historischer Seerouten, gesunken sind. Allerdings naht die Zeit der Stürme, die jegliche Tauchgänge verunmöglichen wird. Daher müssen innerhalb von zehn Tagen möglichst viele der wertvollen Güter geborgen werden, bevor der erste Orkane eintrifft.

Jeder Spieler erhält zu Beginn ein Boot, einen Taucher, einen Satz Aktionskarten sowie etwas Bargeld. Die Wracks werden in Form von je fünf Schatzkarten um den Spielplan, welcher die Insel darstellt, platziert. Schätze gibt es in Form von Antiquitäten, Gold, Waren und Diamanten, die in drei unterschiedlichen Tiefen auf die Taucher warten.

Danach kann es bereits losgehen, indem jeder Spieler ein erstes Mal das Reiseziel bestimmt, das mit dem eigenen Schiff angelaufen werden soll. Dies erfolgt durch verdecktes Auslegen der entsprechenden Aktionskarte. Jeden Tag können zwei unterschiedliche Zielorte angelaufen werden mit unterschiedlichen Handlungsoptionen. In der Bar können beispielsweise Taucher für die eigene Crew angeheuert oder aber Taschendiebe beauftragt werden, eine gegnerische Schatzkarte zu stehlen. Im Tauchladen stehen Ausrüstungsgegenstände zum Kauf bereit und in der Delphinbucht Touristen, die sich gegen ein großzügiges Entgelt auf eine halbtägige Schiffsfahrt mitnehmen lassen. Hauptsächliches Ziel der Crews sind indessen die Wracks, bei denen nach den Schätzen getaucht wird, die anschließend auf dem Markt möglichst teuer weiter verkauft werden können. Die Preise im Tauchladen und auf dem Markt sind davon abhängig, wie viele Spieler sich gleichzeitig am entsprechenden Ort aufhalten.

Die Ausrüstung der einzelnen Taucher entscheidet darüber, ob Wracks in geringer, mittlerer oder großer Tiefe erreichbar sind. Nach dem Verschieben des eigenen Schiffes kann für jeden einsatzbereiten Taucher eine der Schatzkarten des ausgewählten Wracks gezogen werden. Güterkarten werden auf die Hand genommen. Taucht stattdessen ein Seeungeheuer auf, muss dieses mit dem Dreizack abgewehrt werden, der im Tauchladen gekauft werden konnte. Ohne entsprechende Waffe ist der Taucher dagegen verloren und muss samt seiner ganzen Ausrüstung aus dem Verkehr gezogen werden. Wer nach zehn Tagen am meisten Geld erworben hat, gewinnt das hübsche Spiel.

Key Largo besticht durch knappe Regeln und einen flüssigen, gut funktionierenden Ablauf. Die Spieler bleiben jederzeit und ohne lästige Grübelpausen am Ball, wobei das Einschätzen der Gegner hilfreich ist, um möglichst billig einkaufen und teuer verkaufen zu können. Die (wenigen) Zufallselemente wie das Auftauchen eines Seeungeheuers beim Tauchgang tragen zusätzlich bei zur lockeren Abenteuerstimmung am Spielbrett. In der Profivariante können in der Delphinbucht zusätzliche Personenkarten gezogen werden, die beispielsweise das Bergen weiterer Schätze, das Sabotieren gegnerischer Tauchgänge oder bessere Kauf- oder Verkaufspreise erlauben. Das Spiel wird dadurch noch abwechslungsreicher und interessanter. Es kann nicht zuletzt dank seiner kurzen Dauer auch Wenigspielern bedenkenlos empfohlen werden und macht besonders in Vollbesetzung allen großen Spaß.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
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