Kreuzverhör

Krimi-Kartenspiel für zwei Ermittler

eine Spielerezension von Tanja Koch - 31.12.2006
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Kreuzverhör von Reich der Spiele

Nicht nur der Titel alleine erinnert an Krimis, sondern auch das Schachtellayout: Diese hat das Format eines Krimi-Taschenbuches. Kein Wunder, ist der Hersteller doch eigentlich ein Krimiverlag. Das merkt man auch am Material, das zwar eine gute Qualität hat, doch die Karten sind eher schmucklos und nüchtern gestaltet. Schade, sind sie doch das einzige Spielmaterial. Eine spannende Krimiatmosphäre will hier so gar nicht aufkommen. Und das wäre doch eigentlich wichtig, soll doch ein Verbrechen verhindert werden.

Der Spielablauf erinnert stark an Mastermind in einer Simultan-Version mit einem Schuss Cluedo: Jeder Spieler bastelt sich ein Verbrechen zusammen, bestehend aus der Art des Verbrechens, dem Tatort, dem Tatverdächtigen und dem Tatwerkzeug. Ausgesucht werden diese Bestandteile aus je einem Kartensatz, die für beide Spieler identisch sind.

Dann folgt die Ermittlung: Von jeder Kartenart legt man eine Karte aus und behauptet beispielsweise, dass Ede K. in Bamberg einen Überfall mit einem Telefon plant. Der so befragte Gegenspieler antwortet mit der Anzahl der richtigen Karten. Und so fragt man sich dann abwechselnd aus.

Nicht sehr spannend, daran ändern auch die zusätzlichen Befragungs- und Verteidigungskarten nicht viel. Mit etwas Glück erfährt man so weitere Details über Tatorte, Verdächtige und/oder Tatwerkzeuge, hat man aber Pech, zieht der Gegenspieler eine passende Verteidigungskarte oder verfügt über ein gutes Gedächtnis und gibt eine Information, die bereits bekannt ist.

Der Glücksfaktor ist für ein Deduktionsspiel recht hoch: man kann vier Runden lang bei seinen Verdächtigungen nicht einen einzigen Treffer landen, während der andere im ersten Versuch bereits drei richtige hat. Das kann sehr frustrierend sein. Der Anspruch hingegen ist zu niedrig, denn hat man erst einmal richtige Karten ausgelegt, ist das restliche Vorgehen logisch klar vorgegeben.

Insgesamt kein sonderlich innovatives Spiel, das zudem auch noch recht nüchtern daher kommt. Im Bereich der Deduktionsspiele gibt es einfach besseres. Es taugt allenfalls als Mitbringsel für einen Krimfan und hat somit einen gewissen Originalitätswert im Bücherregal.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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