Krimi total - Die zweifelhafte Welt der Märchen

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 31.12.2006
  Spiel bewerten Spiel kaufen kommentieren
Krimi total - Die zweifelhafte Welt der Märchen von Reich der Spiele

Eines Tages begab es sich, dass der Märchenprinz ein großes Fest in seinem Schloss veranstaltete. Alle freuten sich, einmal aus dem tristen Märchen-Alltags-Trott herauszukommen und feierten ausgelassen. Es gab Fleisch und Wein im Überfluss. Doch das Fest nahm ein jähes Ende: Man hatte die sieben Zwerge tot in ihrem Haus aufgefunden! Doch was war passiert? Und wer ist der Mörder, der wackeren kleinen Gesellen, die tagein tagaus unterm Berg nach Erz und Gold suchten? Wer könnte ihnen etwas Böses wollen?

In den Hauptrollen: Der Märchenprinz (der schmucke junge Königssohn wird einst das Märchenreich erben, doch ist er auch ein Mörder?), Schneewittchen (lebt seit ewigen Zeiten tief im Wald bei den Zwergen. Hat sie etwas bemerkt?), Rotkäppchen (das kleine süße Mädchen ist mittlerweile erwachsen geworden, oft besucht sie ihre Großmutter im Wald), Hänsel (der Sohn des Holzhackers genießt das Leben und liebt das Faulenzen), Gretel (Hänsels Schwester ist ein tüchtiges Mädchen und verdient ihren Lebensunterhalt bei der Hexe), die Hexe (sie betreibt mitten im Wald ein Ausflugslokal „zum Pfefferkuchenhaus“), böse Stiefmutter (die eitle Königin ist immer bestrebt, die Schönste in allen Märchen zu sein. Dafür ist ihr jedes Mittel recht), das Tapfere Schneiderlein (auf Grund seiner Heldentaten ist das Tapfere Schneiderlein auch über die Grenze seines Königreiches geachtet und gefürchtet) und Frau Holle (ist mit der Aufklärung des Falls beauftragt worden).

Die Vorbereitung: Alles was man zu diesem Krimirollenspiel benötigt, sind jetzt acht oder neun Freiwillige, die Lust haben, eine der Rollen zu übernehmen. Für ungeübte Schauspieler wird empfohlen, die Rollen vom Gastgeber (aufgrund der Kurzinformation über die Rollen) gezielt auf die Personen zu verteilen, sodass sich die Spieler besser in ihre Rollen einfühlen können. Das ist allerdings bei diesem Fall kein Problem, da sicher alle Spieler etwas aus Grimms Märchen wissen. Geübte Spieler können natürlich auch Charaktere spielen, die ihrem eigenen entgegenstehen. Einer der Spieler (der Gastgeber) sollte sich mit den Spielregeln und dem Ablauf vertraut machen und sich an dem Abend für den Ablauf verantwortlich fühlen. Der Einfachheit halber empfiehlt der Autor, den Krimiabend im Rahmen einer Party oder mehreren Essensgängen zu spielen, da der Ablauf mit den Gängen abgestimmt werden kann und nicht immer ein Auge auf die Uhr geworfen werden muss. Die Mitspieler können sich jedoch wie bei den ersten Fällen von Krimi total ebenso gut einigen, wann der nächste Hinweis kommt. Die Mitspieler werden als erstes mit der vorgefertigten Einladung, ihrem neuen Namen und der verschlossenen Rollenbeschreibung (schließlich soll ja nicht den Spaß verdorben werden) angeschrieben. Jeder Spieler behält die Informationen bis zum Abend für sich. Der Mörder weiß, dass er der Mörder ist. Er darf lügen. Alle anderen wissen nur, dass sie nicht der Mörder sind, und müssen sich stets an die Wahrheit halten. Es steht Jedem frei, sich nun noch entsprechend zu verkleiden. Ist aber gerade bei den Märchen äußerst lustig. Wichtig ist, das alle Eingeladenen auch wirklich kommen, sonst kann man das Spiel nicht spielen!

Der Abend selbst: Nach der Darstellung des Spielverlaufs und der Erklärung der Regeln für alle, geht’s los. Jeder Spieler erhält den ersten Hinweis im Briefumschlag und die Karte des Märchenwaldes wird in die Mitte des Tisches gelegt. Nach einem Einführungstext stellt sich jeder Spieler mit seiner Rolle vor. Dabei wird nur soviel an Information weitergegeben, wie man möchte. Nun beginnt Runde zwei und jeder Spieler erhält einen weiteren Hinweis, den er still durchliest. Zu Beginn jeder Hinweisrunde gibt der Inspektor die neuesten Ermittlungsergebnisse bekannt. Im Anschluss kann jeder Spieler Verdächtigungen anstellen oder Beschuldigungen aussprechen, sowie anderen Fragen stellen. Das Spiel wird als lockere Unterhaltung gespielt. Dabei ist besonders interessant, dass die Rollenbeschreibung oft keine Aussage zu Anschuldigungen erhält und man somit eine Antwort improvisieren muss. Die zweite Runde ist zu Ende, wenn alle Hinweise durch Erfragen oder Aussagen bekannt gegeben wurden. In Runde drei geht es jetzt um Gerüchte, die sich entweder als Fakten oder als Unwahrheiten herausstellen. Das Spiel setzt sich fort, wie zuvor. In Runde vier und fünf gibt es noch einmal neue Hinweise, die wieder diskutiert werden. In der sechsten Runde wird es spannend. Jeder Spieler notiert, wen er für den Täter hält und welches Motiv dieser hat. Die Ergebnisse werden laut verlesen. Die Person, die am häufigsten als Täter genannt wurde, wird festgenommen. In der siebten und letzten Runde wird der Briefumschlag mit der Aufschrift Lösung geöffnet und bekannt gegeben. Wurde die richtige Person überführt, hat diese leider verloren und die anderen Spieler, die diese Person notiert haben, gehen als Gewinner nach Hause. Konnte der Täter unerkannt bleiben, gewinnt er das Spiel.

Das Urteil: Krimi total - Die zweifelhafte Welt der Märchen ist ein Partyrollenspiel, dass garantiert in Erinnerung bleibt. Alles, was über die Märchenfiguren bisher gedacht wurde, sollte man besser vergessen, das Spiel vermittelt einen ganz anderen Eindruck. Denn die Märchenfiguren werden ordentlich durch den Kakao gezogen. Zusammenhänge werden deutlich, die niemand in den Originalmärchen vermutet hätte. Wirklich eine klasse Idee, einen Fall mit Märchenfiguren zu kreieren, denn jeder Spieler kann sich sehr gut in seine Rolle einfühlen und sie mit Details aus den Originalmärchen ausstaffieren. Der Fall selbst ist logisch und gut durchdacht. Auch hier hat schließlich jeder ein Motiv. Passt man allerdings genau auf und merkt sich jedes Detail, lässt sich der Täter ohne Weiteres identifizieren. Die zweifelhafte Welt der Märchen ist noch witziger, kurioser und ausgereifter, als der Vorgängerfall Der Duft des Mordes und somit ein Muss für jeden Märchen-/ Krimifan.

Unser Tipp:
Es lohnt ein Blick auf die Internetseite des Herstellers, denn da gibt es kostenlos zusätzliche Rollen für den Fall (so können bis zu sechs zusätzliche Personen mitspielen), einen Vorschlag für einen Sitzplan und Namensschilder.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
8 - 9
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
240
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Mehr zum Spiel
Brettspiele-Newsletter von Reich der Spiele abonnieren