La Città

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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La Città von Reich der Spiele

Als italienischer Fürst versucht man in diesem Spiel seine Castellos zu florierenden Städten auszubauen und dabei die Bürger zufrieden zu stellen. Klar ist La Città ein Siedel- und Aufbauspiel. Dennoch hat es ganz andere und neue Züge und ist auf keinem Fall ein Siedler von Catan-Klon.

Während des Spiels sind so unglaublich viele Handlungen möglich (und ihre Auswirkungen zu bedenken), dass man tausend Dinge gleichzeitig tun möchte. Die Spielregel macht uns da aber einen Strich durch die Rechnung. Es sind in jeder Runde nur fünf Aktionen möglich, die zudem je nach Kartenlage sehr eingeschränkt sein können. Man kann zwar immer ein einfaches Gebäude errichten eine weitere Stadt gründen (maximal vier) oder zwei Gold einsacken, die wahre Raffinesse zeigt sich aber erst beim Spielen der Politikkarten, von denen nur eine begrenzte Zahl zufällig zur Verfügung steht. Und am Ende sind da ja auch noch die Bürger, deren Wünsche nicht unerfüllt bleiben dürfen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie in benachbarte Städte abwandern, wenn diese nah genug bei der eigenen liegen.

La Città besitz einen ganz eigenen, fein ausgeklügelten Spielmechanismus. Zunächst einmal heißt es, für ausreichend Nahrung zu sorgen, damit die Bürger des Castellos ernährt werden. Will man seine Stadt ausbauen, muss man ausreichend Bürger haben, um die neuen Gebäudeplättchen auch zu besetzen. Ein Marktplatz und ein Brunnen schaffen zusätzliche Aufnahmekapazitäten. Fehlt am Ende eines Zuges ein Bürger, muss ein Bauwerk abgerissen werden. Steinbrüche sorgen in Form von Marmorabbau für Goldeinkünfte, die jede Runde in die Kassen der Spieler fließen. Dieses Gold ist bitter nötig, um die verschiedenen Bauwerke zu finanzieren und die Stadt zu erweitern. Sinn des Spieles ist es letztlich möglichst viele Bürger zu beherbergen und dazu muss man entsprechende Bauwerke errichtet haben. Die Bauwerke sind Errungenschaften (Kultur, Bildung und Gesundheit) zugeordnet, die neben der Bürgerzahl weitere Siegpunkte bringen, wenn alle drei Arten in einer Stadt vorkommen. Eine dieser Errungenschaften wird von den Bürgern in jeder Runde vom Fürsten gefordert. Befindet sich diese Errungenschaft nicht in der Stadt, wandert der Bürger in eine benachbarte ab, wenn diese nah genug liegt und mehr dieser Errungenschaft zu bieten hat. der Clou des Spieles liegt darin, dass die Fürsten untereinander zwar in diesen Errungenschaften um die Bürger buhlen, aber ohne de Einsatz von Politikkarten niemand vor dem Ende einer Runde weiß, welche der drei Errungenschaften das Volk verlangt.

La Città hat bei uns eingeschlagen. Selten saßen typische Grübler ("mach ich das oder lieber das andere"), ausgefuchste Strategen ("baue ich erst die vierte Stadt oder soll ich zunächst Nahrung sichern") und selbst Spieler mit Vorliebe für kurze Spiele so zappelig und aufgeregt um ein Spielbrett wie bei diesem Meisterwerk. Selbst die (wohl eher zu kurz) angegebene Spielzeit schockt nicht, weil der Spielreiz einfach unglaublich hoch ist. Das Spiel ist sowohl zu zweit als auch mit mehr Spielern gleich gut spielbar, weil das Spielfeld mit abnehmender Spielerzahl intelligent verkleinert wird. Die Regeln lassen eigentlich keine Fragen offen und die Bürgerfiguren sind sehr hübsch anzuschauen (übrigens weiblich und männlich). Spielkarten und Gebäudeplättchen sind schön gestaltet, nur die Spielübersicht für jeden Spieler wäre besser nur einseitig bedruckt. Aber ansonsten lässt La Città keine Wünsche offen und ist eines der besten Spiele der letzten Jahre.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
150
Jahrgang: 
2000
Spielkategorisierung
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