Mamma Mia! Plus

eine Spielerezension von Tobias Brouwer - 08.08.2009
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Mama Mia! Plus von Abacusspiele

Pizzabäcker haben ein hartes Leben: Im Minutentakt werden von gestressten Mitbürgen in aller Hast die meist köstlichen belegten Fladenbrote bestellt. Der eine hätte gerne Salami und Ananas, der nächste eine Riesenpizza mit möglichst vielen Zutaten, der letzte dreimal Peperoni, aber bloß keine Shrimps. Wer soll da noch den Überblick behalten? Erboste Käufer, die die Bestellung zurück gehen lassen, sind die Folge. Um diesen schrecklichen Missstand aufzudecken und mehr Verständnis für diese unterschätzte Randgruppe aufzubringen, hat sich Uwe Rosenberg ein Spiel ausgedacht, das zehn Jahre nach seinem Erscheinen wieder veröffentlicht wurde. Voila, es ist angerichtet: Mamma Mia! Plus in der Metallbox.

Die Regeln sind einfach und schnell zu begreifen: Reihum wählen die Spieler aus ihren neun Handkarten eine der sechs verschiedenen Zutaten aus und legen von dieser Sorte beliebig viele Karten auf den gemeinsamen Ablagestapel, thematisch eingekleidet nennen man ihn von nun an "Pizzaofen". Schnell noch Karten vom Zutatenstapel oder dem persönlichen Nachziehstapel gezogen, fertig. Wenn man will, kann man vorher eine Bestellung hinterher schieben. Diese verdienen einen näheren Blick:

15 Karten mit Bestellungen hat jeder Spieler, die er mischt und zu einem persönlichen Nachziehstapel ablegt. Da auch das nicht schmissig genug klingt, heißt dieser von nun an "der Kellner". Auf den Bestellungen finden sich verschiedene Kombinationen von Zutaten wieder, beispielsweise eine Olive und vier Peperoni. Auch verbotene Zutaten oder ganz profan mindestens 15 Zutaten lassen sich finden.

Ist der Stapel mit den Zutaten aufgebraucht, wird gebacken: Der Ablagestapel Pizzaofen wird umgedreht und Karte für Karte in der Mitte ausgelegt. Ab und an kommt eine Bestellung dazwischen, und dann wird es interessant: Befindet sich die geforderte Kombination an Zutaten schon ausgelegt in der Tischmitte, gilt die Bestellung als erfüllt, diese und die benutzten Zutaten werden abgelegt. Fehlen noch Karten, darf man aus der Hand nachlegen. Kann man auch dies nicht, gilt die Bestellung als nicht erfüllt und wird unter den Kellnerstapel gelegt. Auf diese Art werden alle Karten des Ablagestapels, pardon, des Pizzaofens ausgewertet.

Ist der Stapel an Zutaten viermal (bei einer speziellen Zusatzregel dreimal) durchgespielt, endet das Spiel, und wer dann die meisten Bestellungen erfüllen konnte, hat gewonnen, was meist vor der angegebenen Zeit von einer Stunde geschieht.

Sehr einfache Regeln - schnell kann losgespielt werden. Doch im Laufe der Partie stellt man schnell fest, dass es so simpel gar nicht ist. Zum einen liegt das an der doch begrenzten Merkfähigkeit eines durchschnittlichen Pizzakonsumenten: Liegen nun schon vier Peperoni oder erst drei? Alles merken wird man sich kaum können, gezielt auf eine Bestellung auf der Hand spielen ist aber durchaus drin. Doch liefert man den Nachfolger nicht eine Steilvorlage, wenn man eine bestimmte Zutat auslegt? Riskiert man, die Bestellung nicht zu erfüllen, sie aber eventuell beim Backen mit den eigenen Handkarten zu komplettieren? Das Spiel steckt voller Dilemma, und das macht es so spaßig und spielenswert.

In einigen Spielen war es die Regel, dass ein Spieler keine sinnvolle Bestellung aus seiner Hand ablegen kann, da er meilenweit von deren Erfüllung entfernt liegt. Einige Mitspieler fanden die Bestellungskarten zu unübersichtlich, da die geforderten Zutaten sowohl links als auch recht aufgedruckt sind (Linkshänder hingegen haben sich sehr gefreut).

Doch was ist das "Plus", das Mamma Mia! ergänzt? Zum einen wäre da der sechste Satz Bestellungen, der auch eine neue Zutat mit sich bringt. Auch einige Bestellungen wurden hinzugefügt, die deutlich mehr Abwechslung in das Spiel bringen. Aus dem Nachfolger Sole Mio! wurde die Variante mit dem "Helfen" übernommen.

Mamma Mia! Plus ist ein kleines, flotten Kartenspiel, das trotz weniger Regeln einen großen Spielspaß bietet. Als Auftakt oder Absacker an einem Spieleabend ist es ebenso geeignet wie in einer gemütlichen Runde im Kreise der Familie. Vielleicht während die bestellte Pizza mal wieder etwas länger dauert. Wenigstens wissen wir nun, warum ...

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
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