Maori

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 04.10.2009
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Maori von Hans im Glück

Der Titel und die Aufmachung des Spiels wecken Bilder von Südseeinseln mit Schilfhütten und Palmen und Muscheln in Hülle und Fülle und all das sind dann auch tatsächlich wichtige Elemente des hübschen Legespiels. Es geht darum, jede Runde aus einer Auslage von vier mal vier Plättchen in der Tischmitte eines auszuwählen und an passender Stelle auf seinem individuellen Tableau abzulegen. Gesteuert wird das Ganze durch ein Schiff, das um die Auslage gezogen wird und vorgibt, aus welcher Reihe die jeweilige Plättchen ausgesucht werden dürfen.

Die Plättchen zeigen abgeschlossene kleine oder Teile größerer Inseln, daneben Boote und Muscheln oder auch Vulkane. Boote dienen der Fortbewegung und erlauben dem jeweiligen Besitzer, in seinem Zug das große gemeinsame Schiff bei Bedarf zusätzliche Schritte um die Auslage weiterzuziehen, um eine andere Reihe zu erreichen. Muscheln entsprechen dem offiziellen Zahlungsmittel der Inselgruppe. Jeder Spieler erhält zu Beginn fünf davon zugeteilt. Sie ermöglichen ihrerseits das Verlängern des Schiffzuges. Zudem können gegen Abgabe von Muscheln Plättchen ausgewählt und rausgenommen werden, die nicht unmittelbar am Rand der Auslage, sondern weiter hinten in der jeweiligen Reihe liegen.

Die so ergatterten Plättchen werden sofort auf einem kleinen Tableau platziert, das jeder Spieler vor sich liegen hat. Einmal abgelegte Plättchen können nachträglich nur anstelle eines weiteren Spielzuges wieder entfernt werden, was ungünstig ist und nur in Notfällen praktiziert werden sollte. Eventuelle Palmen auf den einzelnen Plättchen sind dabei stets passend auszurichten, während für Muscheln sofort die entsprechende Anzahl Spielsteine in den persönlichen Vorrat genommen werden dürfen. Die Plättchen der Auslage werden, solange Vorrat vorhanden ist, durch ein neues von einem der Nachziehstapel ersetzt. Wird dabei ein Vulkan gezogen, blockiert dieser den Zugriff auf die hinter ihm liegenden Plättchen, die aber von einer anderen Seite der Auslage her zugänglich bleiben.

Zusätzlicher Spielraum wird geschaffen durch einen virtuellen Speicherplatz, der jedem Spieler das vorläufige Deponieren eines Plättchens ermöglicht, das noch nicht auf dem Tableau platziert werden soll oder kann. Allerdings geht auch hier das nachträgliche Verschieben des gespeicherten Plättchens ins Haupttableau zulasten eines weiteren Spielzuges und ist entsprechend problematisch. Hat nämlich ein erster Spieler seine Auslage vollständig belegt, hat jeder andere noch genau einen Zug. Anschließend werden alle unvollständig gebliebenen Inseln vom Tableau entfernt, dann folgt die Schlusswertung.

Alle Palmen auf einer Insel ohne Hütten zählen je einen, Palmen mit mindestens einer Hütte dagegen zwei Punkte. Einige Inselplättchen zeigen die Abbildung eines halben Blumenkranzes. Komplettierte Kränze tragen zehn Punkte ein. Weiter erhält der jeweilige Besitzer der meisten Boote beziehungsweise Muscheln die entsprechende Anzahl Punkte gutgeschrieben. Alle übrigen Boote und Muscheln gehen leer aus, während unbedeckt gebliebene Felder des Tableaus gar Minuspunkte eintragen. Sieger wird der Spieler mit den meisten Gewinnpunkten, bei Gleichstand jener mit der größeren Anzahl Muscheln.

Der Ablauf des reizenden Ablagespiels ist leichtfüßig und elegant. Viel zu planen und beobachten gibt es wahrlich nicht. Trotzdem muss das Tableau des nachfolgenden Spielers stets im Auge behalten werden, um ihm allzu lukrative Zugriffe auf eine passende Kranzhälfte oder einen Inselabschluss bestmöglich zu vereiteln. Zudem ist insbesondere der Einsatz und Nachschub der Muscheln gut zu planen, da kaum etwas ärgerlicher ist als Plättchen, die wegen mangelnder Zahlungsfähigkeit außerhalb der persönlichen Reichweite bleiben.

Für Fortgeschrittene und Profis werden zusätzliche Spielvarianten angeboten, bei denen die jeweiligen Zugmöglichkeiten eingeschränkt werden. Mit je einem kleinen Bötchen wird beispielsweise auf dem Tableau jedes Spielers das Plättchen markiert, an welches ein nächstes anzulegen sein wird, was allerdings den Zug des Gegners einigermaßen abseh- und planbar macht. Eine andere Möglichkeit bietet ein Atoll, das allen darin platzierten Inseln doppelte Palmenpunkte einträgt, wobei diese Variante aufgrund des größeren Plättchenbedarfs nur maximal vier Personen offensteht.

Welche der Varianten letztlich vorgezogen wird, ist Geschmackssache. Klar ist hingegen, dass Maori mit seinen einfachen Regeln und einer überblickbaren Spieldauer sehr ansprechend ist und immer wieder Anreiz bietet für einen kurzweiligen Abstecher in die Palmenwelt der Südsee.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2009
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